Kollege Wolfgang Erbe informiert über das Thema „Yair Netanjahu, vernetzt sich mit Rechtsextremen!“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis- (AK-) Mitglied Kollege Wolfgang Erbe (http://ak-gewerkschafter.com/?s=wolfgang+erbe) hat uns einen Beitrag über die Forderung vom Sohn des designierten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Jair Netanjahu, zukommen lassen. 

Dieser fordert die Todesstrafe für die Chef Ankläger = Staatsanwälte im Korruptionsprozess gegen seinen Vater. Wir haben diese Ungeheuerlichkeit nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

*******************************************

Kollege Wolfgang Erbe informiert:

Der Sohn von Israels designiertem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Jair Netanjahu fordert die Todesstrafe für die Chef Ankläger = Staatsanwälte im Korruptionsprozess gegen seinen Vater

Yair Netanjahu, vernetzt sich mit Rechtsextremen

Als „Poster-Boy“ der deutschen Rechtspartei AfD sorgte der 28-Jährige für Schlagzeilen – es ist nicht seine erste Allianz mit Rechtsaußen

Maria Sterkl aus Tel Avi

Eines der vielen Aufreger-Zitate von Yair Netanjahu. Immer wieder bekommt er Applaus von Rechtsextremen. Foto: afd yair

Wenn rechtsradikale Parteien Fotos von Juden veröffentlichen, tun sie das meist, um zu hetzen. Dass sie einen Juden als Poster-Boy verwenden, ist eher ungewöhnlich: Am 6. Mai, zwei Tage bevor sein Parteikollege Alexander Gauland den Sieg über Nazideutschland betrauerte, postete AfD-Politiker Joachim Kuhs auf Twitter ein Bild, das ein Portrait des 28-jährigen Sohns des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu zeigt. Darüber ein Zitat Yair Netanjahus: Die „globalistische EU“ sei hoffentlich bald tot, heißt es darin. „Dann wird Europa wieder frei, demokratisch und christlich sein!“

Alle, die Netanjahu Junior nicht kennen, mag die undiplomatische Rhetorik erstaunen. In Israel hingegen hat man sich daran gewöhnt, und es würde eher verwundern, wenn sich der Endzwanziger mit Hauptberuf Sohn plötzlich einer staatstragenden, respektvollen Ausdrucksweise befleißigen würde.

Kein Tabu

Yair Netanjahu ist auf Twitter im Dauerfeuermodus. Es braucht nur die leiseste Kritik an seinem Vater, schon ist er bereit zur Gegenwehr. Er kennt dabei kein Tabu. Als sich im April Tausende Menschen in Tel Aviv trafen, um unter Einhaltung der Social Distancing-Regeln gegen Netanjahu senior zu demonstrieren, spekulierte er auf Twitter, dass die Demos zu weiteren Covid-19-Infektionen führen werden – und wünschte sich, es mögen Linke sein, die daran sterben.

Als der israelische Staatspräsident zur Einheit aller Bürger aufrief und die Ausgrenzung der israelischen Araber verurteilte, stellte der Junior den Präsidenten ins Terroristeneck. Das kostete ihn den einzigen zivilen Job, den er bisher hatte – ausgerechnet als Social Media-Manager.

Palästinenser als „Monster“

Als er im Dezember 2018 auf Facebook in eine Tirade gegen Palästinenser ausbrach – er verhetzte sie als „Monster“, die am besten allesamt das Land verlassen sollten – wurde sein Account vorübergehend geblockt. Das bremste ihn nicht, im Gegenteil, auf Twitter schimpfte er munter weiter, bezeichnete Facebook als „Gedankenpolizei“ mit Allianzen zu Linksextremen und islamistischen Terrornetzwerken.

Überall wittert er Verschwörungen gegen seinen Vater: im linken Lager, im Ausland, auch in der eigenen Partei. Wer dahinter nur Paranoia vermutet, irrt. Auf den ersten Blick mag der junge Netanjahu wie ein Schulhofrabauke mit Bluthochdruck wirken, der nur darauf wartet, dass einer um die Ecke biegt, den er verprügeln kann. Auf den zweiten Blick erfüllt er für seinen Vater eine wichtige Funktion.

Nebelgranaten

Netanjahu Junior wirft Nebelgranaten, auf die sich Israels linke Twitteria stürzt, um Menschenrechte zu verteidigen und Hetze zu verurteilen. Derweil kann Netanjahu Senior unbemerkt die Fäden ziehen. Oder, wie ein Kommentator in der Tageszeitung „Haaretz“ es bezeichnete: „Sein größtes Ziel ist die Linken abzulenken, damit sein Vater ungestört das Land klauen kann.“

Yair Netanjahus Karriere als AfD-Posterboy ist nicht die erste Allianz mit der internationalen extremen Rechten. Während sich Europas jüdische Gemeinden zunehmend unsicher und unter anderem von rechtsextremen Netzwerken bedroht fühlen, klopft Netanjahu Junior den Speerspitzen ebendieser Netzwerke die Schultern. Vor der letzten Europawahl wünschte er Hardcore-Figuren wie Matteo Salvini und Geert Wilders viel Erfolg für den Urnengang.

Applaus von Neonazis

Er schreckt selbst vor antisemitischer Propaganda nicht zurück, wenn er das Gefühl hat, dass es die guten Beziehungen mit der europäischen Rechten zuträglich ist. Im Jänner 2017 postete er ein antisemitisches Bild, das Investor George Soros, die Illuminati und ein Reptil als geheime Strippenzieher der globalen und israelischen Politik darstellt. Es dauerte nicht lang, bis er für das Posting Applaus von einschlägigen Kanälen bekam: Der frühere Ku-Klux-Klan-Anführer David Duke freute sich über den prominenten Support. Und die US-Neonazi-Seite „The Daily Stormer“ erklärte sich gar zur „The World’s #1 Yair Netanyahu fansite“.

Netanjahu Junior dementierte bisher, an einer politischen Karriere interessiert zu sein. Auf offiziellen Staatsanlässen und Auslandsreisen zeigt sich sein Vater aber immer wieder mit dem Sohn. Yair Netanjahu darf sich rhetorisch austoben, wird dafür zwar gescholten, aber das Wichtigste ist: er erhält Aufmerksamkeit und er erzeugt sie – zugunsten der gemeinsamen Agenda von Vater und Sohn.

Immer wieder kommt es vor, dass der Premierminister, nach heftiger Kritik an einem der vielen Twitter-Ausritte seines Sprößlings, Stunden später eine halbherzige Distanzierung veröffentlicht. Fast immer ist es nur der Ton, den er verurteilt. Die dahinterliegende Botschaft trägt er mit – und den PR-Turbo, den sein Sohn für ihn angeworfen hat, nimmt er dankbar an.

Freund-Feind-Schema

Die politische Agenda, die beide bewegt, ist weniger von Werthaltungen geprägt als von einem Freund-Feind-Lagerdenken. Linke, Künstler, NGOs, Presse, Justiz und unabhängige Wissenschaft: Sie alle werden verdächtigt, einen Putsch gegen Netanjahu zu planen.

Immer wieder spricht auch Benjamin Netanjahu von einem ominösen „tiefen Staat“, in dessen Zentrum die unabhängige Justiz steht. Dass er selbst sich gerade in einem Strafprozess wegen schwerer Korruption verantworten muss, mag damit in Zusammenhang stehen. Netanjahu bestreitet alle Vorwürfe.

Der jüngsten Zuspruch von AfD-Seite sorgte auch in Israel für Schlagzeilen. Yair Netanjahu ging nicht auf Distanz. Im Gegenteil: Er teilte das AfD-Posting mit seinen 76.000 Twitter-Fans. Im Kampf gegen die vermeintlichen linken Verschwörer ist ihm jede Unterstützung recht. (Maria Sterkl aus Tel Aviv, 9.5.2020)

https://www.derstandard.de/story/2000117386757/israels-prominenter-fulltime-sohn-yair-netanjahu-vernetzt-sich-mit-rechtsextremen

Israel Palestina – Schluß mit den rassistischen Abschiebungen – Tod dem Faschismus auch in Israel

http://ak-gewerkschafter.com/kollege-wolfgang-erbe-informiert-ueber-das-gestrige-massaker-an-kurd-innen-in-paris/#comment-207737

Ist Jair Netanjahu ein Faschist?

Der Sohn von Israels designiertem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Jair Netanjahu fordert die Todesstrafe für die Chef Ankläger = Staatsanwälte im Korruptionsprozess gegen seinen Vater.

Jair Netanjahu hatte während eines Rundfunkgesprächs gefordert, die Beamten in Staatsanwaltschaft und Polizei wegen Hochverrats vor Gericht zu stellen.

Jair Netanjahu hatte während des Rundfunkgesprächs behauptet: „Es gab hier einen politischen Umsturz, mit böser Absicht.“
„Strafe für Hochverrat ist keine Gefängnisstrafe“

„Das nennt man Umsturz, das nennt man Hochverrat“, sagte Jair Netanjahu weiter. „Jeder kann im Gesetzbuch nachlesen, was die Strafe für Hochverrat ist, und es ist keine Gefängnisstrafe.“

Israelische Medien werteten dies als Anspielung auf die Todesstrafe für Hochverrat.

Jair Netanjahu hat zwar kein offizielles Amt, gilt aber als einflussreicher Vertrauter seines Vaters. Der Korruptionsprozess gegen Benjamin Netanjahu läuft seit 2020. Er ist wegen Betrug, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Netanjahu hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und von einer „Hexenjagd“ gegen ihn gesprochen.

Nach seinem Wahlsieg am 1. November ist es dem 73 Jahre alten Netanjahu gelungen, eine rechts-religiöse Koalition zu bilden. Seine Regierung plant weitreichende Gesetzesänderungen und eine gezielte Schwächung des Justizsystems. Die Änderungen könnten nach Ansicht von Experten auch eine Aufhebung des Verfahrens gegen Netanjahu bewirken.

https://www.wz.de/politik/ausland/netanjahu-distanziert-sich-von-aeusserungen-seines-sohnes_aid-81921623

Weist die Korruptionsvorwürfe zurück und spriht von einer «Hexenjagd» gegen ihn: Benjamin Netanjahu. Foto: Abir Sultan/EPA/AP/dpa

Tel Aviv: Protest gegen zukünftige Rechts-Regierung

Tausende Menschen demonstrierten am Samstagabend in Tel Aviv gegen die Koalition aus ultrarechten bis faschistischen Parteien, die aktuell unter Führung von Ex-Premier Netanyahu ihren Koalitionsvertrag aushandelt. Unter den führenden Köpfe der Koalition haben mehrere eine Verurteilung wegen Korruption hinter sich oder diese zu erwarten. Kritisiert werden auch die Pläne, Urteile des Obersten Gerichtshof aufheben zu können.

https://www.rf-news.de/2022/kw51/tel-aviv-protest-gegen-zukuenftigte-regierung

Amnesty International – The comprehensive report

Israel’s Apartheid against Palestinians:

Cruel System of Domination and Crime against Humanity

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2022/02/israels-apartheid-against-palestinians-a-cruel-system-of-domination-and-a-crime-against-humanity/

© SAID KHATIB/AFP/Getty Images

Israel Accused of Enforcing Apartheid on Palestinians

CPI / February 2, 2022

Amnesty International said Tuesday that Israel has maintained “a system of oppression and domination” over the Palestinians, one that meets the international definition of apartheid. “Our conclusions may shock and disturb — and they should,” Amnesty Secretary General Agnes Callamard said at a press conference in occupied East Jerusalem.

https://maki.org.il/en/?p=30132

„Apartheid“: Israel schiebt Anwalt Hamouri nach Frankreich ab
Israel bans 2 young Palestinian boys from Jerusalem

2022-12-22

Israeli occupation authorities yesterday banned 12 and 13-year-old Palestinian boys from Jerusalem’s Old City for ten days, the news agency reported.
The two boys, who were identified as Izzidin Jamjoum and his cousin Anas Jamjoum, were first detained over claims that they had played with the Hanukkah menorah.
Later, Izzidin’s mother was summoned to the Israeli detention centre in the Old City and was told that the two boys will be released on condition that they be banned from the Old City for ten days.
Safa reported local sources saying that the two boys were detained as they exited Al-Aqsa Mosque. They were taken to an Israeli interrogation centre and remained in custody for three hours.

https://alhourriah.org/english/article/80476

„Apartheid“: Israel schiebt Anwalt Hamouri nach Frankreich ab Ankunft von Salah Hamouri in Paris – nach Ausweisung aus Israel

Israel hat den Anwalt und Menschenrechtsaktivisten Salah Hamouri nach Frankreich abgeschoben.

Er kam an diesem Sonntag am Flughafen Charles de Gaulles Roissy bei Paris an.
Der in Ost-Jerusalem geborene Franco-Palästinenser sprach von „ethnischer Säuberung“ und erklärte, er sei nicht freiwillig ausgereist. Hamouris Familie lebt in Frankreich, doch er hatte eine israelische Aufenthaltsgenehmigung, als er im vergangenen März ohne konkrete Anklagepunkte inhaftiert worden war.

„Apartheit“ in Ost-Jerusalem

Hintergrund ist der Status des von Israel besetzen Ost-Jerusalem, das die Palästinenser als Hauptstadt beanspruchen.

AMNESTY INTERNATIONAL bezeichnete die Abschiebung von Salah Hamouri als „Apartheid“.

Ziel Israels sei es, die Zahl der in Ost-Jerusalem lebenden Palästinenser zu reduzieren.

Mit der Hilfsorganisation „Adameer“ hatte Salah Hamouri auch Palästinenser unterstützt, die in Israel verhaftet worden waren. Er selbst hat schon sieben Jahren in israelischen Gefängnissen verbracht, nachdem der Jurist wegen vermeintlicher Pläne, einen Rabbi zu töten. Hamouri kam dann aber 2011 bei einem Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas frei.

https://de.euronews.com/2022/12/19/apartheid-israel-schiebt-anwalt-hamouri-nach-frankreich-ab

Al-Jarmaq News
@Aljarmaqnetnews

The moment when the Palestinian-French human rights defender Salah Hammouri arrives in Paris after he was released and deported today by the Israeli occupation authorities to France. He was warmly welcomed by activities raising the flag of Palestine.

