Kollege Wolfgang Erbe informiert über RHEINMETALL UND DIE MACHTERGREIFUNG ADOLF HITLERS!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis- (AK-) Mitglied Wolfgang Erbe (http://ak-gewerkschafter.com/?s=wolfgang+erbe) hat uns ein etwas umfangreicheres Info-Potpourri zu den Themen

RHEINMETALL UND DIE MACHTERGREIFUNG ADOLF HITLERS

zukommen lassen.

Dieses haben wir nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet. Dem Wolfgang gebührt ein HERZLICHES DANKESCHÖN dafür.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Kollege Wolfgang Erbe informiert:

Rheinmetall lebt vom Töten + Der Weg zum Faschismus lief über Kölner Banken –

„Machtangebot“ – Konservative Kreise und einige Vertreter der deutschen Wirtschaft offerieren

Hitler in Köln und dann in weiteren Treffen in Berlin die Regierungsgewalt auf dem Silbertablett *

Lin Jaldati – Der heimliche Aufmarsch

„Lieder gegen den Krieg“.1923 -1936. Erich Weinert, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht

Vor 90 Jahren –  Ernennung Hitlers zum Reichskanzler:

Ein Wechsel der Herrschaftsform des Monopolkapitals

Die Vereidigung Adolf Hitlers als Reichskanzler am 30. Januar 1933 markierte den Beginn der faschistischen Herrschaft in Deutschland. Die bürgerlichen Medien sprechen dazu gerne von Hitlers „Machtergreifung“ oder „Machtübernahme“.

Von Dieter Klauth

Montag,  30.01.2023,  14:00 Uhr

Der heutige Jahrestag mahnt: Kein Fußbreit den Faschisten! Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda! (rf-foto)

Der Versuch einer Machtergreifung war allerdings bereits zehn Jahre zuvor gescheitert, als 1923 in Bayern ein von ihm geführter Putsch unterdrückt wurde, da er von den maßgeblichen Kräften der herrschenden Klasse nicht gewünscht wurde. Was 1933 vor sich ging, war demgegenüber ein bewusster und geplanter Schritt zur Änderung der Herrschaftsform des Monopolkapitals: Die bürgerliche Demokratie wurde durch die offene faschistische Diktatur ersetzt. Der Grund dafür lag in der Befürchtung der Monopol- und Bankherren, ihre Machtausübung sei durch die Revolutionierung der Massen gefährdet.

In der Weltwirtschaftskrise, die 1929 begonnen hatte, hatte der Kapitalismus bis 1932 sechs Millionen Arbeitslose, weitere zwei Millionen, die keinerlei Leistungen mehr erhielten, weil sie ausgesteuert waren, und etwa eine Million ruinierte kleine Selbständige hervorgebracht. Die rechten bürgerlichen Parteien verloren an Einfluss, der SPD als sozialer Hauptstütze des Monopolkapitals entglitt zusehends die Kontrolle über die Arbeiterbewegung. Die von den Wirtschaftsbossen und Bankiers finanziell großzügig geförderten Nazis hatten zwar das höchste Stimmenergebnis aller Parteien erreicht, verloren bei den Wahlen am 6. November 1932 jedoch bereits wieder 4,3 Prozent. Die KPD als revolutionäre Arbeiterpartei gewann dagegen auf der Grundlage der Auslösung und Führung von Arbeiterkämpfen weitere 2,2 Prozent hinzu, erhielt sechs Millionen Wählerstimmen und 100 Reichstagsmandate.

Am 19. November 1932, wenige Tage nach diesen für sie schlecht verlaufenen Wahlen, forderten führende Industrielle in einer Eingabe an Reichspräsident Hindenburg die Ernennung Hitlers zum Kanzler. Der ostelbische Junker Hindenburg, selbst Mitglied der herrschenden Klasse, war ihr gefügiges Werkzeug und zudem als korrupter Vorteilsempfänger im sogenannten „Osthilfeskandal“ politisch angeschlagen. Er tat, wie ihm geheißen, während ein weiterer Strippenzieher, der Kölner Bankier Kurt Freiherr von Schröder, am 4. Januar in seiner Villa eine konspirative Absprache arrangierte: Hitler traf sich mit dem ehemaligen Reichskanzler der Zentrums-Partei, Franz von Papen, um zu beraten, wie man General Kurt von Schleicher als amtierenden Kanzler ablösen könne. Es folgten weitere Geheimtreffen, bei denen auch der Pressemagnat Alfred Hugenberg mit seiner Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) durch die Zusage eines Superministeriums aus Wirtschaft, Landwirtschaft und Ernährung zur Gefolgschaft Hitlers gewonnen wurde. Allenthalben wird dazu heute geschrieben, die Regierung Hitler-Papen habe „legal“ ihre Stellung angetreten – damit wird jedoch nur bestätigt, dass die Beseitigung der bürgerlichen Demokratie die logische Konsequenz der vom Monopolkapital befeuerten Rechtsentwicklung darstellte!

