Am Samstag, d. 26.03.2022, 15.00 Uhr, findet hier in Aachen am Elisenbrunnen die Kundgebung GEGEN KRIEG UND AUFRÜSTUNG statt!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

für  SAMSTAG, den 26. Mäz 2022, rufen wir als Mitveranstalter in der Zeit von 15.00 Uhr bis 16.30 Uhr, zur Kundgebung

GEGEN KRIEG UND AUFRÜSTUNG

auf, die hier in Aachen am Elisenbrunnen, Friedrich-Wilhelm-Platz stattfinden wird.

Zur Kundgebung:

Bewegt vom Leid der Menschen in der Ukraine spannen wir den Bogen etwas weiter und setzen ein Zeichen gegen alle laufenden Kriege weltweit, in der Ukraine, im Jemen und anderswo.

Dialog und gegenseitige Sicherheitsgarantien statt Drobungen, Sabktionen und weitere Aufrüstung sind das Gebot der Stunde!

Durch noch mehr Waffen wird niemand sicherer. Kein neues Geld für die Bundeswehr!

KOMMT BITTE ALLE ZUR KUNDGEBUNG AM ELISENBRUNNEN!

(Foto aus https://de.wikipedia.org/wiki/Elisenbrunnen)

Veranstalter:
Freie Linke Aachen, Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) und Aachener für eine menschliche Zukunft.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Kollege Udo Buchholz informiert für den BBU zum WELTWASSER-TAG und warnt: „Dem Grundwasser wird es zu warm!“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) hatten wir zum gestrigen WELTWASSER-TAG (http://ak-gewerkschafter.com/?s=wasser) seitens des Kollegen Udo Buchholz, dem Pressesprecher und Vorstandsmitglied des BBU (http://ak-gewerkschafter.com/?s=udo+buchholz+bbu), einen Beitrag mit dem Titel „Der BBU warnt zum Welt-Wassertag (22.3.22): „Dem Grundwasser wird es zu warm!“ zukommen lassen.

(Sybolfoto aus https://water.foundation/blog/2019/03/22/heute-ist-weltwassertag-fuer-eine-bessere-zukunft-mit-wasser/)

Wir haben diesen Beitrag nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Kollege Udo Buchholz informiert:

Der BBU warnt zum Welt-Wassertag (22.3.22):
„Dem Grundwasser wird es zu warm!“

(Bonn, Berlin,Freiburg, 21.03.2022) Anlässlich des diesjährigen
Welt-Wassertages am 22. März warnt der Bundesverband Bürgerinitiativen
Umweltschutz (BBU) vor der Erwärmung des Grundwassers. Die UNESCO hat
den diesjährigen Welt-Wassertag unter das Motto„Grundwasser – unser
unsichtbare Schatz“ gestellt.

Die Klimakrise mit immer neuen Hitzewellen führt dazu, dass Gebäude
vermehrt mit kühlem Grundwasser temperiert werden. Das erwärmte Wasser
wird nach der Gebäudekühlung wieder ins Grundwasser zurückgeleitet.
Der BBU macht darauf aufmerksam, dass dadurch die noch weitgehend
unbekannten Lebensgemeinschaften im Grundwasser verstärkt gefährdet
werden. Höhlenkrebse, kleine Asseln und weitere Grundwasserorganismen
sind nach der letzten Eiszeit ins Grundwasser eingewandert – und sind
deshalb an kühle Grundwasser-Temperaturen von 10 Grad und weniger
angepasst. Die zunehmenden Wärmeinleitungen lassen die Temperaturen
lokal jetzt schon ansteigen. Spätestens bei 14 Grad kippen die
Grundwasserökosysteme.

Auf der anderen Seite fördert der Wärmeeintrag das Bakterienwachstum
in den Grundwasserleitern. Das stellt wiederum die
Trinkwassergewinnung aus dem Grundwasser vor neue Herausforderungen:
Wenn zuerst das Grundwasser und dann das Trinkwasser zu warm werden,
muss die drohende Aufkeimung in den Wasserversorgungssystemen mit
chlorhaltigen Desinfektionsmitteln unterbunden werden. Die meisten
TrinkwasserkonsumentInnen wollen aber keine Chlorduftnote im
Trinkwasser. Der bundesweit aktive BBUmahnt deshalb anlässlich des
diesjährigen Welt-Wassertag‘s, dass vor der Nutzung desGrundwassers
für die Gebäudekühlung thermische und ökologische Qualitätsziele
formuliert werden müssen. Das wird umso wichtiger, weil die
Hitzewellen in Folge des Klimawandels bereits jetzt bis in den
Untergrund „durchschlagen“. Deshalb wird das Grundwasser flächig
wärmer. Wenn sich dann noch der anthropogene Wärmeeintrag durch die
Gebäudekühlung „oben draufsattelt“ kann das letztlich fatale Folgen
haben – sowohl für die Grundwasserlebensgemeinschaften als auch für
die Trinkwassergewinnung.

Hintergrundinformationen zum Tag des Wassers:

https://www.unesco.de/kultur-und-natur/wasser-und-ozeane/wasser

Weitere Informationen zum Thema Wasser:

http://regiowasser.ak-wasser.de

Engagement unterstützen

Zur Finanzierung seines vielfältigen Engagements bittet der BBU um
Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse
Bonn, IBAN: DE62370501980019002666, SWIFT-BIC: COLSDE33.

Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter

http://www.bbu-online.de und telefonisch unter 0228-214032. Die
Facebook-Adresse lautet www.facebook.com/BBU72
Postanschrift: BBU, Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn.

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen,
Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat
seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und
engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die
themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken.
Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche
Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen
die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für
umweltfreundliche Energiequellen

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Und wieder geben wir Euch exakt am heutigen Mittwoch (23.03.2022) unsere AK-TV-TIPPS für die kommende Zeit!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
pünktlich zur Wochenmitte präsentieren wir Euch heute als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) wieder unsere AK-TV-TIPPS  (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=ak-tv-tipps) für die kommenden Tage.
 

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Am  MONTAG, den 28. März 2022, ab  20.15 UHR, strahlt der TV-SENDER
 
 
der Dokumentation mit dem Titel
 
„FAMILIE DER ERDMÄNNCHEN“
 
aus.
 
Der Klick auf den nachstehenden Link blättert Euch die Programmvorschau zur Sendung auf.
 
 

Hier die Kurzbeschreibung der Sendung:

Für einige Erdmännchenwaisen beginnt ein völlig neues Leben. Sie wurden vor illegalem Wildtierhandel gerettet und in der Kalahari freigelassen. Allein sind sie Räubern hilflos ausgeliefert und können keine Jungen großziehen. Deshalb müssen sie begreifen, wie Teamarbeit funktioniert. Und zwar schnell. Dies ist die Geschichte einiger ganz besonderer Erdmännchen. Für sie beginnt ein völlig neues Leben. Sie wurden vor illegalem Wildtierhandel gerettet, aufgepäppelt und schließlich freigelassen. Vor ihnen liegt ein Weg voller Gefahren. Sie müssen lernen zu kooperieren, ihre Jungen großzuziehen und sich gegen wilde Artgenossen zu bewähren. Allein sind sie Räubern hilflos ausgeliefert. Deshalb müssen die einstigen Haustiere begreifen, wie Teamarbeit funktioniert. Und zwar schnell. Der Film folgt einigen ausgewilderten Waisen: ein zusammengewürfelter Haufen, der notgedrungen eine Gruppe bildet. Um in Freiheit zu überleben, müssen sie wie eine wilde Erdmännchenfamilie zusammenhalten. An deren Spitze steht immer ein erwachsenes Weibchen. Nur dieses paart sich mit dem ebenfalls ranghöchsten Männchen. Das Paar bildet mit seinen Jungen aus mehreren Würfen sowie mit rangniederen Schwestern und Brüdern eine Familie. Aufgaben wie die Jungenaufzucht und die Wache teilen sie sich. Ihren Namen haben die kleinen Raubtiere vom “Männchen machen“. So können sie weiter blicken. Stets stehen einige als Wachposten und warnen die anderen, sobald sie eine Gefahr erblicken. Dabei haben sie unterschiedliche Warnrufe – je nach Räuber und Entfernung. Für die ausgewilderten Erdmännchen ist vieles neu. Sie haben noch nie einen Waran gesehen, vor dessen Schwanzschlägen sie sich in Acht nehmen müssen, noch nie einem Skorpion den Giftstachel abgebissen, um ihn anschließend gefahrlos fressen zu können. Instinktiv machen die Neulinge vieles von Anfang an richtig, müssen anderes aber schmerzhaft lernen. Ein junges Männchen verlässt die Gruppe. Es sieht keine Chance, die Spitzenposition zu ergattern und sich fortzupflanzen. Also sucht er anderswo eine Partnerin – ein typisches Verhalten junger Erdmännchen. Doch er hat Pech: Der wilde Clan, dem er sich anschließen will, vertreibt ihn – er wird vom Abenteurer zum Ausgestoßenen. Das ranghöchste Weibchen in der Waisengruppe hat ebenfalls Probleme: Es muss einen ebenbürtigen Partner finden – ihre Begleiter sind ihr zu jung und unerfahren. Zwar wirbt ein wildes Männchen um sie, wird aber von den Gefährten des Weibchens nicht akzeptiert. Sie dulden keinen Konkurrenten. Eine andere ausgewilderte Familie – ein Paar mit zwei erwachsenen Töchtern – ist schon weiter. Das dominante Weibchen bringt fünf Junge zur Welt, der erste Wurf in Freiheit. Die Mutter beherrscht die Regeln perfekt, aber die Disziplin des Vaters lässt noch zu wünschen übrig. Er verlässt seinen Wachposten und bringt damit die ganze Familie in Gefahr. Zwar flüchten sie erfolgreich vor einem Kapfuchs, müssen aber befürchten, dass er wiederkommt. Ihnen steht ein riskanter Umzug bevor. Nun wird sich zeigen, ob sie ihre Lektionen gelernt haben und als wilde Erdmännchen ein erfolgreiches Leben in der Weite der Kalahari führen können.