#SalahHammouri

Original (Englisch) übersetzt
Der Moment, als der palästinensisch-französische Menschenrechtsverteidiger Salah Hammouri in Paris ankommt, nachdem er heute von den israelischen Besatzungsbehörden freigelassen und nach Frankreich abgeschoben wurde. Er wurde herzlich von Aktivitäten empfangen, die die Flagge Palästinas hissen.

#SalahHammouri

https://twitter.com/Aljarmaqnetnews/status/1604437828737417218

Avec plusieurs elu-es et militant-es j’ai accueilli @salah_hamouri à l ´aéroport. L’état colon israélien l’a expulsé poursuivant son action d’éradication des palestinien-nes en Palestine. J’ai honte de l’impuissance
Original (Französisch) übersetzt von
Mit mehreren Mandatsträgern und Aktivisten empfing ich @salah_hamouri am Flughafen. Der israelische Siedlerstaat vertrieb ihn und setzte seine Aktion zur Ausrottung der Palästinenser in Palästina fort. Ich schäme mich der Hilflosigkeit

https://twitter.com/patrice_leclerc/status/1604428151035203584

http://ak-gewerkschafter.com/kollege-wolfgang-erbe-informiert-ueber-das-gestrige-massaker-an-kurd-innen-in-paris/#comment-207737

Wolfgang Erbe

Share
Dieser Beitrag wurde unter Neuigkeiten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Kollege Wolfgang Erbe informiert über das Thema „Yair Netanjahu, vernetzt sich mit Rechtsextremen!“

  1. Wolfgang Erbe sagt:

    ISRAEL – wer auf die neue Regierung setzt, setzt auf die Herrschaft des Faschismus in Israel
    „Jüdischer Rassismus“ – „Jüdischer Faschismus“ – „jüdische Homophobie“
    https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/israel-benjamin-netanjahus-religioes-nationalistisches-projekt-18564169.html#void
    Solidarische Kirche im Rheinland
    Die Solidarische Kirche im Rheinland (SoKi) ist eine Gruppe in der Tradition der Bekennenden Kirche, für die das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung wichtig ist.
    https://solidarischekirche.de/wp-content/uploads/2016/12/Faschismu1-5.pdf
    https://solidarischekirche.de/
    https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-regierung-131.html
    https://www.podcast.de/episode/599158880/vor-der-vereidigung-israels-neue-regierung-spaltet-das-land
    https://www.ivoox.com/kommentar-zu-israels-neuer-regierung-bangen-um-die-audios-mp3_rf_100645636_1.html
    DIE NEUE HERRSCHAFT DES FASCHISMUS
    Bezalel Smotrich, der sich selbst als einen „stolzen Homophoben“ ist der neue Herr des Westjordanlandes – Minister im Verteidigungsministerium sowie Chef des Finanzressorts
    Israels Hauptstadt hat in den vergangenen Jahrzehnten schon viele Demonstrationen erlebt. Doch was im Herbst 2006 nahe dem zwischen Knesset und Ministerpräsidentenbüro gelegenen Rosengarten zu sehen war, sollte selbst für israelische Verhältnisse ein einzigartiges Spektakel sein. Denn eine größere Gruppe von Aktivisten, die sich von ihrem Erscheinungsbild eindeutig dem nationalreligiösen Spektrum zuordnen ließ, trieb eine Herde von Eseln und Ziegen vor sich her. „Bestien-Parade“ nannten sie dieses absurde Happening, das sich gegen die parallel stattfindende jährliche Pride-Veranstaltung in Jerusalem richtete. Und einer seiner Organisatoren, ein bärtiger junger Mann, der am Steuer eines mit Lautsprechern auf dem Dach ausgerüsteten Land Rovers saß, der inmitten der Tiere diese Demonstration anführte, war der 1980 geborene Bezalel Smotrich, der sich selbst als einen „stolzen Homophoben“ bezeichnet. Den Sicherheitskräften sagte der Name damals bereits einiges. Nur ein Jahr zuvor hatte er zu den Anführern der gewalttätigen Proteste gegen den israelischen Abzug aus dem Gazastreifen gezählt, weshalb der juvenile Bezalel Smotrich 2005 auch schon mal für drei Wochen in Haft saß.
    Doch Bezalel Smotrich beließ es nicht bei Demonstrationen. Bald schon machte der Jurist – einen Bachelor in Jura kann er aufweisen, den Masterstudiengang mit Schwerpunkt internationales Recht an Hebräischen Universität in Jerusalem hat er jedoch nie beendet – als Politiker Karriere. Als Vertreter von Tkuma, zu deutsch: „Wiedergeburt“, einer Abspaltung der mittlerweile nicht mehr existenten Nationalreligiösen Partei, die nach verschiedenen Zusammenschlüssen mit anderen Protagonisten aus dem ultra-nationalistischen und rechtsextremen Lager zur Partei der Religiösen Zionisten mutierte, gelang ihm 2015 erstmals der Einzug in die Knesset. Und 2019 bereits konnte Bezalel Smotrich auf einem Ministersessel Platz nehmen, und zwar im Verkehrsministerium.
    Schon damals hatten sich viele Israelis gefragt, ob die „Biester-Parade“ und andere Aktionen einfach nur als Jugendsünden abzuhaken sind und Bezalel Smotrich nun Vernunft angenommen habe oder nicht. Auf die Antworten musste man nicht lange warten – die lieferte er rasch selbst. Nach einem Gerichtsurteil, das die geplante Trennung von Männern und Frauen bei dem Konzert eines religiösen Sängers in Afula untersagte, polterte er auf Twitter gegen Benjamin Netanyahu, nannte ihn einen „schwachen Ministerpräsident“, der solche „Verrücktheiten“ toleriere. „Null Führung, null Governance. Dina Silber ist der wahre Ministerpräsidentin“, schrieb er und bezog sich damit auf die stellvertretende Generalstaatsanwältin. Netanyahu was not amused und legte ihm ein nicht unterzeichnetes Entlassungsschreiben vor. Smotrich verstand die Botschaft, bat um Entschuldigung.
    Es sollte nicht der einzige Ausrutscher sein. So hatte Bezalel Smotrich schon kurz zuvor im Juni 2019 am Merkaz Harav, der bedeutendsten Religionsschule aus dem Umfeld der Nationalreligiösen und auch seine Alma Mater, eine aufschlussreiche Rede gehalten. „Israel soll nach den Gesetzen der Torah geführt werden“, so seine Worte. „Wir wollen das Justizministerium, weil wir das Gesetz der Torah wiederherstellen wollen“. Weiter sagte er: „Der Staat des jüdischen Volkes soll – so Gott will – wieder so geführt werden, wie es zu Zeiten von König David und König Salomon einmal der Fall war.“ Diese Äußerungen fielen genau in die Phase, als Bezalel Smotrich noch über seinen künftigen Kabinettsposten verhandelte. Eigentlich plante er, Ayelet Shaked zu beerben und das Justizressort zu übernehmen. Damit war nun Essig. Zum einen wurde Benjamin Netanyahu recht deutlich und betonte: „Es wird keinen halachischen Staat in Israel geben.“ Zum anderen übergab er dem offen schwul lebenden Amir Ohana das Justizministerium, was aus der Sicht von Bezalel Smotrich ein besonders großer Affront war. Auch das daraufhin reklamierte Bildungsministerium sollte er nicht bekommen, am Ende wurde es „nur“ das Verkehrsministerium.
    Jetzt sollten die Karten aber neu gemischt werden. Aus den Wahlen vom 1. November sind die Religiösen Zionisten als drittstärkste Kraft hervorgegangen, weshalb auch ein Bezalel Smotrich deutlich selbstbewußter gegenüber dem alt-neuen Ministerpräsidenten auftreten kann. So forderte er ein Schlüsselressort für sich, und zwar das Verteidigungsministerium. Das wiederum ließ in Washington die Alarmglocken schrillen – eine Person wie Bezalel Smotrisch als Verteidigungsminister ist und war für die Vereinigten Staaten nicht tragbar, weshalb Israels wichtigster Verbündeter auf Benjamin Netanyahu ordentlich Druck ausübte, ihm diesen Posten nicht anzuvertrauen. Genau deshalb musste ein Kompromiss gefunden werden. Also wurde eigens für ihn ein neuer Ministerposten innerhalb des Verteidigungsministeriums geschaffen. Fortan soll er in diesem Rang dem Gremium vorstehen, das für die Koordinierung der Regierungsaktivitäten in den Gebieten zuständig ist, und damit alles, was den Umgang der israelischen Regierung sowie der Streitkräfte mit den internationalen Organisationen, die im Westjordanland tätig sind, und der Palästinensischen Autonomiebehörde betrifft. Darüber hinaus erhält er ebenfalls die Kontrolle über alle Baumaßnahmen in den jüdischen Siedlungen im Westjordanland. Bis dato sah es so aus, dass die Entscheidungsgewalt bei der Bewilligung von entsprechenden Projekten vor allem beim Ministerpräsidenten lag. Fortan wird diese nur noch in der Anfangsphase eines Planungsprozesses benötigt.