Am 1. Februar 1933 löste Hindenburg den Reichstag auf. Den von den Nazis inszenierten Reichstagsbrand am 28. Februar, der den Kommunisten untergeschoben werden sollte, nutzte Hindenburg zur „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“, mit dem alle Grundrechte außer Kraft gesetzt wurden. Das „Ermächtigungsgesetz“ vom 23. März 1933 beseitigte die Gesetzgebungskompetenz des Parlaments und die Hitlerfaschisten erhielten die totale politische Kontrolle. Die Arbeiterparteien wurden verboten, die Gewerkschaften zerschlagen, die bürgerlichen Parteien lösten sich auf.

Die Verhinderung der sozialistischen Revolution und die aggressive Ausrichtung auf Aufrüstung und Krieg um die Weltherrschaft – das war der imperialistische Kurs des deutschen  Monopolkapitals, für den es den Faschismus zur Machtausübung brauchte. Es kam darin eine Gesetzmäßigkeit des Imperialismus zum Ausdruck, die grundlegende Bedeutung für das Verständnis der heutigen Entwicklung hat, in der fast alle imperialistischen Länder einen Dritten Weltkrieg aktiv vorbereiten. Kein Wunder, dass medial so viel Aufwand betrieben wird, um die Verantwortung der herrschenden Klasse zu verschleiern und zu vertuschen!

Im September 1932 kursierten im engsten Kreis der deutschen Monopolkapitalisten die „Deutschen Führerbriefe“ mit einem Artikel der Privatkorrespondenz des „Reichsverbands der deutschen Industrie“. Darin wurde eine Analyse der Klassenkräfte unter den Bedingungen der Weltwirtschaftskrise vorgenommen und der Übergang zur faschistischen Herrschaft durch die Hitlerpartei empfohlen. Dieses historische Dokument ist abgedruckt im theoretischen Organ der MLPD, REVOLUTIONÄRER WEG Nr. 6/71 „Die dialektische Methode in der Arbeiterbewegung“, S. 102-107.

https://www.rf-news.de/2023/kw04/ernennung-hitlers-zum-reichskanzler-ein-wechsel-der-herrschaftsform-des-monopolkapitals

Geheimtreffen in Köln Lindenthal Der Weg eines zukünftigen Massenmörders zur Kanzlerschaft

von Helmut Frangenberg

Die Villa am Stadtwaldgürtel 35 sieht fast noch so aus wie im Jahr 1933, als sich hier Adolf Hitler und der ehemalige Reichskanzler Franz von Papen trafen.

Der Podcast „True Crime Köln“ berichtet vom Treffen zwischen Adolf Hitler und Ex-Kanzler Franz von Papen in der Villa des Kölner Bankiers Kurt von Schröder.

Es sollte ein Geheimtreffen sein: Adolf Hitler wechselte auf dem Weg nach Lindenthal das Auto, um mögliche Verfolger loszuwerden. In der Villa am Stadtwaldgürtel 35 erwartete ihn und seine Begleiter der ehemalige Reichskanzler Franz von Papen. Der Kölner Bankier Kurt Freiherr von Schröder hatte sein Haus zur Verfügung gestellt und sorgte für einen angenehmen Rahmen.

Es ging darum auszuloten, unter welchen Bedingungen Hitler und die NSDAP in eine deutsche Regierung mit deutschnationalen und konservativen Kräften eintreten könnten. Am 4. Januar jährt sich das Treffen, das viele Historiker als die „Geburtsstunde des Dritten Reichs“ nennen, zum 90. Mal.