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Am  DIENSTAG, den 29. März 2022, ab  20.15 UHR, strahlt der TV-SENDER
 
 
die Dokumentation mit dem Titel
 
„ATOMKRAFT DIE GRÜNE ZUKUNFT“
 
aus.
 
Der Klick auf den nachstehenden Link blättert Euch die Programmvorschau zur Sendung auf.
 
 

Hier die Kurzbeschreibung der Sendung:

Kernkraft stand lange – und steht nach wie vor – in der Kritik. Seit neuestem aber mehren sich die Stimmen, sie als „grüne“ Energiequelle in Betracht zu ziehen, die zur Rettung des Planeten beitragen könnte. Ihre geringen CO2-Emissionen würden sie zu einem unverzichtbaren Partner im Kampf gegen die Erderwärmung machen – so argumentiert zumindest die einflussreiche internationale Atomlobby gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Doch Nuklearenergie bringt auch viele Risiken mit sich: die Ableitung radioaktiver Stoffe in die Umwelt, den kostspieligen, umweltbelastenden KKW-Rückbau, Atommüll, der über Hunderttausende von Jahren gefährlich bleibt, und nicht zuletzt Störfälle und Katastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima.
Trotzdem ist die EU-Kommission im Begriff, die Kernenergie nun als nachhaltig einzustufen, ihr ein grünes Label geben und somit Investitionen in KKWs erleichtern. Aber ist Atomkraft wirklich eine „grüne“ Lösung? Europa ist heute in dieser Frage gespalten. Auf der einen Seite die Kernenergiebefürworter, allen voran Frankreich, das trotz aller Risiken die Laufzeit seiner bereits vorhandenen Reaktoren verlängern und sogar neue EPRs bauen will. Auf der anderen Seite die Länder, die den Atomausstieg planen, wie zum Beispiel Deutschland, das auf Beschluss von Angela Merkel 2011 seine letzten KKWs bis Ende 2022 abschalten wird, massiv in erneuerbare Energien investiert und damit zum Leader der Energiewende werden will. Für welche Energiequellen wir uns heute entscheiden, wird die Zukunft unserer Gesellschaft über mehrere Generationen prägen. Der Dokumentarfilm hinterfragt die „grüne“ Dimension der Kernkraft sowie die Wechselwirkungen zwischen Energiepolitik, Demokratie und Gemeinwohl.

Regie: Ghislaine Buffard

 

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Am  DONNERSTAG, den 31. März 2022, ab  2015 UHR, strahlt der TV-SENDER
 
 
die  Dokumentation mit dem Titel
 
„UNTER HOCHSPANNUNG – WIE SICHER SIND UNSERE STROMKEISE?“
 
aus.
 
Der Klick auf den nachstehenden Link blättert Euch die Programmvorschau zur Sendung auf.
 
 

Hier die Kurzbeschreibung der Sendung:

Schon 2022 gehen die letzten Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz, deren Energie dann fehlt. Wann die erste große Stromtrasse grünen Windstrom von der Küste im ganzen Land verteilen wird, ist noch unklar. Der Netzausbau ist umstritten. Brauchen wir ihn?

Atom- und Kohlestrom sorgen bisher für die Grundlast unseres Netzes, die immer verfügbar sein muss. Sie liegt derzeit in Deutschland zwischen 40 und 80 Gigawatt. Der Kohleausstieg bis 2038 ist beschlossene Sache. In Zukunft sollen zu einem Großteil Windkraftanlagen in Küstennähe diese Grundlast übernehmen. Die Produktion ist die eine Sache, der Transport die andere.

Zwei Hauptprobleme gilt es dabei technisch zu lösen: den Ausgleich der Energieschwankungen an windarmen Tagen und den Aufbau eines Gleichstromnetzes quer durch Deutschland. Denn das Wechselstromnetz, das bislang die elektrische Energie zu den Verbrauchern gebracht hat, ist für den Transport von Strom über mehr als 300 Kilometer Länge nicht geeignet – die Verluste und Kosten wären zu hoch.

Die Alternative zu überregionalen Stromtrassen: regenerative Energie regional produzieren und verbrauchen. Doch im Süden stehen bisher keine großen Windparks wie etwa im Norden zur Verfügung.

Stromtrassen-Gegner sind überzeugt, dass vor allem Photovoltaik die Lücke schließen kann. Selbst wenn dies rechnerisch möglich ist, fehlt jedoch auf lokaler Ebene im Stromverteilnetz die intelligente Anbindung neuer Stromquellen und Stromspeicher. Bei vielen Stadtwerken liegen die Informationen über die vielfältigen neuen Stromquellen aus Wind-, Sonne-, Wasserkraft, Biomasse oder Erdwärme noch nicht in digitaler Form vor – und steuern lassen sie sich schon gar nicht.

Sollte der Strom für die Grundlast, aber auch die Leistungsspitzen dauerhaft fehlen, droht der Blackout. Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Ohne umfassende Erneuerung der Stromnetze kann die Energiewende nicht gelingen.

Das Filmteam besucht unter anderem in Brauweiler bei Köln den Stromfrequenz-Wächter für das kontinentaleuropäische Verbundnetz mit seinen fast 500 Millionen Menschen und erklärt die technischen Grundlagen, die notwendig sind, damit überall jederzeit Strom verfügbar ist.

„WissenHoch2“ – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

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Wenn bei Euch Interesse an der einen oder anderen Sendung besteht, so bitten wir um Vormerkung, denn wir werden die Sendetermine auf unserer Homepage nicht wiederholen.
 
Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-
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Unser AK-Kollege Dr. Paul Michels präsentiert uns den Artikel des Werner Rügemer mit dem Titel „Ukraine – Kritik an den Thesen von Winfried Wolf „!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis- (AK-) Mitglied Dr. Paul Michels (http://ak-gewerkschafter.com/?s=dr.+paul+michels) hat uns einen Beitrag des Werner Rügemer zukommen lassen.

Rügemer ist als fähiger Kritiker des Kapitalismus bekannt.  Der hat ein Elaborat des Winfried Wolf auseinandergenommen.

Rügemeiers Beitrag ist betitelt mit „Ukraine – Kritik an den Thesen von Winfried Wolf „!

Wir haben diesen Beitrag nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Kollege Dr. Paul Michels informiert:

Wir sollten Gegenpositionen zur NATO und ihrer Führungsmacht USA entwickeln. Ohne Kritik an den Grundlagen der NATO und der Verbündeten ist das nicht möglich. Eine solche Kritik hat Werner Rügemer geschrieben, in dem er sich ein Elaborat Winfried Wolfs vorgenommen hat. Erfrischend, wie er eine Reihe der wichtigsten Grundthesen des Westens und Wolfs zerlegt. Am Ende dieses Beitrags dann der Hinweis auf  Wolfs umfängliche Stellungnahme in ihrer Gesamtheit.