    De facto wird Bezalel Smotrich damit der neue Herr des Westjordanlandes und kann beispielsweise nun die vielen illegalen Außenposten von Siedlungen ganz offiziell legalisieren. Des weiteren hat er dann weitreichende Befugnisse, die den Alltag der Palästinenser im Westjordanland betreffen können. Aber nicht nur dieses Ressort wird Bezalel Smotrich inne haben. Auch das Finanzministerium soll von ihm – zumindest vorläufig, bis es gemäß eines Rotationsverfahrens an den Vorsitzenden der ultraorthodoxen Partei Shass, Aryeh Deri, übergeht – angeführt werden. Dadurch erhält er zusätzlich die Möglichkeit, den Siedlungsbau, den er in seinem anderem Job zu forcieren gedenkt, auch mit den nötigen finanziellen Mitteln auszustatten. Für Jemanden, der sich ohnehin die Annexion des Westjordanlandes auf die Fahnen geschrieben hat, eine geradezu traumhafte Verbindung von Kompetenzen. Doch noch ist dieses abenteuerliche Konstrukt von zwei Ministern im Verteidigungsministerium sowie der Besetzung zweier Ministerposten durch ein und dieselbe Position nicht in trockenen Tüchern. Erst müssen einige Basisgesetze geändert werden.
    Die Karriere eines Politikers, der in der Vergangenheit vor allem durch Provokationen aufgefallen ist, wobei zu seiner offenen Homophobie sich auch noch Forderungen nach einer stärkeren Segregation zwischen Juden und Nichtjuden – beispielsweise wollte Bezalel Smotrich getrennte Entbindungsstationen für jüdische und arabische Mütter – und den Geschlechtern innerhalb der Armee gesellen, ist umso bemerkenswerter, weil er eine ganz entscheidende Voraussetzungen für einen Posten im Verteidigungsministerium einfach nicht mitbringt, und zwar eine militärische Laufbahn. Als er 18 Jahre alt wurde, meldete sich Bezalel Smotrich weder für den regulären dreijährigen Militärdienst, noch nutzte er die ebenfalls bestehende Option, ein fünf Jahre dauerndes Programm zu absolvieren, das den Militärdienst mit einem religiösen Studium kombiniert. Stattdessen nahm er die Aufschubregelung für Ultraorthodoxe in Anspruch, schrieb sich an der Religionsschule Merkaz Harav ein. Alles, was Bezalel Smotrich von der Armee dann doch sah, war ein sechsmonatiges Minimalprogramm, bei dem er nicht in einer Kampfeinheit eingesetzt wurde, sondern einen Schreibtischjob in Tel Aviv hatte. Der eigentliche Skandal: Obwohl er eigentlich für ein religiöses Studium im Merkaz Harav eingeschrieben war, machte er am Ono Academic College seinen Abschluss in Jura.
    Damit ähnelt Bezalel Smotrich einem anderen Extremisten, der mit ihm im Kabinett sitzen wird, nämlich Itamar Ben Gvir. Den künftigen Minister für nationale Sicherheit wollte die Armee nicht einmal in ihren Reihen sehen, weil dieser schlichtweg zu radikale Ansichten vertrat. Doch im Unterschied zu diesem ist Bezalel Smotrich weniger theatralisch, wirkt in seinem Auftreten gemäßigter, obwohl sich ihre Ansichten kaum voneinander unterscheiden dürften. Der noch amtierende Generalstabschef Aviv Kohavi jedenfalls zeigte sich bereits entsetzt darüber, dass eine Person wie extremistische Person wie Bezalel Smotrich, die sich zudem weitestgehend vor dem Militärdienst gedrückt hat, nun Einfluss im Verteidigungsministerium gewinnt. Er ist nicht der einzige. Amos Gilad, der ehemalige Vorsitzende des Militärischen Nachrichtendienstes, drückte ebenfalls seine Besorgnis aus. „Wenn Smotrich seine Ideologie umsetzt, erwarte ich ein großes Desaster.“ Und Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot erklärte gegenüber TV-Kanal 12, dass, wenn Bezalel Smotrich und Itamar Ben Gvir „beabsichtigen, die Dinge, die sie sagen, auch in die Praxis umzusetzen, dies eine sehr schwierige Zeit für den Staat Israel sein wird“. Außerdem erreichte am Montag ein Schreiben den Obersten Gerichtshof sowie andere Institutionen des Staates, das von mehr als 1000 Veteranen der Luftwaffe sowie vom ehemaligen Generalstaatschef Dan Halutz und Amos Yadlin, dem früheren Chef des militärischen Geheimdienstes, unterzeichnet wurde. Sie alle fordern dazu auf, gegenüber den weitreichenden Plänen der neuen Regierung zum Umbau des Justizwesens und der Änderung wichtiger Basisgesetze standhaft zu bleiben.
    Die große Frage in den nächsten Monaten ist also, inwieweit Benjamin Netanyahu all diese Bedenken ernst nimmt und ob er als Ministerpräsident extremistische Ideologen wie Bezalel Smotrich und auch Itamar Ben Gvir im Griff haben wird oder sie aus Gründen des Machterhalts gewähren lässt und womöglich sogar einen Konflikt mit der Armee riskiert. Letztendlich sollte sich Benjamin Netanyahu ebenfalls darüber bewusst sein, dass er gerade wie nie ein Ministerpräsident vor ihm in der Geschichte Israels durch die Wahl seiner Koalitionspartner und die Übertragung wichtiger Befugnisse an sie die Sicherheit des Staates zur Disposition stellt.
    https://www.hagalil.com/2022/12/smotrich/
    Haifa: Demo gegen neue Regierung
    Mittwoch, 28.12.2022, 18:00 Uhr
    Mehr als 1.000 Menschen demonstrierten am 24. Dezember in Haifa gegen das ultrarechte Regierungsbündnis, das derzeit kurz vor der Vereidigung steht. Die Demonstranten kritisieren, dass Politiker verschiedener faschistischer, ultraorthodoxer bzw. ultranationalistischer Parteien, die für wichtige Posten in der zukünftigen Regierung vorgesehen sind, vorbestraft sind wegen Rassismus, gewalttätiger Übergriffe oder Steuervergehen. Vorgesehen sind diese Politiker für entscheidende Posten im Sicherheitsapparat bzw. in der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland. Damit sie ihre Posten annehmen können, sollen extra zwei Gesetze geändert werden.
    https://www.rf-news.de/2022/kw52/haifa-demo-gegen-neue-regierung
    International – Faschisten stützen Israels Regierung , Moshe Zuckermann
    https://www.youtube.com/watch?v=8so-r77sbsM
    Jerusalem: Netanjahu hat die Ultrafaschisten wieder hoffähig gemacht
    10.05.2021 … Netanjahu hat die Ultrafaschisten wieder hoffähig gemacht … Die erste israelische Regierung, die sich von einer arabischen Partei von …
    https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-05/jerusalem-ausschreitungen-palaestina-israel-benjamin-netanjahu-beziehung-arabische-laender/seite-2
    DAMALS WIE HEUTE
    Zusammenarbeit von Zionismus und deutschem Faschismus
    https://socialhistoryportal.org/sites/default/files/raf/0119880600_02_0.pdf
    Der Revisionistische Maximalismus war eine kurzfristige jüdische faschistische Ideologie, die Teil der Brit-HaBirionim-Fraktion des Revisionistischen Zionismus (ZRM) war. Sie wurde von Abba Ahimeir gegründet.[1][2]
    Wer war Abba Ahimeir, Gründer des Revisionistischen Maximalismus?
    Die Vertreter dieser Richtung unterstützten das faschistische Regime Benito Mussolinis und erstrebten die Schaffung des israelischen Staates gemäß faschistischen Grundsätzen.[3] Sie wurde 1930 die größte Fraktion innerhalb der ZRM, zerbrach aber nach der umstrittenen Entscheidung Ahimeirs, Nazi-Deutschland in seiner faschistischen und antikommunistischen Haltung zu unterstützen und gleichzeitig seine antisemitische Politik zu bekämpfen. Angesichts der Empörung, die er auslöste, revidierte Ahimeir kurzfristig seine Position, seine Anhänger griffen deutsche Konsulate an. Doch die Unterstützer, die Ahimeir infolge seines Liebäugelns mit Nazi-Deutschland verloren hatte, kamen nicht zurück. Der Maximalismus brach zusammen, bis er 1938 unter einer neuen Führung wieder begründet wurde.[4]
    Die Kennzeichnung als „Faschisten“ ist kritisch zu betrachten, da der Begriff in den Debatten der Zeit exzessiv benutzt wurde, in den 1930er Jahren wurden sogar Sozialdemokraten von Stalin als Faschisten oder „Sozialfaschisten“ bezeichnet. In Palästina wurden in dieser Zeit revisionistische Zionisten von den Führern der Arbeiterbewegung oft als Faschisten bezeichnet und die Revisionisten griffen das sozialdemokratisch dominierte Allgemeine Bündnis der Arbeit (Histadrut) und David Ben-Gurion mit Begriffen wie „rotes Hakenkreuz“ und Vergleichen mit dem Faschismus und Hitler an.[5][6]
    Der Revisionistische Maximalismus wurde offiziell von Abba Ahimeir 1930 ins Leben gerufen, einem jüdischen Historiker, Journalisten und Politiker, der die Revisionisten des ZRM zur Übernahme der faschistischen Prinzipien der Regierung Benito Mussolinis aufrief, um einen integralistischen „reinen Nationalismus“ unter den Juden zu schaffen.[3]
    Ursprünglich Mitglied der Arbeiterbewegung, der die Oktoberrevolution unterstützt und Juden zu ihrer eigenen Oktoberrevolution aufgerufen hatte,[7] wandte er sich später enttäuscht vom Bolschewismus ab, den er mehr und mehr als russische nationalistische Bewegung wahrnahm, weniger als Bewegung zur Förderung des internationalen Klassenkampfes.[7]
    Nach dieser Enttäuschung entwickelte sich Ahimeir angesichts der arabisch-jüdischen Gewaltausbrüche der Jahre 1928 und 1929 immer mehr zum Nationalisten.[7]
    Der Revisionistische Maximalismus lehnt den Kommunismus, Humanismus, Internationalismus, Liberalismus, Pazifismus und Sozialismus ab; er verurteilte die liberalen Zionisten, sie würden sich nur für die Mittelklasse einsetzen anstatt für die jüdische Nation im Ganzen.[1][7] Nach dem Anstieg antijüdischer Gewalt im Mandatsgebiet im Jahr zuvor, stieg die Zustimmung zur Fraktion der Brit HaBirionim in der ZRM schnell an, sie wurde 1930 der stärkste Flügel der Partei.
    1930 erklärte Brit HaBirionim in der Konferenz der ZRM unter Ahimeirs Führung öffentlich ihren Wunsch, einen faschistischen Staat zu begründen.
    “It is not the masses whom we need … but the minorities … We want to educate people for the ‘Great Day of God’ (war or world revolution), so that they will be ready to follow the leader blindly into the greatest danger … Not a party but an Orden, a group of private [people], devoting themselves and sacrificing themselves for the great goal. They are united in all, but their private lives and their livelihood are the matter of the Orden. Iron discipline; cult of the leader (on the model of the fascists); dictatorship.”
    „Es sind nicht die Massen, die wir brauchen … sondern die Minderheiten … Wir wollen die Menschen für den ‘Großen Tag Gottes’ (Krieg oder Weltrevolution) erziehen, so dass sie bereit sein werden dem Führer in die größte Gefahr hinein blind zu folgen … Keine Partei, sondern ein Orden, eine Gruppe von Privat(leuten), die sich dem großen Ziel widmen und sich dafür aufopfern. Sie sind in allem vereinigt, aber ihr Privatleben und ihr Lebensunterhalt sind Angelegenheit des Ordens. Eiserne Disziplin; Führerkult (nach dem Vorbild der Faschisten); Diktatur.“
    – Abba Achimeir, 1930[8]
    Ahimeir behauptete, das jüdische Volk würde die arabische Herrschaft in Palästina überleben:
    “We fought the Egyptian Pharaoh, the Roman emperors, the Spanish Inquisition, the Russian tsars. They ‘defeated’ us. But where are they today? Can we not cope with a few despicable muftis or sheiks? … For us, the forefathers, the prophets, the zealots were not mythological concepts…”
    „Wir kämpften gegen den Pharao der Ägypter, die römischen Kaiser, die spanische Inquisition, die russischen Zaren. Sie. ‘besiegten’ uns. Aber wo sind sie heute? Können wir nicht mit ein paar verächtlichen Muftis oder Scheichs fertig werden? … Für uns waren die Vorfahren, die Propheten, die Zeloten keine mythologischen Vorstellungen…“
    – Abba Achimeir, 1930.[9]
    Die Revisionistischen Maximalisten waren wie Brit HaBirionim Gegner des Pazifismus und befürworteten den Militarismus. 1932 demonstrierten sie gegen Norman Bentwichs Antrittsrede zum Thema Frieden, über die Ahimeir sagte, „Wir brauchen keine Kathedrale des internationalen Friedens mit dem Namen Bentwichs, sondern eine Militärakademie mit dem Namen Ze’ev (‚Wolf‘) Jabotinsky“. „Wir können die Ehre Israels verteidigen…nicht indem wir unsere Bäuche mit Friedensreden füllen….sondern eher indem wir die Lehren Jabotinskys studieren“.[7] Brit HaBirionim-Demonstranten verteilten außerhalb des Gebäudes Broschüren, die Friedensforschung zu einem „Werk des Teufels“ erklärten, zu „antizionistischen Maßnahmen, einem Dolchstoß in den Rücken des Zionismus“.
    Ahimeir glaubte einen „Neo-Revisionismus“ erzeugen zu können und befürwortete diesen bei einem Treffen der Hatzohar-Bewegung in Wien im Jahre 1932.
    “Zionism is imbued with the ghetto and pronouncements. The path to Jewish sovereignty has to cross a bridge of steel, not a bridge of paper. … I bring to you a new form of social organization, one that is free of principles and parties … I bring you Neo-Revisionism.”
    „Zionismus ist durchdrungen vom Ghetto und Verlautbarungen. Der Weg zur jüdischen Souveränität muss eine Brücke aus Stahl überqueren, keine Brücke aus Papier… Ich bringe euch eine neue Form gesellschaftlicher Ordnung, eine, die frei von Grundsätzen und Parteieln ist … Ich bringe euch den Neo-Revisionismus.“
    – Yaacov Shavit.[10]
    1932 drängte Brit HaBirionim den ZRM, ihr politisches Programm anzunehmen, die „Zehn Gebote des Maximalismus“, die „im Geist des vollständigen Faschismus“ verfasst waren.[8] Gemäßigte ZRM-Mitglieder lehnten dies ab, der gemäßigte Vertreter Yaacov Kahan drängte Brit HaBirionim umgekehrt, die demokratische Natur des ZRM anzuerkennen und die Partei nicht zur Übernahme diktatorischer faschistischer Ziele zu bewegen.[8]
    https://de.wikipedia.org/wiki/Revisionistischer_Maximalismus
    Mit Netanjahu drohen in Israel faschistische Zustände
    https://buzzard.org/perspektive/mit-netanjahu-drohen-in-israel-faschistische-zustaende/
    http://ak-gewerkschafter.com/kollege-wolfgang-erbe-informiert-ueber-das-gestrige-massaker-an-kurd-innen-in-paris/#comment-207737
    http://ak-gewerkschafter.com/kollege-wolfgang-erbe-informiert-ueber-das-gestrige-massaker-an-kurd-innen-in-paris/#comment-207740

  2. Wolfgang Erbe sagt:

    Ich bin der Überzeugung, daß nur die Auseinandersetzung mit verbrecherischen Ideen und Ideologien hilft, eine noch gefährlichere Wirklichkeit zu verhindern. Deshalb habe ich mich dem Thema angenommen.
    Der andauernde Diskurs in der israelischen Politik mit dem Kurs nach rechts, Verbrecher und Verbrechen zu relativieren, ist eine Schande für Israel und alle Jüd*Innen wo auch immer sie arbeiten und leben. Wenn israelische Politiker, die sich als die Vertreter des Judentums präsentieren, Verbrechen relativieren und wir schweigen machen wir uns mitschuldig.
    Völkerfreundschaft und Solidarität שלום
    Das ist der Alltag in Israel:
    https://twitter.com/hashtag/16thOctoberGroup?src=hashtag_click
    Deshalb protestieren Jüd*Innen in aller Welt gerade jetzt:
    https://twitter.com/joehwien
    https://twitter.com/joehwien/status/1605921597839118336
    https://de-de.facebook.com/joehwien/
    Jenny Havemann schickt Fotos von den Protesten in Israel:
    https://mobile.twitter.com/jjhavemann/status/1433148424791248898
    https://mobile.twitter.com/jjhavemann
    https://mobile.twitter.com/jjhavemann/status/1608501048380882944
    Einige Kritikpunkte habe ich in 2 Minuten untergebracht. Worum es bei der Demo vor der Knesset ging erkläre ich hier:
    https://mobile.twitter.com/jjhavemann/status/1608452847602900997
    https://www.juedische-allgemeine.de/israel/neue-koalition-unter-pfiffen-vorgestellt/
    Auch die Nachrichten aus Israel machen uns nachdenklich. Gestern wurde eine neue Regierung eingeschworen, die in ihrer Radikalität bisher unübertroffen ist. Die Sorge, dass rechtsradikaler Nationalismus, Intoleranz und religiöser Eifer Überhand nehmen, sind mehr als berechtigt.
    Gerade eben erschien unsere Neuausgabe von Theodor Herzls „Altneuland“, ein Schlüsseltext für das Verständnis des Zionismus und im Kampf gegen den israelbezogenen Antisemitismus. Herzl zeichnet darin das Bild einer modernen, toleranten Gesellschaft, die keine Unterschiede zwischen Religion und Geschlecht macht. Sein Verständnis des jüdischen Staates unterscheidet sich drastisch von den Grundsätzen, die in den neuen Koalitionsverträgen festgeschrieben wurden. 
    Und doch blicken wir hoffnungsvoll ins neue Jahr. Lassen wir die Finsternis nicht Überhand nehmen, wir wollen weiterhin für ein gutes und tolerantes Miteinander einstehen!
    So einige spannende Projekte sind in Planung, wir hoffen, Sie gehen mit uns auf Entdeckungsreise.
    Einen guten Rutsch und alles Gute für 2023!
    https://www.hagalil.com/
    Israel
    Faschisten, Rassisten, Ausbeuter und Kriminelle in der Regierung
    Die neue israelische Regierung ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht aller fortschrittlichen und demokratischen Menschen. Sie ist auch ein Affront gegenüber allen Opfern von Rassismus und Faschismus – darunter Millionen Juden unter dem Hitler-Faschismus (1933 – 1945).
    Von Jörg Weidemann
    Freitag, 30.12.2022
    Zwei Monate dauerte es seit der Parlamentswahl im November, bis Benjamin Netanyahu (73) eine Regierung zusammenzimmern konnte. Umso gruseliger das Kabinett, das am 29. Dezember mit knapper Mehrheit vom Parlament bestätigt wurde. Man denkt unweigerlich an den faschistischen ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, wenn die Tagesschau über den neuen (alten) [1] israelischen Präsidenten schreibt: „Gegen Netanyahu läuft aktuell ein Prozess wegen Bestechlichkeit, Betrugs und Untreue. Er steht unter dem Verdacht, Medien beeinflusst, Deals mit Unternehmen ausgehandelt und für politische Gefälligkeiten Luxusgeschenke von befreundeten Geschäftsleuten angenommen zu haben.“ [2]
    In keiner Regierung seit der Gründung Israels 1948 verfügten faschistische und fanatische religiöse Kräfte über einen solchen Einfluss wie heute. Neben der faschistoiden Likud-Partei von Netanyahu gehören seiner Koalition noch das offen faschistische Bündnis Religiöser Zionismus [3] an sowie die religiös verbrämten sogenannten ultra-orthodoxen rassistischen Gruppen Sheas und Vereinigtes Thora-Judentum.
    Ein wahres Gruselkabinett
    Mit im Kabinett sitzt Itamar Ben Gvir, der Vorsitzende der Partei Otzma Yehudit (Jüdische Macht). Der 46-Jährige wurde in der Vergangenheit bereits wegen Unterstützung einer Terrorgruppe verurteilt – was in Israel für einen Juden einiges bedeutet. Heute meidet Ben Gvir seinen alten Slogan „Tod den Arabern!“, aber seine Politik hat sich nicht geändert. Eigens für ihn wurde das Amt eines nationalen Sicherheitsministers geschaffen – selten wurde ein größerer Bock zum Gärtner gemacht: Im Wahlkampf warb er dafür, (palästinensische) „Terroristen“ zu erschießen, israelische Zivilisten zu bewaffnen und die Einsatzregeln für israelisches Militär in den besetzten Gebieten zu „lockern“. Das macht deutlich, um wessen Sicherheit es hier gehen soll.
    Finanzminister soll der Vorsitzende der Partei Religiöser Zionismus, Bezalel Smotrich, werden. Er möchte die Wirtschaftspolitik künftig an den Geboten der Tora orientieren. Man darf gespannt sein, denn eines der zehn darin enthaltenen Gebote lautet bekanntlich: Du sollst nicht stehlen! Tatsächlich gehören Betrug, Korruption und Diebstahl aber sozusagen zur Grundqualifikation dieser Regierung: Aryeh Deri, designierter Innenminister und Vorsitzender der Shas-Partei, wurde erst im Januar des Jahres wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Schon vorher saß er wegen Bestechung hinter Gittern. Sein Regierungskollege Yitzhak Goldkopf, Vorsitzender des Vereinigten Torah-Judentums, ist ein stinkreicher Unternehmer aus dem Gesundheits- und Sozialbereich. Das Gros seiner rund 3000 Beschäftigten speist er mit Mindestlohn ab. Kontrollen ergaben immer wieder diverse Verstöße gegen das Arbeitsrecht.
    Viele Israelis, die für die Trennung von Religion und Staat eintreten, sind entsetzt über den stellvertretenden Minister im Amt des Ministerpräsidenten, Amir Maoz. Er fiel nicht nur wegen homophober Äußerungen auf, sondern auch wegen seinem Versprechen, sogenannte linke Lehrinhalte aus den Schulen zu verbannen.
    Teil der Weltkriegsvorbereitung im Nahen Osten
    Die faschistoide Regierung Netanyahu ist Ausdruck der Fäulnis und Zersetzung des imperialistischen Staates Israels – ein Eingeständnis, dass das Land nur noch mit verstärkter Repression, Menschenverachtung und gesteigerter Faschisierung regiert werden kann. Für den US-Imperialismus und seine NATO-Verbündeten ist die Zustimmung zu dieser Regierung gleichzeitig Teil der Weltkriegsvorbereitung. Es ist sicher zwischen Israel und seinen Verbündeten abgestimmt, dass Netanyahu noch vor Amtseinführung unverhohlene Kriegsdrohungen gegen den Iran ausstreut: Er werde alles tun, „damit der Iran uns nicht mit einer Atombombe zerstört.“
    Mitte November warnte die MLPD in einem Grundsatzpapier, Israel »strebt eine regionale Führungsrolle an im Kampf gegen den neuimperialistischen Iran. Israel hat 13 Monopole unter den 2000 größten der Welt; das Militär ist die schlagkräftigste Streitkraft des Nahen Ostens. Israel verfügt über den pro Kopf größten Militäretat der Welt und gehört zu den zehn größten Rüstungsexporteuren der Welt. Angestrebt wird in der Region unter Führung der USA mit Israel ein neues Militärbündnis gegen den Iran (MEAD).« Netanyahus Kabinett ist die Regierung, dieses Programm durchzusetzen. (Zum Positionspapier der MLPD)
    Protest und Widerstand – von Juden und Palästinensern
    Noch vor der Amtseinführung demonstrierten mehr als 1000 Menschen in Haifa gegen die neue Regierung. Als eine der ersten Amtshandlungen wird die neue Regierung zwei Gesetzesvorhaben auf den Weg bringen, um Immunitätsregeln für Politiker zu erweitern. »Legalisierung von Korruption« nennt das Suzie Navot, eine bekannte Verfassungsrechtlerin in Israel.
    Die Palästina-Solidaritätsgruppe Handala aus Leipzig gegenüber Rote Fahne News: „Während die Bundesregierung und ihre Institutionen, deutsche Politikerinnen, Politiker und die wichtigsten Medien; kurz: der deutsche Diskurs noch immer der Illusion anhängt, der israelische Staat sei eine Demokratie und ein sicherer Hafen für Verfolgte, lässt die israelische Apartheid mit ihrer neuen Regierung und ihrem Koalitionsvertrag endgültig alle Masken fallen. Nun spricht der erste Absatz des Koalitionsvertrags offen dem ‚jüdischen Volk‘ das alleinige und unbestreitbare Recht auf das gesamte Palästina und die syrischen Golanhöhen zu. Die Regierung werde die Besiedlung weiter fördern, heißt es völlig ungeschminkt. Das zionistische Projekt hat seiner inneren Logik nach, schon immer das Ziel gehabt, Palästina auszulöschen, die gesamte einheimische, palästinensische Bevölkerung zu vertreiben oder zu töten und ihr Land zu annektieren. Die neue Regierung Israels verschleiert dies nun nicht mehr. Unsere endgültige Vertreibung ist nun offiziell beschlossene Sache.“
    Ist Volker Beck jetzt Antisemit?
    Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen Volker Beck wurde im Sommer dieses Jahres zum Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gewählt. Bekanntlich gehört(e) er zu denjenigen, die jede Kritik am Staate Israel und seiner Apartheidspolitik als Antisemitismus verunglimpfen und damit dem Kampf gegen wirklichen Antisemitismus schadete. Er sprach dann vom „israelbezogenen Antisemitismus“ und hetzte gegen die BDS-Bewegung, gegen Amnesty International und gegen die MLPD. Heute früh traute man seinen Ohren nicht, als man ihn beim Interview im Deutschlandfunk hörte: „Das ist eigentlich die Sorge, die meine größte ist, diese Idee – übrigens eine Diskussion, die wir leider auch aus Deutschland kennen –, dass man mit einem Mehrheitsvotum in der Knesset Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes, der die Rolle des Bundesverfassungsgerichts im israelischen Rechtssystem hat, überrollen kann. Das halte ich in derTat für eine sehr bedenkliche Überlegung und eine Infragestellung der strikten Gewaltenteilung, und ich hoffe, dass es da auch noch mal zu einem Nachdenken kommt, aber diese Idee kommt aus Netanjahus Partei.“ Hört man da etwa unverhohlene Kritik am Staat Israel und seiner Regierung? (Hier das Interview zum Nachlesen)
    Perspektive für die Werktätigen in Israel und Palästina
    Die bürgerliche Opposition in Israel fürchtet um die Demokratie im Lande. Tatsächlich bildet die bürgerliche Demokratie nur die Fassade der Diktatur der Monopole. Sie hat diese Regierung zur Geschäftsführung erkoren. Die Perspektive der Werktätigen in Israel und Palästina ist revolutionär. Demokratie und Freiheit sowie ein Ende der Besatzung und schließlich Sozialismus lassen sich nur im gemeinsamen Kampf erobern. Er muss sich durchsetzen gegen alle imperialistischen Mächte sowie ihre Verbündeten und Vasallen in der Region. Der Aufbau einer marxistisch-leninistischen Partei ist dafür ein wesentlicher Beitrag.
    https://www.rf-news.de/2022/kw52/faschisten-rassisten-ausbeuter-und-kriminelle-in-der-regierung
    Völkerfreundschaft und Solidarität שלום