Die neue Folge jetzt hören:

Noch nicht einmal vier Wochen später war Adolf Hitler deutscher Kanzler und von Papen sein Stellvertreter. Was in den Monaten zuvor unmöglich schien, wurde Realität: Reichspräsident Paul von Hindenburg ernannte Hitler zum Regierungschef, der nicht lange zögerte, um die Weichen zur Errichtung der NS-Diktatur zu stellen. Bereits im März stimmte der Reichstag dem Ermächtigungsgesetz und somit seiner eigenen Entmachtung zu. Von Papen wie auch der Kölner Gastgeber des ersten Treffens wurden zum Geburtshelfer eines Terrorregimes.

Kölner Bankier in Uniform: Kurt Freiherr von Schröder.

Copyright: Archiv

Dass das Treffen in Lindenthal, an diesem Ort und zu dieser Zeit stattgefunden habe, sei ein „Zufall der Geschichte“, sagt der Kölner Historiker Ulrich Soénius in der neuen Folge von „True Crime Köln“. Der Leiter des rheinisch-westfälischen Wirtschaftsarchivs hat sich intensiv mit dem Treffen und den Folgen befasst. Geheim blieb Hitlers Besuch am Stadtwaldgürtel nicht. Ein Fotograf stand vor der Tür und dokumentierte so die historische Weichenstellung.

Doch ein Aufschrei der Entrüstung blieb damals in der Öffentlichkeit aus. Im Gegenteil: Zeitungen aller politischer Richtungen spielten die Bedeutung herunter, einige verspotteten die Begegnung von „Adolf und Fränzchen“, so eine Überschrift der SPD-nahen Rheinischen Zeitung. Alle Beobachter lagen falsch. Tatsächlich wurde der Weg eines zukünftigen Massenmörders zur Kanzlerschaft geebnet.

Machtangebot statt Machtergreifung

Die Nazis sprachen später selbst von der Machtergreifung. Der Wahrheit entsprach das nicht. Und auch der allgemein geläufige Begriff von der Machtübernahme verkürzt das tatsächliche Geschehen, denn zunächst ging es um ein *

„Machtangebot“ – Konservative Kreise und einige Vertreter der deutschen Wirtschaft offerieren Hitler in Köln und dann in weiteren Treffen in Berlin die Regierungsgewalt auf dem Silbertablett

Erstes Kabinett Hitler 1933: Neben Adolf Hitler sitzt sein Vize Franz von Papen; dahinter stehen die Minister für Militär, Werner von Blomberg, (l.) und für Wirtschaft, Alfred Hugenberg (r.).  Foto aus https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesarchiv_Bild_183-H28422,_Reichskabinett_Adolf_Hitler.jpg

„Hier, an dieser Stelle, nimmt eine furchtbare Entwicklung ihren Lauf“, sagt Roland Schüler vom Kölner Friedensbildungswerk vor dem Haus am Stadtwaldgürtel, das immer noch fast so aussieht wie damals. Das Dach der Villa wurde ausgebaut, eine Mauer begrenzt nun das Anwesen. Diese wäre der ideale Ort für eine Gedenktafel, doch die Hauseigentümer verweigerten offenbar ihre Anbringung.

Deshalb wurde sie in den Gehweg vor dem Haus eingelassen. Schüler und Soénius fordern die Eigentümer in der neuen Podcast-Folge von „True Crime Köln“ dazu auf, anders mit der Verantwortung umzugehen, die sich aus der Geschichte eines solchen Ortes ergibt. „Man kann keinen zwingen. Aber Geschichte hat ihre Bedeutung für heute und für morgen“, so Soénius. Das müssten sich die Eigentümer von Häusern wie diesem klarmachen.

„True Crime Köln“ begibt sich anlässlich des 90. Jahrestags auf Spurensuche. Sie befasst sich auch mit der

Rolle der deutschen und Kölner Wirtschaft in dieser Zeit. Der Gastgeber des Treffens, Kurt Freiherr von Schröder, machte in der NS-Zeit Karriere, unter anderem als Präsident der Kölner Industrie- und Handelskammer. Er wurde Ehrenmitglied der SS. Den juristischen Umgang mit ihm oder auch mit von Papen in der Nachkriegszeit empfinden viele als skandalös:

Sie kamen mit äußerst milden Strafen davon.

https://www.ksta.de/true-crime-koeln/podcast-true-crime-koeln-die-geburtsstunde-des-dritten-reichs-381621

Vom Töten leben Doku (2016)

Oberndorf, die 14.000-Einwohner-Stadt am Ostrand des Schwarzwalds, befindet sich in einer schleichenden Krise. Zwei Drittel der Arbeitsplätze sind seit den 1980er-Jahren in den Rüstungsbetrieben Mauser (heute Rheinmetall) und Heckler & Koch verloren gegangen. Einer der Protagonisten des Films spricht von einem Fluch, der auf der Stadt liege, seit der König von Württemberg 1812 im ehemaligen Augustinerkloster eine Gewehrfabrik einrichten ließ. Millionen Menschen haben durch Waffen aus Oberndorf ihr Leben verloren – durchschnittlich alle 15 Minuten kommt nach Schätzungen von Friedensgruppen einer hinzu. Diese Tatsachen lassen die meisten in der Waffenindustrie arbeitenden Menschen nicht an sich heran. Sie beharren auf der Notwendigkeit der Herstellung von Waffen und sprechen lieber von den friedenserhaltenden Effekten der Rüstungsproduktion. Oberndorf sieht sich an den Pranger gestellt. In wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt Heckler & Koch auch wegen der Präzisionsprobleme des G36, die dazu führten, dass die Bundeswehr die Ausmusterung ihrer Standardwaffe ankündigte. Wie gehen die Menschen damit um, dass viele von ihnen mit ihren Familien von tödlichen Waffen leben, die nicht nur für die NATO produziert, sondern vielfach auch in Länder verkauft werden, in denen man Menschenrechte mit Füßen tritt? Hat sich seit Wolfgang Landgraebers erstem Film und seiner wütenden Ablehnung durch die Oberndorfer Mitte der 80er Jahre etwas geändert in der „Waffenstadt“? VOM TÖTEN LEBEN beschäftigt sich mit der großen Frage von Krieg oder Frieden, konzentriert auf eine kleine schwäbische Stadt und ihre Bewohner.

Rheinmetall lebt vom Töten

Widerstandsgruppe Leipzig diskutiert über „Kriegswirtschaft“

Seit einiger Zeit geistert der Begriff der angeblich notwendigen „Kriegswirtschaft“ durch die Redebeiträge der Berliner Politiker. Die Widerstandsgruppe gegen Faschismus und Krieg in Leipzig hat sich beim letzten Treffen damit befasst.

Korrespondenz aus Leipzig

Sonntag,  29.01.2023,  18:00 Uhr

Ein Genosse der MLPD vertrat, dass sich dieser Begriff nicht nur auf die Wirtschaft im engeren Sinne bezieht. Wenn imperialistische Politikerinnen und Politiker von »Kriegswirtschaft« sprechen, dann denken sie immer auch an »Kriegsrecht«. Damit ist eine weitere Einschränkung bürgerlich-demokratischer Rechte und Freiheiten verbunden. Denn welchen Sinn würde es aus militärischer Sicht machen, Rüstungsproduktion durch Entbürokratisierung, staatliche Aufträge und Subventionen zu beschleunigen und sie dann durch Demonstrationen und Streiks wieder verlangsamen zu lassen?

Allerdings hat diese Kriegswirtschaft teilweise schon begonnen. Auf die Spur brachte die Diskussion ein parteiloser Teilnehmer mit der Frage, ob denn der Rüstungskonzern Rheinmetall auch Munition produzieren würde? Macht er und darauf ist der Konzern auch stolz. In einer Pressemitteilung vom 17. Januar berichtet Rheinmetall über die Grundsteinlegung seiner neuen Munitionsfabrik in Várpalota (Ungarn). Sie erweitert die Munitionsproduktion des Konzerns, die bisher schon in Deutschland, Südafrika, Australien und der Schweiz stattfindet.

Außerdem kündigt der Kriegsprofiteur an, den spanischen Munitionshersteller Expal zu übernehmen – damit würde das deutsche Rüstungsmonopol seine Produktionskapazität mal eben verdoppeln. Das zeigt, wie die Konzerne sich bereits auf eine umfassendere Kriegswirtschaft“ einstellen.

Aktiver Widerstand gegen die Militarisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ist geboten. Auch dazu wurden auf der Beratung der Widerstandsgruppe Festlegungen getroffen.

https://www.rf-news.de/2023/kw04/widerstandsgruppe-leipzig-diskutiert-ueber-kriegswirtschaft

Wolfgang Erbe

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