Ukraine – Kritik an den Thesen von Winfried Wolf
von Werner Rügemer

Ich halte die Erklärung von Winfried Wolf für ein faktenwidriges, demagogisches, ja lügenhaftes Konstrukt. Dieses harte Urteil scheint mir gerechtfertigt, denn Winfried Wolf als promovierter Wissenschaftler, Ex- Bundestagsabgeordneter und jahrelanger Chefredakteur einer anspruchsvollen Zeitschrift verfügt über ein weit überdurchschnittlich hohes Potential, seine Aussagen einem Wahrheits-Check zu unterwerfen.

Diese harte kritische Beurteilung gilt allerdings nicht für alle Darstellungen, sondern für die entscheidende Diagnose im ersten Teil der Erklärung; der zweite Teil zur Vorgeschichte des Konflikts und der Verhältnisse in der Ukraine enthält viele wichtige und zutreffende Punkte. Dieser zweite Teil wird aber durch den ersten Teil entwertet. Die Erklärung hat zudem dieselbe Struktur wie die von Winfried Wolf mitinitiierte Erklärung „Zero Covid“: Zu Beginn wird die herrschende Pandemie- Diagnose der Bundesregierung, der EU usw. vollständig übernommen, dann folgen im 2. Teil hochkritische antikapitalistische Aussagen. So auch in der Erklärung zur Ukraine.

Einige Kritikpunkte zu Wolfs Diagnose des Ukraine-Konflikts:

1. „Die Ukraine ist ein souveräner Staat“

Die Ukraine ist kein souveräner Staat, sondern ist im Gegenteil mehrdimensional von ausländischen Akteuren abhängig:

die „Farben-Revolution“ von 2014/Maidan war ein typisch westlich mit- organisierter Umsturz: Westliche Subventionierung und Finanzierung von politischen Aktivisten, Journalisten, Gründung von Medien. Der dann installierte Ministerpräsident Jazeniuk und sein Umkreis waren jahrelang von der Privatstiftung des US-Milliardärs Soros, von der Kommunkationsabteilung der NATO usw. finanziert worden.

Hauptsponsor des jetzigen Präsidenten Selensky ist der Groß-Oligarch Igor Kolomoisky, der auch die Staatsbürgerschaft Zyperns und Israels hat und in Tel Aviv wohnt.

Aus dem Westen – insbes. USA, Kanada, Deutschland/München – kamen die dort seit 1945 staatlich geförderten NS-Kollaborateure nach 1990 schrittweise in die Ukraine zurück. Sie waren die bestorganisierten Kräfte des Maidan 2014. Sie bildeten danach in der Ukraine eigene militärische Formationen, die inzwischen teilweise in das reguläre ukrainische Militär integriert sind und Führungsfunktionen ausüben. Der führende NS- Komplize, Vorsitzender der Partei OUN, beteiligt an zahlreichen Judenmorden während des Weltkriegs, Bandera, agierte nach 1945 von München aus im Kontakt mit CIA, BND und MI6. Sein Grab auf dem Münchener Waldfriedhof ist seit Jahren eine Pilgerstätte der ukrainischen Nationalisten. Auch der langjährige ukrainische Botschafter in Deutschland, Melnyk, fand sich zum ehrenden Gedenken an Banderas Grab ein.

Die USA haben schon vor dem Maidan eine Allianz NATO-Ukraine aufgebaut. Solche Allianzen mit Nicht-Mitgliedern und „prinzipiell“ neutralen Staaten wurden von der NATO verstärkt aufgebaut, auch etwa mit der Schweiz und Österreich, aus denen dann Militärs an US- und NATO-Kriegen teilnehmen, so in Afghanistan. Seit dem Maidan sind die USA zudem mit Militärberatern in der Ukraine präsent, lieferten immer schwerere Waffen, auch Raketen, für die Beschießung der unabhängigen beiden Republiken im Donbas. Mit Zustimmung der USA und der EU haben die ukrainischen Regierungen das Minsker Abkommen verletzt und die vereinbarten Autonomien der beiden Donbas-Republiken verhindert, sie im Gegenteil militärisch bekämpft, mit ca. 14.000 Getöteten.

Die Weltbank vergab an die überschuldete und verarmte Ukraine Kredite, die zu diesen Konditionen keinem normalen Schuldner gewährt werden.

Ein großer Teil der besonders fruchtbaren, wichtigen und wertvollen Böden („Schwarzerde“) gehören insbesondere US-Agrarkonzernen, ebenfalls sind alle wichtigen US-Agrarausrüster wie Cargill in der Ukraine vertreten.

Die Ukraine ist auch deshalb kein souveräner Staat, weil er viele Millionen seiner Bürger nicht ernähren kann, sondern zur Emigration bzw. zur wiederholten migrantischen Arbeit in anderen Staaten zwingt. Etwa 1,5 Millionen Ukrainer arbeiten seit Jahren, teilweise als Pendler, in Niedriglohnsektoren Polens. Ukrainerinnen arbeiten als Niedriglohn- Prostituierte und -Privatpflegerinnen in Westeuropa, vermittelt vor allem durch polnische Agenturen. Etwa 3,3 Millionen sind nach Russland ausgewandert. Mit dem Ukraine-Konflikt zeigte sich, einzelnes Beispiel: Den Lkw-Speditionen in der EU, z.B. mit Sitz in Litauen, fehlen plötzlich etwa 50.000 Lkw-Fahrer: Ukrainer.

2. „Nach dem Staatssozialismus der Sowjetunion wurde in Russland ein neuer Kapitalismus eingerichtet. Er ist auch eine Ursache für die Aggressivität Putins.“

Wolf überspielt hier eine eigentlich weltbekannte, einfache Tatsache: Nach 1990 wurde mit massiver westlicher „Hilfe“ in Russland der Kapitalismus eingeführt, ein Oligarchen-Kapitalismus, wie standardmäßig auch in den meisten anderen ex-sozialistischen Staaten. Am bekanntesten ist der Oligarch Chodorkowski. Sie plünderten zusammen mit westlichen Investoren und auch mithilfe von Briefkastenfirmen in Finanzoasen die Volkswirtschaft aus, verarmten die Mehrheit der Bevölkerung. Die bekannte Führungsfigur war Jelzin: Mit Familienmitgliedern besaß er zahlreiche Schmiergeldkonten in der Schweiz, die westliche Berater einrichten halfen. Der Harvard-Ökonom Jeffrey Sachs gab „wissenschaftlichen“ Beistand. US-Präsident Clinton platzierte seine eigene Wahlkampftruppe in Moskau, um Jelzins zweiten Wahlkampf zu organisieren.

Dann aber kam der Bruch: Dieser korruptive Ausverkauf wurde durch Putin beendet, auch wenn er wegen deren wirtschaftlicher Machtstellung nicht alle Oligarchen loswerden konnte. Der Kapitalismus blieb, aber der wesentliche Bruch war: Putin stoppte den Ausverkauf. Gerade deshalb wird er seitdem immer mehr als Feind, Diktator, Irrationaler, Machtbesessener angeprangert.

3. „Russland wird autoritär regiert“

Das kann sein. Es gibt viele Varianten autoritären Regierens. Auch das korrupte Zwei-Parteiensystem der USA mit dem „tiefen Staat“ ist eine bekannte Variante autoritären Regierens. Auch die EU ist eine autoritäre Variante, die ausdrücklich prioritär die Interessen von

Privatunternehmen vertritt, während das Parlament keine Haushaltshoheit hat und keine Regierung wählen darf. Die Golf-Staaten sind eine andere Variante. Die EU-Oligarchen-Staaten Ungarn, Polen, Litauen, Tschechien usw. werden autoritär regiert. Auch die Pandemie-Politik in Deutschland, die für Wolfs „Zero-Covid“-Erklärung aber noch nicht autoritär genug ist (weil z.B. die Unternehmen nicht geschlossen werden), ist eine Variante autoritären Regierens.

Davon abgesehen, wäre in bestimmten existenziellen Fragen das autoritäre Auftreten demokratischer Staaten etwa gegen die systemische Groß- Steuerflucht der Superreichen und Großkonzerne, beim Verbot der Nutzung von Finanzoasen, bei der Bestrafung der Nichtbezahlung des Mindestlohns, beim Verbot rechtsradikaler bis neofaschistischer Bewegungen usw. sehr sinnvoll.

Auch Jelzin war autoritär, zudem besoffen und korrupt – aber diese Form des autoritären Regierens war offensichtlich (für den US-geführten) Westen gut.

Insofern ist die Charakterisierung Putins als autoritär, selbst wenn sie irgendwie zutrifft, erstens kein wesentliches Unterscheidungsmerkmal und zweitens hier vor allem keine Erklärung für das Verhalten gegenüber der Ukraine.

4. „Putin = irrational, der Westen = rational“

Wolf bezeichnet Putin als „irrational“, den US-geführten Westen dagegen als „rational“. Natürlich ist das wirtschaftliche, politische, militärische, geheimdienstliche, mediale Vorgehen der USA in vieler, formaler Hinsicht rational, sehr rational. Z.B. haben die bekannten privaten US-Elite- Universitäten wie Stanford, Yale, Johns Hopkins und Harvard hochprofessionelle, rationale Methoden des Regierens, auch des gewinnbringenden privaten Investierens, des Schwächens und Bekämpfens und Vernichtens von Feinden entwickelt. Auch so wurden die USA zur „einzigen Supermacht“ auf- und ausgebaut.

Zu dieser „Rationalität“ gehören aber bekanntlich die tiefe Verarmung, Erkrankung und Verdummung der Mehrheit der eigenen US-Bevölkerung, die Aufrechterhaltung von Rassismus, völkerrechtswidrige Kriege, Regime Changes, Einsetzung von Diktatoren, Failed States usw.

5. „Putin droht mit Atomkrieg“

Selbst der in den ARD-Extras zur Ukraine mehrfach interviewte Militärexperte der Bundeswehrhochschule München, Prof. Casals, bezeichnet die von Putin charakterisierte Sicherheitsstufe als die 2. in einer Vierer-Skala.

6. „Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine verursacht eine weltweite Aufrüstung“

Nein, die Aufrüstung begann mit der Gründungslüge der NATO 1949 – gut, das können wir „vergessen“. Aber seit 1990 expandiert die NATO in Richtung Russland, obwohl die Gründungs-Begründung weggefallen ist („kommunistische Gefahr“). Zudem wurden in Richtung Russland mehr als ein Dutzend neue Staaten a) in die NATO aufgenommen, b) mit zusätzlichen US-Militärstützpunkten versehen (Polen, Litauen, Rumänien, Kosovo und mit Offensivwaffen (Kurzstrecken-Raketen) ausgestattet; c) bildeten die USA mit den besonders rechtsradikalen und regional Russland-nahen Staaten Kroatien, Ungarn, Polen, Litauen, Lettland, Estland die besonders aggressive „Ost-NATO“.

Seit Obama, von Trump und Biden forciert, verlangen die USA die zusätzliche Aufrüstung mit der 2 Prozent-Forderung. Seit einigen Jahren werden jährlich mit nach Europa zusätzlich verlegten US-Truppen an der Grenze zu Russland die „Defender“-Manöver durchgeführt. Wie im SIPRI-Bericht vom März 2022 ausgeführt: von 2015 bis 2020 hat keine Region der Erde die Waffenimporte (aus den USA) so gesteigert wie die EU.

Werner Rügemer
Köln, 14.03.2022

Hier zum Text von Winfried Wolf: https://www.freidenker.org/fw17/wp-content/uploads/2022/03/20220307-Winfried-Wolf-Thesenpapier-zu-Ukraine-Russland.pdf

https://www.freidenker.org/?p=12484
18.03.2021

Dr. Paul Michels

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Kollege Heinz-J. Kaltenbach informiert über die aktuellen Proteste in Spanien!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unsere Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis- (AK-) Mitglied Heinz-J. Kaltenbach (http://ak-gewerkschafter.com/?s=kaltenbach) macht auf die momentane Situation in Spanien (http://ak-gewerkschafter.com/?s=spanien) mit nachstehenden Beiträgen aufmerksam. Wir sagen dem Heinz ein herzliches Dankeschön dafür.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Kollege Heinz-J. Kaltenbach informiert:

MADRID/PAMPLONA Das VW-Werk im nordspanischen Pamplona hat wegen Protesten von Lastwagenfahrern gegen hohe Dieselpreise die Produktion ausgesetzt. „Es fehlen Zulieferteile. Die Maßnahme gilt für einen Tag und bedeutet, dass 1438 Fahrzeuge nicht hergestellt werden können“, sagte ein Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. In dem Werk in der Provinz Navarra werden die Typen Polo, T-Cross und Taigo produziert. Auch andere Industriebetriebe und Teile
des Baugewerbes in Spanien mussten Medieninformationen zufolge ihre Tätigkeit wegen fehlender Zulieferungen einschränken. Zudem war die Belieferung mit frischen Lebensmitteln teilweise beeinträchtigt. Zu den vor einer Woche begonnenen Protesten hat eine Plattform von Warentransporteuren aufgerufen. (dpa) vom 22.03.2022

Protest in Madrid : Spaniens Landbevölkerung geht auf die Straße

Spanische Bauern und Tierzüchter fühlen sich von der Regierung in Madrid vernachlässigt. Auch Lastwagenfahrer protestieren und fordern Nothilfe.

In Spanien wächst die Unzufriedenheit. Am Sonntag demons­trierten mehr als 100.000 Menschen im Zentrum von Madrid gegen die Vernachlässigung der ländlichen Regionen. Nach Angaben der Veranstalter ka­­men knapp 400.000 Menschen mit gut 1500 Bussen und zahlreichen Sonderzügen aus dem ganzen Land in die Hauptstadt, die Behörden sprachen von gut 100.000 Demonstranten.

Bau­ern, Tierzüchter, Fischer, Jäger und andere landwirtschaftliche Organisationen hatten sich dem Aufruf „Der ländliche Raum wacht auf“ angeschlossen und zogen mit orange-farbenen Kappen und Westen bekleidet vom Landwirtschaftsministerium neben dem Atocha-Bahnhof über den Castel­lana-Boulevard zum Umwelt- und Klimaschutzministerium. Einige hatten Jagdhunde und Esel dabei. Mehr als 40 Traktoren und Pferdekutschen be­gleiteten den Zug, der den Verkehr im Zentrum der Stadt zeitweise zum Erliegen brachte.

Mehr dazu nach dem Klick auf den hier stehenden Link.

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/spaniens-landbevoelkerung-protestiert-in-madrid-17892632.html !

Heinz-J. Kaltenbach

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Liebe Kolleginnen und Kollegen in der Pharmaindustrie, Ihr werdet in der Tarifrunde 2022 alle verarscht!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist unfassbar aber wahr, wie wir es als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) Feststellen müssen.

Die IGBCE ist vor der Pharmaindustrie als SOZIALPARTNER (http://ak-gewerkschafter.com/?s=sozialpartnerschaft) in die Knie gegangen. Ausgerechnet die Pharmanindustrie, die im Rahmen der CORONA-HYSTERIE (http://ak-gewerkschafter.com/?s=corona) MILLIARDENUMSÄTZE gemacht hat, beruift sich jetzt auf den sogenannten Ukraine-Krieg und will Lohnabschlüsse lediglich als Teilabschlüsse.

Und der stellvertretende IG BCE-Vorsitzende Ralf Sikorski

(Foto aus Youtube)

klatscht dazu mit folgenden Worten Beifall: „Wir haben aktuell durch das Wirken von Herrn Putin in der Ukraine Inflationsraten, deren Realitätssinn geprüft werden
muss.“ 

Wer es nicht glauben mag, der lese die nachstehende dpa-Kurzmeldung vom heutigen Tage (22.03.2022) dazu.

HANNOVER Bei den schwierigen Tarifgesprächen für die Chemie- und Pharmaindustrie zeichnet sich wegen der ungewöhnlich starken Inflation und des Krieges in der Ukraine vorerst womöglich nur ein Teilabschluss ab. Die Verhandlungsführer der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber deuteten am Montag zum Start der ersten bundesweiten
Runde in Hannover eine entsprechende „Brückenlösung“ an. Der Vizechef der Gewerkschaft IG BCE, Ralf Sikorski, sagte: „Wir haben aktuell durch das Wirken von Herrn Putin in der Ukraine Inflationsraten, deren Realitätssinn geprüft werden
muss.“ Ursprünglich hatte die Gewerkschaft einen Lohnabschluss oberhalb der Teuerung verlangt –die Unternehmen verwiesen zuletzt aber auf gestiegene Kosten. Ein Teil der Entgelt-Erhöhungen müsse real kommen, „und zwar jetzt“, so der IG-BCE-Vertreter. (dpa)

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Das bedarf aus unserer Sicht nur eines Kommentars:

Liebe Kolleginnen und Kollegen in der Pharmaindustrie, Ihr werdet in der Tarifrunde 2022 alle verarscht!

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Am heutigen Tage gehen die Streiks des Sicherheitspersonals an den  Flughäfen in Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt und Leipzig weiter.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie wir mehrfach als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) berichteten, ist der Tarfikampf im Bereich der Sicherheitsdienste an den deutschen Fluighäfen im vollen Gange, wie Ihr es durch das Anklicken der nachstehendern Links aufrufen und nachlesen könnt.

> http://ak-gewerkschafter.com/am-24-02-2022-streikte-das-sicherheitspersonal-am-koeln-bonn-airport-fuer-bessere-tarifentgelte/ !

> http://ak-gewerkschafter.com/auch-am-duesseldorf-airport-streikt-heute-das-sicherheitspersonal-fuer-bessere-tarifentgelte/  !

> http://ak-gewerkschafter.com/beim-luftsicherheitsgewerbe-wurde-noch-keine-tarifeinigung-erzielt-weitere-streiks-an-den-deutschen-airports-sind-jetzt-nicht-mehr-auszuschliessen-wie-die-gewerkschaft-ver-di-mitgeteilt-hat/ !

Am heutigen Tage gehen die Streiks des Sicherheitspersonals an den  Flughäfen in Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt und Leipzig weiter.

Dazu teilt die Gewerkschaft Ver.di mit:

Luftsicherheitskräfte: Warnstreiks in der Frachtkontrolle an mehreren Flughäfen am Dienstag

21.03.2022

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft an mehreren Flughäfen Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, die im Bereich der Personal- und Warenkontrolle sowie der Frachtkontrolle tätig sind, zu ganztägigen Warnstreiks am Dienstag, dem 22. März 2022, auf. In diesen Bereichen gestreikt wird an den Flughäfen in Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt und Leipzig. An den Flughäfen wurden für Dienstag, den 22. März 2022, auch bereits die Beschäftigten, die im Bereich der Fluggastkontrolle tätig sind, zu Warnstreiks aufgerufen.

Am Flughafen Frankfurt wird der Streik der Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich, die in der Frachtkontrolle tätig sind, am Dienstag, dem 22. März, um 6:00 Uhr beginnen und am Mittwoch, dem 23. März, um 6:00 Uhr enden. Am Flughafen Leipzig wird der Streik der Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich, die u.a. in der Personal- und Warenkontrolle sowie der Frachtkontrolle tätig sind, am Montag, dem 21. März, um 22:00 Uhr beginnen und am Dienstag, dem 22. März, um 22:00 Uhr enden. An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn werden Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, die u.a. in der Personal- und Warenkontrolle, dem Rollstuhlservice sowie der Frachtkontrolle tätig sind, am Dienstag, dem 22. März, ab 4:00 in den Streik treten und diesem um 24:00 Uhr wieder beenden.

In den bisher vier Verhandlungsrunden zur Erhöhung der Entgelte für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen konnte keine Einigung erzielt werden. ver.di verhandelt bundesweit für etwa 25.000 Branchenbeschäftigte mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Die Arbeitgeber hatten zuletzt zwar ein neues Angebot unterbreitet, das aber nur für die oberen Entgeltgruppen erhöht wurde. Gerade in den Entgeltgruppen mit weniger als 13 Euro Stundenlohn ist es beim bisherigen Angebot von 38 Cent mehr pro Stunde geblieben. Insgesamt ist auch dieses Angebot unzureichend, da es die Preisentwicklung nicht aufgreift und Nullmonate vorsieht. In der Tarifauseinandersetzung fanden bereits in der vergangenen Woche Warnstreiks an mehreren Flughäfen statt. „Wir sind in den Verhandlungen bei der Angleichung der regionalen Löhne und der Angleichung Ost an West weitergekommen. Aber bei der Lohnerhöhung sind die Arbeitgeber mit ihrem Angebot weit unter der Forderung der Beschäftigten geblieben. Außerdem wollen die Arbeitgeber Nullmonate durchsetzen“, kritisierte ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper. „Die Arbeitgeber haben es versäumt, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, das die Preisentwicklung aufgreift und dafür sorgt, dass die Arbeit für qualifizierte Fachkräfte im Luftsicherheitsbereich attraktiv bleibt.“ Dies sei auch vor dem Hintergrund des Booms beim Luftfrachtverkehr kurzsichtig.

Die Luftsicherheitskräfte in ver.di fordern eine Lohnerhöhung von mindestens einem Euro pro Stunde bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus soll in der Tarifrunde der Lohn für die Luftsicherheitskräfte Fracht und Personen/Warenkontrolle mit behördlicher Prüfung auf die Lohnhöhe der Luftsicherheitsassistenten (Fluggastkontrolle) nach dem Grundsatz gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit angehoben werden. Für die Luftsicherheitskräfte in der Bordkartenkontrolle, in der Sicherung von sicherheitsempfindlichen Bereichen, in der Flugzeugbewachung u.a. mit Qualifizierung und bestandener Prüfung sowie in der Dokumentenkontrolle solle bundesweit das gleiche Stundenentgelt (Gleicher Lohn für gleiche Arbeit) gezahlt werden. Bisher würden diese Beschäftigten regional unterschiedlich bezahlt. Jetzt müsse das Stundenentgelt auf das höchste Entgeltniveau angeglichen werden. Auch die niedrigere Bezahlung von Sicherheitskräften beim Berufseinstieg von bis zu 24 Monaten solle abgeschafft werden. Eine solche Regelung sei angesichts des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften nicht mehr zeitgemäß.

Die Tarifverhandlungen werden am 24. März 2022 in Frankfurt fortgesetzt.

Es ist aus unserer AK-Sicht den Arbeitgebern anzuraten, ein vernünftiges Tarifangebot zu machen, denn sonst kommt es mit Sicherheit zum Dauerstreik!

Für den AK Manni Engelhardt – Koordinator-

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Und wieder einmal ist der Stellenkahlschlag bei der Firma DALLI in die Schlagzeilen geraten!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) haben wir mehrfach über die Situation bei der Firma DALLI und über den STELLENABAU imAllgemeinen  berichtet, wie Ihr es durch das Anklicken des nachstehenden Links aufrufen könnt.

> http://ak-gewerkschafter.com/?s=dalli !

> http://ak-gewerkschafter.com/?s=stellenabbau !

Nunmehr ist den Medien zu entnehmen, dass DALLI sich massiv verkleinern will.

Sortiment verkleinert: Beliebter Drogerieartikel-Hersteller ergreift harte Maßnahmen

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Heute veröffentlichen wir den 11. ordentlichen NEWSLETTER 2022 des Kollegen Harald Thomé auf unserer Homepage für Euch!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

soeben hat uns als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) der 11. ordentliche NEWSLETTER  des Kollegen Harald Thomé (http://ak-gewerkschafter.com/?s=harald+thom%C3%A9) erreicht.

  (Foto: Regine Blazevic)     

Wir haben diesen NEWSLETTER zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme und Bedienung auf unsere Homepage gepostet und in den Kategorien „HARTZ IV“ (http://ak-gewerkschafter.com/category/hartz-iv/) und „SOZIALPOLITIK“ (http://ak-gewerkschafter.com/category/sozialpolitik/) archiviert.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Thomé – Newsletter 11/2022 vom 20.03.2022

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

mein heutiger Newsletter zu folgenden Themen: 

1. Vom Sanktionsmoratorium zum Sanktionsmoratömchen
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Im Koalitionsvertrag hieß es noch: „wir setzen alle Sanktionen für ein Jahr aus“. Daraus wurde dann im Endeffekt ein „Moratömchen“, welches ab dem 1. des Monats nach Verkündung, also vermutlich ab 1. Mai, bis Ende Dezember 2022 dann gelten soll. Also statt den zuerst angekündigten 12 Monaten dann lediglich sieben Monate gelten soll.

Im verabschiedeten Regierungsentwurf heißt es jetzt: nur die Sanktionen nach § 31a SGB II werden ausgesetzt. Das heißt: die „Meldeversäumnisse“, also die Sanktionen nach § 32 SGB II, werden weiterhin sanktioniert. Diese Meldeversäumnisse machen aber ca. 70 % aller Sanktionen aus.

Zudem besteht die Gefahr, dass die sog. Pflichtverletzungen, also die Sanktionen nach § 31a SGB II, die jetzt im Rahmen des Moratoriums nicht sanktioniert werden dürfen, nachträglich noch sanktioniert werden. Denn nach § 31b Abs. 1 S. 5 SGB II ist bis zu sechs Monate nach dem sog. Pflichtversäumnis noch eine Sanktion möglich. Es besteht somit die ernste Gefahr, dass das schönklingende Sanktionsmoratorium ab Jan. 2023 mit nachträglich durchgeführten Sanktionen durch die Jobcenter ausgehöhlt werden.

Soviel zum Thema „MEHR FORTSCHRITT WAGEN“ durch die Ampel. Bürgergeld bleibt Hartz IV, solange nicht bedarfsdeckende Regelleistungen gezahlt und die Sanktionen abgeschafft werden! Hier nun der verabschiedete Gesetzestext: https://t1p.de/kk1l2

2. Sozialschutzregelungen in § 67 SGB II und § 141 SGB XII auf BWZ bis Dez. 2022 verlängert
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Die Regeln der vereinfachten Antragstellung (Sozialschutzpaket) wurden auf bis Ende Dez. 2022 verlängert. Im Kern bedeutet das, dass die Vermögensprüfung für BWZ’s, die bis Dez. 2022 beginnen ausgesetzt ist und die Angemessenheitsfiktion, insofern sie denn von den Jobcentern/Sozialämtern überhaupt angewendet werden, bei Bewilligungszeiträumen, die bis Dez. 2022 beginnen, weiter angewandt wird. Infos zur Angemessenheitsfiktion: https://t1p.de/4quy6 S. 48.
Gesetzestext: https://www.buzer.de/gesetz/15264/index.htm

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PLUS e. V. sucht eine*n

Sozialarbeiter*in (w/m/d), Psycholog*in (w/m/d)

ab Mai 2022 in Mannheim

für die Beratung von lsbttiq+ Geflüchteten und Projektarbeit

Bei uns erwarten Sie ein offen queeres und unterstützendes Team, eine abwechslungsreiche Arbeit mit Gestaltungsfreiraum sowie Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung. 

Wir suchen eine*n Mitarbeiter*in mit Abschluss in Sozialer Arbeit, Psychologie o.Ä., guten Englischkenntnissen und Erfahrung in psychosozialer Beratung & lsbttiq+-bezogener Lebensweltkompetenz.

Weitere Informationen unter:

https://plus-mannheim.de/images/Stellenausschreibung-Mitarbeit_Geflchtetenarbeit_2022.pdf 

3. Hinweise BMI zu Aufenthaltserlaubnis § 24 Ukraine
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Das BMI hat in einem Schreiben vom 14. März 2022 wichtige Hinweise zur Umsetzung des vorübergehenden Schutzes für Geflüchtete aus der Ukraine gegeben. Hier nun eine Zusammenfassung des Schreibens und das Schreiben selbst auf der Seite der GGUA: https://t1p.de/ah0o

4. Stefan Sell: Energiearmut: Wenn sogar Jobcenter in Berlin Alarm schlagen und dringenden Handlungsbedarf sehen
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Stefan Sell widmet sich in seinem wie immer lesenswertem Blog der Energiearmut und den daraus resultierenden Folgen und der Frage das da dringend etwas getan werden muss. Mehr dazu: https://t1p.de/uy38z

5. Neue Weisung zum Vereinfachten Verfahren aus Anlass der Covid-Pandemie / Weisung zu § 67 SGB II
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Die BA hat eine neue Weisung zu § 67 SGB II herausgegeben. Diese beinhaltet im Wesentlichen: Geltungsdauer bis Dez. 22. Der Vordruck „Vereinfachter Antrag“ (VA) wird zukünftig nicht mehr zur Verfügung gestellt. Der stattdessen im Internet und Intranet zur Verfügung stehende Antragsvordruck „Hauptantrag Arbeitslosengeld II“ (HA) berücksichtigt die Regelungen des § 67 Absatz 2 bis 4 SGB II. Die Weisung gibt es hier zum Download: https://t1p.de/buca

6. Unterbringung von Ukraine und sonstigen Flüchtlingen in SGB II/SGB XII – Haushalten
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Immer wieder kommen bei uns Fragen an, welche sozialrechtlichen Folgen die Aufnahme von Geflüchteten in den Haushalt haben. Es ist die Benutzung der Plattform, https://www.unterkunft-ukraine.de/ zu empfehlen
1. Bei Aufnahmen oberhalb von 6 – 8 Wochen bedarf es einer Zustimmung des Vermieters, diese sollte möglichst eingeholt werden.
2. Die vorübergehende Aufnahme von Geflüchteten unterhalb der 6 – 8 Wochen muss von Beziehende von SGB II/SGB XII-Leistungen nicht den Jobcentern/Sozialämtern gemeldet werden. Die Meldepflicht beginnt, wenn eine wesentliche Änderung stattfindet und die Geflüchteten länger als diese 6 – 8 Wochen verbleiben. In diesem Fall wird dann die Miete kopfanteilig auf die Anzahl der Personen im Haushalt aufgeteilt.

3. Die Geflüchteten haben selbst Sozialleistungsansprüche, wenn sie ihren Lebensunterhalt aus Einkommen und Vermögen nicht sicherstellen können. Diese sollten beim örtlich zuständigen Sozialamt geltend gemacht werden.
4. Die Geflüchteten müssen sich spätestens nach 90 Tagen polizeilich in der Wohnung anmelden.   
5. Keinesfalls darf das Jobcenter / Sozialamt aus der Aufnahme von Geflüchteten eine Bedarfsgemeinschaft bzw. Haushaltsgemeinschaft machen und in der Folge die Regelleistungen bzw. etwaig den Mehrbedarf für Alleinerziehung der aufnehmenden Personen kürzen. Dies wäre erst dann möglich, wenn es sich um eine auf die Dauer ausgelegte Beziehung handelt, von nicht unter einem Jahr des Zusammenlebens.

Ich empfehle, den Sozialbehörden von vorneherein Mitteilung zu machen. Wenn es dann Probleme gibt/geben sollte, rate ich dazu, eine Beratungsstelle, ggf. sogar einen Anwalt oder eine Anwältin aufzusuchen

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Fortbildung: Sozial- und Aufenthaltsrecht im § 24 AufenthG

Sie sind BeraterIn im Kontext von Migration und benötigen mehr Wissen im Sozial-, Asyl- oder Aufenthaltsrecht? Auf meiner Homepage www.sozialundpraxisnah.de biete ich Ihnen u.a. Seminare zur Beratung von Alleinerziehenden oder Wohnungslosen und aus aktuellem Anlass ab sofort ein Kompaktseminar zur Beratung von Geflüchteten aus der Ukraine. Sie haben Interesse? Dann kontaktieren Sie mich! sozialundpraxisnah@gmail.com

Stephan Wolf, Referent

7. Nächste SGB II – Grundlagenseminare
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In dieser zweitägigen Fortbildung wird ein grundlegender Durch- und Überblick über das SGB II mit dem Schwerpunkt des Leistungsrechts gegeben. Die Teilnehmenden werden danach einen fundierten und systematischen Überblick, mit kritischem Blick auf die Details haben. Es werden dabei Möglichkeiten von parteiischer Beratung und Gegenwehr und Möglichkeiten der Durchsetzung der Rechte der Ratsuchenden aufgezeigt. Diese biete ich zu folgenden Terminen als Online-Seminar an.

–  30./31. Mai 2022     als Online-Seminar
–  14./15. Juni 2022    als Online-Seminar
–  21./22. Juli 2022     als Online-Seminar
–  08./09. Aug. 2022   als Online-Seminar

Ausschreibung und Anmeldung: https://t1p.de/chgq

Den kompletten NEWSLETTER inklusive Impressum könnt Ihr durch den Klick auf den nachstehenden Link aufrufen.

> https://www.tacheles-sozialhilfe.de/newsticker/thome-newsletter-12-2022-vom-20-03-2022.html !

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Kollege Laurenz Nurk hat uns einen weiteren NEWSLETTER des GEWERKSCHAFTSFORUMS zukommen lassen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) haben wir einen weiteren aktuellen NEWSLETTER aus 2022 des Kollegen Laurenz Nurk (http://ak-gewerkschafter.com/?s=laurenz+nurk) vom GEWERKSCHAFTSFORUM erhalten.

Wir haben selbigen nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet und in der Kategorie „GEWERKSCHAFTSARBEIT“(http://ak-gewerkschafter.com/category/gewerkschaftsarbeit/) archiviert.

Dem Kollegen Nurk gebührt wieder ein herzliches Dankeschön für seine ehrenamtliche Arbeit.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Ein Forum für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die etwas zu sagen haben

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten euch auf neue Artikel auf https://gewerkschaftsforum.de/ aufmerksam machen:

Sein Traum war eine vereinigte Linke

Von Georg Fülberth

Als die DDR unterging, befand Oskar Lafontaine in einer Talkshow, sie sei ein Experiment gewesen, in dem sich erwies, dass der Weg, der mit ihr beschritten wurde, nicht zum Erfolg führen konnte. Dabei berief er sich ausdrücklich auf seine Erfahrungen als studierter Physiker: In diesem Fach stellt man aufgrund empirischer Beobachtungen theoretisch begründete Hypothesen auf und testet sie dann. Sind die Annahmen falsifiziert, wird man das Experiment nicht endlos wiederholen.

Neben dem kommunistischen Großversuch gab es aber noch einen anderen: den sozialdemokratischen. Dem hing Oskar Lafontaine an: demokratisch-sozialistische Veränderung der Gesellschaft. Hierfür war die SPD zuständig, und zwar sie allein. Seit Kurt Schumacher erhob sie den Anspruch, dass sie das ganze politische Spektrum links von den Konservativen abdecke. Das Godesberger Programm von 1959 war – so verstanden – keine Abweichung, im Gegenteil: die soziale Basis der Sozialdemokratie sei zu erweitern. Künftig sollte nicht mehr ausschließlich die Arbeiterklasse Trägerin ihrer Mission sein, sondern alle nichtkapitalistischen Schichten waren einzubeziehen.

In diese Tradition wuchs der junge Oskar Lafontaine hinein.  weiterlesen →

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Internationales Investitionsrecht in Krisenzeiten: Wirtschaftsabkommen und Schiedsgerichte können demokratische Rechte aushebeln und Staaten zu Schadensersatz heranziehen – auch im Fall „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“

In den vergangenen Monaten haben Konzerne, Investoren und findige Rechtsanwälte die Verträge mit einzelnen Staaten noch einmal genauer angeschaut. Einige Kanzleien haben das schon kurz nach dem ersten Lockdown zu Beginn der Corona-Pandemie getan. Sie dachten damals schon über mögliche Konzernklagen gegen staatliche Notfall-Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und der entsprechenden wirtschaftlichen Folgen und bastelten daran, welche Maßnahmen der Regierungen in den Geltungsbereich internationaler Investitionsabkommen fallen und zu einer Flut von teuren Schadenersatzklagen gegen Regierungen vor privaten Schiedsgerichten führen können.

Ihnen spielt in die Hände, dass im Investitionsrecht unter bestimmten Umständen nicht nur tatsächlich investierte Beträge schadensersatzpflichtig, wie die tatsächlichen Kosten des Investors sind, sondern auch entgangene Gewinne in der Zukunft. Im Gegensatz zum Investitionsrecht sehen andere Rechtssysteme in der Regel keinen Schadensersatz für völlig hypothetisch entgangene zukünftige Gewinne vor, deshalb sind die Schiedssprüche im Streit zwischen Investoren und Staaten für die Unternehmen in jedem Fall lukrativer, weil im Ergebnis der Schadensersatz viel höher ist, als bei Entscheidungen ordentlicher Gerichte.

Die Corona-Pandemie könnte nun eine Klagewelle auslösen, weil den Regierungen unterstellt wird, dass sie auf Covid-19 mit einer Reihe von Maßnahmen, wie Reisebeschränkungen, Einschränkungen der Geschäftstätigkeit und Steuervorteile reagiert haben, die sich negativ auf die Unternehmen auswirkten, weil sie die Rentabilität verringerten, den Produktionsablauf verzögerten oder die Betriebe nicht mit staatlichen Leistungen bedacht wurden.

Aber auch nach der erfolgreichen Volksabstimmung in Berlin, dort sprachen sich über 56 Prozent der Berliner für die Ziele der Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ aus, könnten im Vorfeld von konkreten Maßnahmen Investoren der Deutsche Wohnen Schadensersatz fordern und ein Schiedsgericht anrufen.  weiterlesen →

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Digitale Gesundheit: Vom Arztgeheimnis zum Anschluss aller an das „Internet der Körper“

Von Andreas Heyer

Die Agenda der Digitalisierung des Gesundheitswesens kommt unscheinbar und technokratisch daher. Doch was danach klingt, als sollten nur Faxe und Karteikästen durch moderne Kommunikations- und Speichertechnologie ersetzt werden, soll uns in eine Zukunft führen, in der Privatunternehmen und Behörden aus ganz Europa auf unsere Gesundheits- und Genomdaten zugreifen können und unsere digitale Patientenakte vielleicht bald der Passierschein für Reisen und Teilnahme am öffentlichen Leben wird

Mit der Virusbekämpfung als Begründung und mit dem Versprechen, dass IT-Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit sei, wurde die Digitalisierung des Gesundheitswesens in den vergangenen zwei Jahren stark vorangetrieben. Das Sammeln, Speichern und Verarbeiten sensibler Gesundheitsdaten durch den Staat und private Konzerne wurde als erstrebenswertes Ziel ausgegeben, das mit Nachdruck verfolgt wird.  weiterlesen →

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Informationsstelle Militarisierung (IMI): Sonderseite Ukraine-Krieg

„Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. arbeitet seit 1996 in einem breiten Spektrum friedenspolitischer Themen mit einem starken Fokus auf Deutschland und seine Rolle in der Welt.

Als gemeinnütziger Verein ist es unser Ziel mit unseren Analysen und Informationen einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Wir verstehen uns dabei als ein Mittler zwischen der Friedensbewegung und der wissenschaftlichen Bearbeitung von Konflikten und Konfliktkonstellationen durch die Wissenschaft.

Die Informationsstelle gibt die Internet-Zeitschrift IMI-List heraus, die wichtige Ereignisse zeitnah kommentiert und auf aktuelle Texte und Informationen verweist. “

Aktuell ist eine Sonderseite zum Krieg in der Ukraine erschienen:  weiterlesen →

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Der Koalitionsvertrag der Ampelkoalition: Höherer Mindestlohn, aber Ausweitung der Minijobs – kann der Niedriglohnsektor dadurch reduziert werden?

Von Franziska Wiethold

In Deutschland arbeiten ca. 21% aller abhängig Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Er umfasst Beschäftigte, deren Stundenlöhne nur bis zu 2/3 des Median-Stundenlohns betragen. Dieser Median-Stundenlohn betrug 2021 18,41 €, die Niedriglohnschwelle lag also bei 12,27 € (destatis Dezember 2021). Selbst Vollzeitbeschäftigte kamen damit bei einer 38-Stunden-Woche nur auf ein Bruttomonatsentgelt von 2027 €. Dieser Niedriglohnsektor wurde in den letzten Jahren trotz guter Arbeitsmarktentwicklung, steigender Realeinkommen und sinkender Arbeitslosigkeit nur wenig reduziert. Er erreichte 2011 den Höchststand mit 24,1% aller Beschäftigten, stagnierte bis 2017 bei ca. 23% (IAQ Report 05-2020) und sank bis 2021 auf 21%.

Die Ampelkoalition will dies ändern: „Leistung muss anerkannt und Arbeit gerecht bezahlt werden. Darum werden wir den Mindestlohn auf 12 € anheben und uns für Entgeltgleichheit von Frauen und Männern einsetzen.“ (Koalitionsvertrag 2021-2025, S. 6). Die SPD – unterstützt durch Bündnis 90/die Grünen – konnte also ihr „Leuchtturmprojekt“ aus dem Bundestagswahlkampf trotz FDP-Regierungsbeteiligung durchsetzen.

Das ist ein großer Erfolg.

Es ist ein weiterer Erfolg der breiten Kampagne für einen gesetzlichen Mindestlohn und gegen Niedriglöhne; sie begann vor mehr als 15 Jahren, als die Gewerkschaften ver.di und NGG 2006 diese Kampagne ins Leben gerufen hatten, an der sich immer mehr Organisationen beteiligten. weiterlesen →

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Die Grundrente läuft immer noch nicht rund – viele alte Menschen warten auf ihr Geld

Nach jahrelangem Hin und Her war es nach dem dritten Anlauf so weit: Zum Jahresbeginn 2021 wurde die Grundrente eingeführt. Langjährig  Rentenversicherte mit geringem Einkommen sollten automatisch einen monatlichen Zuschlag auf ihre Altersrente erhalten. In der Bundesregierung hatte man sich darauf geeinigt, dass die Bewilligung der Grundrente von einer Einkommensprüfung abhängig gemacht wird, wobei Rentenversicherung und Finanzverwaltung zusammenarbeiten sollen.

Die Rentenversicherung ist mit der Prüfung der Ansprüche auf die Grundrente der rund 26 Millionen Menschen im Altersrentenbezug allein gelassen worden. Ein Jahr nach der Einführung warten noch immer viele auf ihr Geld, da noch nicht alle Ansprüche geprüft werden konnten. weiterlesen →

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Gewerkschafter:innen gegen Krieg und Aufrüstung

Als aktiver Teil der Gewerkschaftsbewegung verurteilen wir den Angriff der russischen Armee auf die Ukraine auf’s Schärfste. Der Krieg bringt vielen unschuldigen Zivilist:innen und Soldat:innen den Tod, die Spielball der Interessen der Mächtigen sind, sowie massive Zerstörung und Leid für die gesamte Arbeiter:innenklasse. Die Gefahr wächst, dass er in unabsehbarem Maße eskaliert, mit furchtbaren Folgen für die Arbeiter:innen international. weiterlesen →

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Die Zeitenwende

Die Bundesregierung stockt den deutschen Militärhaushalt um fast 50 Prozent auf und stellt einen Betrag in Höhe von rund einem Viertel des üblichen deutschen Staatsetats als „Sondervermögen“ für Rüstung bereit. Wie Kanzler Olaf Scholz gestern ankündigte, wird der deutsche Wehretat ab sofort auf mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht; außerdem erhält die Bundeswehr zwecks Aufrüstung Zugriff auf einen Fonds mit 100 Milliarden Euro. Darüber hinaus wird die Forderung nach weiterer atomarer Aufrüstung Europas laut. Bereits eingeleitet worden ist die Entsendung von zusätzlichen NATO-Einheiten nach Ost- und Südosteuropa, darunter deutsche. Berlin steigt in die westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine ein und liefert unter anderem „Stinger“-Raketen, die einst den sowjetischen Streitkräften in Afghanistan herbe Verluste zufügten. Die britische Regierung hilft Privatpersonen, die in einer neuen ukrainischen Fremdenlegion am Krieg gegen Russland teilnehmen wollen. Kanzler Scholz sprach am gestrigen Sonntag in einer Regierungserklärung ausdrücklich von einer „Zeitenwende“. weiterlesen →

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Land NRW muss Tönniesunternehmen Entschädigung für coronabedingte Betriebsstilllegung zahlen – trotz Schutzpflichtverletzungen

Im Frühjahr 2020 hatten sich mehr als 1.000 Beschäftigte beim Skandalkonzern Tönnies mit dem Coronavirus infiziert. Das Land NRW legte viele Bereiche des Unternehmens still. Tausende infizierte Menschen mussten damals in Quarantäne gehen, darunter auch die Geschäftsführung.

NRW-Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) warf einigen Unternehmen der Fleischbranche, darunter auch ehemaligen Subunternehmen von Tönnies, Schutzpflichtverletzungen vor, in deren Folge es zu Infektionen mit dem Coronavirus gekommen sei.

Zwei Subunternehmen von Tönnies klagten, weil sie den Verdienstausfall für zwei Arbeiter erstattet bekommen wollten. Dem gab nun das Verwaltungsgericht Minden statt und urteilte, dass ein Entschädigungsanspruch gegenüber dem Land vorliege und das Land NRW zahlen muss.

Damit ist der Rechtsstreit noch nicht zu Ende, beide Seiten hatten bereits im Vorfeld angedeutet, dass die Angelegenheit bis vor das Bundesverwaltungsgericht gehen kann.

Es war das erste von einigen tausend noch anhängigen Verfahren bei den Verwaltungsgerichten Minden und Münster mit einem Streitwert von mehreren Millionen Euro. weiterlesen →

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Wie die erste deutsche Sozialisierungskommission scheiterte

Von Dietmar Lange

1918 trat in Berlin schon einmal eine Expertenkommission zusammen, um Sozialisierungen in Angriff zu nehmen – doch vergesellschaftet wurde am Ende nichts. Was die Initiative »Deutsche Wohnen & Co enteignen« aus dieser Erfahrung lernen kann.

Mit ihrem erfolgreichen Volksbegehren zur Vergesellschaftung der Berliner Bestände großer Immobilienkonzerne hat es die Initiative »Deutsche Wohnen & Co enteignen« geschafft, die Sozialisierung von Unternehmen wieder zum Gegenstand politischer Debatten zu machen. Die neue rot-grün-rote Berliner Landesregierung unter Bürgermeisterin Franziska Giffey kündigt im Koalitionsvertrag an, in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit eine »Expertenkommission zur Prüfung der Möglichkeiten, Wege und Voraussetzungen der Umsetzung des Volksbegehrens« einzusetzen. Die Initiative soll auch darin vertreten sein und hat auf einer Pressekonferenz am 21. Januar 2022 bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Teilnahme erklärt. Zugleich äußerte einer ihrer Sprecher die Befürchtung, die Expertenkommission könnte ein Ort werden, »wo viel geredet wird, ohne dass Ergebnisse dabei rumkommen«.

Dass solche Befürchtungen nicht unbegründet sind, zeigt das Schicksal der ersten deutschen Sozialisierungskommission, die nach der Revolution im November 1918 eingerichtet wurde. Die Kommission tagte insgesamt vier Monate, sozialisiert wurde am Ende aber nicht. weiterlesen →

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Die ignorierte Invasion

Die Türkei, enger NATO-Partner Deutschlands, setzt ihren Angriffskrieg gegen kurdische Gebiete in Nordsyrien fort und hält an der Besatzung größerer Regionen des Landes fest.

Die Türkei, ein enger Verbündeter Deutschlands, verstärkt im Windschatten des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ihre militärischen Angriffe auf ihr Nachbarland Syrien. In den vergangenen Tagen wurden erneut türkischer Artilleriebeschuss und Drohnenangriffe auf die kurdischen Gebiete Nordsyriens gemeldet; dabei wurden zahlreiche Zivilisten verletzt. Wenige Wochen zuvor war es zu einem Großangriff der türkischen Luftwaffe gekommen: Ankara ließ die nordostsyrische Region Hasakah bombardieren, nachdem es dort kurdischen Kämpfern gelungen war, einen Gefängnisaufstand des Islamischen Staates (IS) niederzuschlagen. Die Türkei hält seit Jahren mehrere Regionen Nordsyriens besetzt, errichtet dort türkische Infrastruktur und bindet die Gebiete an ihr Verwaltungssystem an, während die ursprünglich ansässigen syrischen Kurden in wiederkehrenden ethnischen Säuberungen vertrieben werden. Deutschland, traditionell ein bedeutender Waffenlieferant der Türkei, und die NATO, deren zweitgrößte Streitkräfte Ankara stellt, tolerieren die türkische Invasion in Nordsyrien und begünstigen sie zeitweise sogar. weiterlesen →

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Tarifbotschafter – die neue Einhegungsmethode aktiver ehrenamtlicher Mitglieder in der Dienstleistungsgewerkschaft

Unter der Überschrift „Tarifrunde 2020: Tarifbotschafter*innen gesucht“ versuchte die Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für die Tarifverhandlungen mit einer neuen Idee mobil zu machen. Auf den ersten Blick sah das Vorhaben recht gut aus, der zweite Blick offenbarte, dass dieses Modell nichts anderes ist, als das der alt bekannten Vertrauensleute. In neuer Verpackung soll das nun genutzt werden, damit bei den Tarifverhandlungen die Basis die Füße stillhält und nicht das passiert, was 2015 beim großen Streik der Erzieherinnen passierte: Auf der Grundlage einer demokratisch gewählten Streik-Delegierten-Konferenz wurde der Schlichterspruch kassiert.

Weil ver.di der unglaublich schwungvolle Arbeitskampf im Sozial- und Erziehungsdienst ihrer weiblichen Mitglieder von 2015 noch in den Knochen steckt, hatte man sich bei den vergangenen Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst 2020 und für die folgenden, das Modell der Tarifbotschafter ausgedacht.  weiterlesen 

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Herzliche Grüße

von den Kolleginnen und Kollegen des gewerkschaftsforum.de

und

viel Freude beim Lesen wünscht Laurenz Nurk

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