  3. Wolfgang Erbe sagt:

    النكبة Palestine before Nakba فلسطين قبل النكبة
    https://www.youtube.com/watch?v=GQoeGb_VTp0
    Berontak Oi – Palestine For Freedom
    https://www.youtube.com/watch?v=ZaAg8F9xSZM
    https://www.youtube.com/watch?v=gx3Vc_zenfo
    https://www.youtube.com/watch?v=CmrqETLEQes
    Assassins…
    https://www.youtube.com/watch?v=SR3K-AABu64
    https://www.youtube.com/watch?v=Xi6tXoPTDmA
    ILE de FRANCE
    https://www.youtube.com/watch?v=3-vjiBgmgek
    Acrassicauda – „Garden of Stones“
    https://www.youtube.com/watch?v=2fIDFSUMvLY
    https://senderfreiespalaestina.de/
    »Farha« schildert die »Nakba« aus Sicht eines Teenagers.
    Inspiriert von wahren Begebenheiten – wenn Filme bereits mit einem solchen Hinweis beginnen, dann signalisiert das vor allem eines, und zwar Authentizität. Zugleich imprägnieren sich ihre Macher, in diesem Fall die jordanische Regisseurin Darin J. Sallam, präventiv gegen mögliche Kritik.
    Und mit einer solchen müssen Filmschaffende selbstverständlich rechnen, wenn sie sich auf politisch brisantes Terrain wagen. Bei Farha – übrigens mit Geldern aus Schweden und Saudi-Arabien finanziert – sind das die Ereignisse rund um die »Nakba«, also die Flucht und Vertreibung vieler Palästinenser anlässlich der militärischen Auseinandersetzungen im Umfeld der Staatswerdung Israels.
    DORF Aber der Reihe nach. Farha beginnt mit Idylle pur, man könnte fast schon von orientalisierendem Ethno-Kitsch sprechen. In einem pittoresken Dorf irgendwo im Palästina des Jahres 1948 erleben die Zuschauer, wie die gleichnamige 14-Jährige unter Feigenbäumen wissbegierig Bücher verschlingt, mit ihrer besten Freundin teenagerhafte Zukunftspläne schmiedet und sich gegenüber ihrem Vater, einem benevolenten Patriarchen und Dorf-Muhtar, mit ihrem Wunsch durchsetzt, in der Stadt eine Schule besuchen zu dürfen. Kurzum, alles könnte so schön werden.
    Doch plötzlich bricht die Katastrophe über das Dorf herein, was sich erst einmal nur akustisch andeutet. Man hört Artillerie und Maschinengewehre ballern, dann folgen Panik und Verwirrung. Frauen und Kinder fliehen, Männer agieren hilflos. Auch Farha soll das Dorf verlassen, weigert sich aber, woraufhin ihr Vater sie zu ihrem eigenen Schutz in den Vorratsraum einsperrt. »Ich komme wieder«, verspricht er seiner Tochter.
    Dass der Film trotz dieser eklatanten Mängel gefeiert wird und als Oscar-Anwärter in der Kategorie »Bester internationaler Film« gilt, spricht Bände über den Kunstbetrieb.
    Damit beginnt der eigentlich dramatische Teil von Farha. Aus ihrem Verlies heraus wird Farha Zeugin, wie eine israelische Militärpatrouille in das Dorf einfällt und eine ganze Familie auslöscht, die hilflos und auf der Flucht auf dem Anwesen ihrer Eltern gestrandet ist. Und diese Szenen haben es in sich. Durch Spalten in der Tür und einem kleinen runden Fenster verfolgt sie das blutige Geschehen. Zuerst drangsalieren die Soldaten die Flüchtlinge, wobei der Frau, die gerade ein drittes Kind zur Welt gebracht hat, von einer Israelin die Ohrringe abgerissen werden, die selbstverständlich in die eigene Tasche wandern.
    SÄUGLING Daraufhin streckt eine Salve die Flüchtlinge alle nieder, darunter zwei kleine Mädchen. Nur der Säugling wird nicht erschossen. »Töte es«, befiehlt der Offizier, den übrigens eine auffällig große Nase ziert, einem Soldaten. »Aber verschwende keine Munition.« Erst überlegt dieser, das Baby mit einem Stiefeltritt ins Jenseits zu befördern, bekommt aber Skrupel. Er bedeckt es mit einem Taschentuch und überlässt das Neugeborene so seinem Schicksal. Nach dem Abzug der Patrouille versucht Farha verzweifelt, sich aus ihrem Versteck zu befreien und den wimmernden Säugling zu retten, was ihr nicht gelingt. Bald ist er tot, Fliegenschwärme kreisen über dem Leichnam.
    »Kindermörder Israel« – so lautet denn auch die platte Botschaft des Films. Dabei ist es nicht die Thematisierung der »Nakba« als solcher, die sich als problematisch erweist, sondern die Machart. Die Israelis werden derart eindimensional präsentiert, dass sie wie plumpe Karikaturen einer brutalisierten Soldateska auftreten, eine Kontextualisierung der Handlung findet zu keinem Moment statt. Und die Tatsache, dass Farha sich eine quälend lange Zeit in einem Vorratsraum verbergen muss, weckt Assoziationen an Juden, die sich ebenfalls vor ihren Mördern verstecken mussten, Anne Frank lässt grüßen.
    Genau das alles soll wohl eine atmosphärische Dichte erzeugen, was aber schon deshalb nicht gelingt, weil Farha irgendwie nur völlig sinnbefreit durch den dunklen Kellerraum stolpert. Auch ist die Schauspielerin schlichtweg überfordert mit der Rolle. Dass der Film trotz dieser eklatanten Mängel gefeiert wird und als Oscar-Anwärter in der Kategorie »Bester internationaler Film« gilt, spricht Bände über den Kunstbetrieb.
    https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/kindermoerder-israel/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert