Kollege Wolfgang Erbe informiert: Die frühere SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti hat ihren Parteiaustritt erklärt – jetzt müssen sich Gewerkschafter*Innen und Sozialdemokrat*Innen entscheiden – für Krieg und Kapital oder doch lieber für die Arbeiter*Innenklasse und internationale Solidarität?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis- (AK-) Mitglied Wolfgang Erbe (http://ak-gewerkschafter.com/?s=wolfgang+erbe) hat einen Beitrag verfasst, der sich mit der Austrittserklärung der früheren SPD-Vorsitzenden Andrea Ypsilanti

(Foto aus https://www.facebook.com/a.ypsilanti/)

aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands beschäftigt. Wir haben seinen Beitrag in der Gänze nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

********************************************

Kollege Wolfgang Erbe informiert:

Die frühere SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti hat ihren Parteiaustritt erklärt – jetzt müssen sich Gewerkschafter*Innen und Sozialdemokrat*Innen entscheiden – für Krieg und Kapital oder doch lieber für die Arbeiter*Innenklasse und internationale Solidarität?
 
 
 
Liebe Andrea,
 
seit die SPD imperialistische Kriege mit nationalem Epos – wie den 1. Weltkrieg – unterstützt und Rosa Luxemburg
 
 
und Karl Liebknecht
 
 

den Henkern zum Fraß vorgeworfen hat, ist die SPD eine Partei des Kapitals, der Ausbeutung der Arbeiter*Innen und des imperialistischen Krieges gewesen. Die SPD der Bluthund und Genossen, »Meinetwegen. Einer muß der Bluthund werden. Ich scheue die Verantwortung nicht.« So sprach am 6. Januar 1919 Gustav Noske, der sozialdemokratische Volksbeauftragte für Heer und Marine, und er ließ sich von der SPD-Reichsregierung – in falschem Deutsch und mit fürchterlichen Folgen -»weitgehendste Vollmachten zum Zweck der Wiederherstellung geordneter Verhältnisse in Berlin übertragen«.

»Wozu muß einer der Bluthund sein?« So hieß die Konferenz, die von der Bürgerinitiative für Sozialismus zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Volkshochschule am Wochenende zum 50. Todestag Gustav Noskes stattfand in Hannover, wo er begraben liegt. Gustav Noske wollte Deutschland 1919 vor der »bolschewistischen Gefahr« schützen, doch die hat es damals, so der Freiburger Militärhistoriker Wolfram Wette, als »machtpolitisch ernstzunehmender Faktor« in Deutschland nicht gegeben – darin sei sich die moderne Revolutionsforschung einig. Nach einer friedlich verlaufenen Großdemonstration, zu der USPD und Kommunisten gegen die SPD-Regierung aufgerufen hatten, besetzte eine kleine radikale Minderheit die »Vorwärts«-Druckerei. Es wäre – so Wette – eigentlich eine polizeiliche Aufgabe gewesen, die Druckerei zu räumen. Noske aber setzte die kaiserliche Soldateska ein. Das Ergebnis der so einsetzenden Kämpfe: über 3000 Tote – einen ähnlichen Blutzoll hatte es bei inneren Konflikten seit dem Dreißigjährigen Krieg nicht mehr gegeben. Noske tat, was Wilhelm II. den Sozialdemokraten immer angedroht, aber nie getan hatte, er ließ schießen. Trotzdem sei es nicht sinnvoll, betonte Wette, die Kritik auf Noske zu konzentrieren, die Mitverantwortung trugen fast alle sozialdemokratischen Führer, insbesondere Ebert und Scheidemann.

Noske hatte angeordnet: »Jede Person, die mit Waffen in der Hand gegen Regierungstruppen kämpfend angetroffen wird, ist sofort zu erschießen.« Das war, so der Soziologe Klaus Gietinger, auch ein Befehl zur Gefangenentötung. …

 
 

»Retter Deutschlands??? oder Handlanger Hitlers und der Faschisten?«, »Arbeiterverräter« und »Bluthund« Noske trug zur Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung bei, die bis zum Ende der Republik unüberbrückbar blieb und Hitler die Machtergreifung erleichterte.

Von Anfang an hintertrieb der Sozialdemokrat den Aufbau republikanischer Volkswehren. Statt dessen ging er auf enge Tuchfühlung mit den Generalen der alten Armee, bis die, im März 1920, gegen die Reichsregierung putschten – und es ihm heimzahlten.

 
 
Als Arbeiterpartei gestartet, als Monopolpartei gelandet
 
 
Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky (SPD)
Lenin, „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“ (Kann es Gleichheit zwischen dem Ausgebeuteten und dem Ausbeuter geben?), Werke, Bd. 28, Seite 94 – 103
 
 
 
 
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs zerbrach Kautskys gesamtes System. Die SPD ignorierte ihre feierlichen internationalistischen und Antikriegsversprechen und unterstützte die Kriegsanstrengungen des Kaisers. Wie Kautsky im Rückblick sagte: „Es ist verblüffend, dass keinem von uns Anwesenden in den Sinn gekommen war zu fragen: Was tun, wenn Krieg ausbricht? Welche Haltung sollten die sozialistischen Parteien in diesem Krieg einnehmen?“ [9] Kautsky konnte der SPD keinen revolutionären Weg im blutigen Mahlstrom bieten. Stattdessen bot er „linke“ Rationalisierungen für die kriegsfreundlichen Positionen der SPD an, die dazu führten, dass die Partei sich öffentlich gegen Streiks von Kriegsgegner*innen stellte und sich sogar an der Festnahme der revolutionären Gewerkschaftsführer*innen, die die Streiks organisierten, beteiligte. So war Kautsky zu dieser kritischen Stunde politisch machtlos. Internationalist*innen wie Karl Liebknecht oder Rosa Luxemburg riefen dagegen zu revolutionärem Handeln gegen den Krieg auf.
 
(Foto zeigt Eduard Bernstein und Karl Kautsky, 1910)
 
 
Wolfgang Erbe
Share
Dieser Beitrag wurde unter Neuigkeiten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Kollege Wolfgang Erbe informiert: Die frühere SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti hat ihren Parteiaustritt erklärt – jetzt müssen sich Gewerkschafter*Innen und Sozialdemokrat*Innen entscheiden – für Krieg und Kapital oder doch lieber für die Arbeiter*Innenklasse und internationale Solidarität?

  1. Wolfgang Erbe sagt:

    VIDEO
    Was ist eigentlich Sozialismus & Kommunismus?
    https://www.youtube.com/watch?v=-CRHbSR_C5w
    https://www.rf-news.de/
    Die Einladung zu Kritik und Selbstkritik dieses Videos der MLPD wird lebhaft genutzt:
    Zum Beispiel:
    @friedrichvolk3754
    Meiner Meinung nach ist dieses Viedeo zu deklarativ. Es werden die Gründe für Sozialismus&Kommunismus und gegen Kapitalismus genannt aber nicht bewiesen. Weder statistisch noch philosophisch(logisch). Für die Menschen, die schon sich der kommunistischen Bewegung beziehen ist es nicht mehr vonnöten. Diejenige, die noch Zweifel haben, können das Video wissenschaftlich unbegründet finden.
    https://www.youtube.com/watch?v=-CRHbSR_C5w
    und die Antwort auf diese Kritik:
    Danke für Kritik – Kritik und Selbstkritik sind die Werkzeuge der täglichen ideologischen Partei- und Kaderarbeit. Kommunisten bleiben allerdings nicht bei „Kritik und Selbstkritik“ stehen – Kommunisten analysieren die Realität, um sie zu verändern. Das heißt Hinweis auf Quellen geben, die wissenschaftliche Beweise geben (wo bleibt Deine Expertise, Deine Vorschläge?). Wobei Statistik auch die bürgerliche „Wissenschaft“ (Sozialwissenschaften, Volks- und Betriebswirtschaft, Ökonomie, Politikwissenschaften, etc.) betreiben, damit aber nicht das Elend der ‚bürgerlichen‘ Wissenschaft aus der Welt schaffen. – Auch in bürgerlich demokratischen Gesellschaften – sozialer Marktwirtschaft – bleibt es bei Lohnarbeit und Kapital, Reichtum durch Zinswirtschaft – das heißt Reichtum durch Verzinsung von Kapital das von Dritten erwirtschaftet worden ist (Lohnarbeiter*Innen, Kinderarbeit und Ausbeutung von ArbeitnehmerInnen im Trikont), Vorenthaltung des Mehrwertes bei der Entlohnung durch die Kapitalisten. Quellen dazu: Karl Marx „Lohn, Preis und Profit“ und „Lohnarbeit und Kapital“ und „Zur Kritik der Politischen Ökonomie“ und Marx – Engels Werke – der Link dazu: https://marx-wirklich-studieren.net/ zum online lesen. Tipp ihr könnt die Marx, Engels Werke, und aller kommunistischer Klassiker, in allen öffendlichen Bibliotheken auch Universtitätsbibliotheken bestellen und ausleihen oder im Antiquariat, z.B. bei https://www.neuerweg.de/antiquariat bestellen und kaufen. Weitere Studienquellen: https://www.neuerweg.de/buecher/kategorien/reihe-revolutionaerer-weg und https://www.neuerweg.de/buecher/kategorien/kapitalismuskritik-sozialismus-und-arbeiterbewegung um Deine Kritik positiv wirksam werden zu lassen empfehle ich die Studiengruppen des Marxismus-Leninismus der MLPD – hier findest Du engagierte kommunistische Vordenker*Innen die Kommunismus nicht nur diskutieren und studieren, sondern aus dem, was sie erlernen praktische Hinweise für ihre Arbeit in Betrieb, Gewerkschaft, Universität, Schule, Bundeswehr, Kunst und Sport, Stadtteil- und Nachbarschaftskomitees, im Jugendverband Rebell und im Frauenverband Courage mitnehmen, anwenden und prüfen und mit wissenschaftlichen Methoden – These, Synthese, Antithese im System des historischen und dialektischen Materialismus wirken lassen um und das ist unser Ziel und unsere Aufgabe, die reaktionären menschenfeindlichen Verhältnisse revolutionär überwinden zu können und unserem Volk und den Völkern der Welt dabei zu dienen. Gern lade ich Dich und alle interessierten ein Eure Ideen und Vorschläge in den Foren des Arbeitskreises Gewerkschafter auch online zu diskutieren. Schaut mal auf http://ak-gewerkschafter.com/?s=wolfgang+erbe vorbei. Vielen Dank mit revolutionären Grüßen
    Wolfgang Erbe Kommunist, Demokrat, Humanist und Gewerkschafter

  2. Wolfgang Erbe sagt:

    Wo Rauch ist, ist auch Feuer
    https://www.rf-news.de/2023/kw24/wo-rauch-ist-ist-auch-feuer
    Gudrun Von Laxenburg – Revolution
    https://www.youtube.com/watch?v=qDldNRUcVuE
    NEIL YOUNG AND DEVO – Hey Hey, My My
    https://www.youtube.com/watch?v=clR-KJXk7DY
    Hey Hey, My My – Revolution never dies – down on our knees – up to the scies – Revolution never dies
    Beware of the Clown The Damned
    https://www.youtube.com/watch?v=7w2njBSgJVA
    The Damned have released ‘Beware of the Clown’ – the second single from ‘Darkadelic’ their 12th studio album which will be out on 28 April. The new track was written by founding member Captain Sensible to deride what he calls the “conveyor belt of bozos” who lead us and was produced by Tom ‘Mitch’ Mitchener.
    ‘Beware of the Clown’ is vintage Damned with its lacerating social commentary and is accompanied by a gloriously impertinent video, starring the Captain as a jester politician. The video was directed by Martin Gooch, watch it below.
    https://www.backseatmafia.com/track-the-damned-release-new-single-beware-of-the-clown/
    The Plastic People of The Universe
    https://www.youtube.com/watch?v=B91gRhq7fyA
    The Damned – New Rose
    https://www.youtube.com/watch?v=TUxFQ5QBiYk&list=RDEMAPRHxw9W_pKFhsozpe_O5g&start_radio=1&rv=7w2njBSgJVA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert