Gegen den Stellenabbau bei FORD gibt es nur eine Möglichkeit, den Kampf der Kolleginnen und Kollegen dagegen sofort aufzunehmen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) stellen wir fest, dass unsere Prognosen zum Stellenabbau (http://ak-gewerkschafter.com/?s=stellenabbau) und zur Automobilkrise (http://ak-gewerkschafter.com/?s=automobilkrise) sich weiter bestätigt.

Jetzt sind wieder einmal die Kolleginnen und Kollegen des Automobil-Konzerns FORD betroffen. Wie schrieben wir mit Beitrag vom 17. März 2017:

„Gegen den geplanten Stellenabbau bei FORD und gegen die Filialenschließung bei BLOKKER hilft auf die Dauer nur ARBEITNEHMER-POWER!“

Diesen Beitrag könnt Ihr durch den Klick auf den nachstehenden Link aufrufen und nachlesen.

> http://ak-gewerkschafter.com/gegen-den-geplanten-stellenabbau-bei-ford-und-der-filialenschliessung-bei-blokker-hilft-auf-die-dauer-nur-arbeitnehmer-power/ !

Jetzt rächt es sich, dass unser Ratschlag aus 2017 nicht befolgt wurde!

Damals haben wir das Nachstehende empfohlen:

Als AK sagen wir dazu: Sicherheiten bietet kein Stück Papier! Die Arbeitsplätze sichern können nur die Kolleginnen und Kollegen selbst. Internationale Solidarität zwischen den Beschäftigten weltweit ist das Gebot der Stunde.

Wir prognostizieren, dass derer Stellenabbau wird auch Deutschland vor 2021 treffen! Für Profit wird ALLES möglich gemacht werden, wollen wir wetten?

Seit 2021 ist Benjamin Gruschka Betriebsratsvorsitzender bei FORD in Köln.

Auf der am 23. Januar 2023 stattgefundenen Betriebsversammlung rief er nicht zum Wiederstand gegen die geplante Schweinerei des Stellenbabbaus auf, sondern überbrachte als „Herold der Unternehmensleitung“ die Hiobsbotschaft an die Kolleginnen und Kollegen, wie es sich für einen „braven Sozialpartner“ (http://ak-gewerkschafter.com/?s=sozialpartnerschaft) gehört!

Massiver Stellenabbau bei Ford in Köln

00:44 Min. Verfügbar bis 23.01.2024

Ford streicht wohl tausende Stellen in Köln

Stand: 24.01.2023, 06:46 Uhr

Das wurde am Montag laut Betriebsrat bei einer Betriebsversammlung bekannt gegeben. Demnach könnten im Forschungszentrum Merkenich bis zu 2.500 von 3.800 Stellen abgebaut werden – mehr als die Hälfte aller Jobs in der Fahrzeugentwicklung.

In der Verwaltung müssen dem Betriebsrat zufolge rund 20 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen. Auch im Forschungszentrum in Aachen soll es Entlassungen geben. Hintergrund ist, dass Ford Auto-Modelle mit Elektromotor in Zukunft nicht mehr in Europa entwickeln lassen will, sondern in den USA.

In Betriebsversammlungen werden die Mitarbeiter über die Pläne des Unternehmens informiert. Sie kamen teilweise in Bussen an. Der Andrang war so groß, dass viele wieder weggeschickt werden mussten. Deshalb hat das Unternehmen für den Nachmittag eine dritte Versammlung angekündigt.

Die Stimmung in den Hallen schwankt zwischen Betroffenheit und lautstark geäußertem Zorn, berichten Mitarbeiter, die an der Versammlung teilgenommen haben. Vor allem deswegen, weil das Unternehmen selbst nichts zu den Plänen gesagt hat. Die schlechte Botschaft musste der Betriebsrat überbringen. Das sei ein Skandal, kommentierte der Betriebsratsvorsitzende Benjamin Gruschka.

Ford bestätigt den Stellenabbau nicht

Ford hat den Stellenabbau nicht bestätigt. In einer schriftlichen Stellungnahme teilt der Konzern mit, „die aktuellen Spekulationen über eine mögliche Umstrukturierung bei Ford in Europa“ nicht kommentieren zu wollen.

Jedoch werde die komplette Umstellung auf Elektro-Fahrzeuge „erhebliche Veränderungen“ mit sich bringen und auch Auswirkungen auf die zukünftige Organisationsstruktur haben. „Weitere Einzelheiten geben wir bekannt, sobald unsere Pläne final sind und wir unsere Belegschaft informiert haben“, heißt es weiter.

Entwicklungszentrum laut Betriebsrat am stärksten betroffen

Im Entwicklungszentrum arbeiten bisher 3.800 Mitarbeiter. Sie haben die Modelle der Klein- und Mittelklasseautos entwickelt, die nun nach und nach eingestellt werden. Neue, ausschließlich elektrisch betriebene Modelle sollen in den USA entwickelt werden. Laut Betriebsrat wäre das Entwicklungszentrum damit quasi arbeitslos. Ein Teil der Sparmaßnahmen liegt innerhalb des Ford-Konzerns. Auch in der Verwaltung, im Ersatzteilzentrum und im Forschungszentrum in Aachen sollen Stellen wegfallen.

Mehrmals schon waren die Mitarbeiter zuletzt mit Einsparmaßnahmen konfrontiert. Zuletzt noch im Jahr 2020, als 5.400 Stellen in Deutschland weggefallen sind. Zu den Maßnahmen gehörte auch das beschlossene Ende der Fahrzeug-Produktion in Saarlouis. Das aber war noch nicht das Ende der Einsparungen bei Ford, wie jetzt offensichtlich wird.

Umbau für Elektroauto-Produktion

Derzeit werden die Produktionslinien im Kölner Werk für die Montage des ersten E-Modells umgebaut. In diesem Jahr soll der Wagen vom Band laufen, im kommenden Jahr ein zweites E-Modell folgen. Das Unternehmen will mit den neuen Modellen mehr Geld verdienen als mit den bisherigen Klein- und Mittelklasse-Modellen mit Verbrennungsmotor. Der in Köln gebaute Dauerrenner Fiesta wird deshalb ab Mitte 2023 nicht mehr produziert. Auch die komplette Automontage im saarländischen Saarlouis wird eingestellt.

Strukturen in ganz Europa auf dem Prüfstand

Der gesamte Ford-Konzern in Europa wird seit Jahren umgekrempelt. Und immer wieder werden massiv Stellen gestrichen. Mit 5.400 wegfallenden Stellen im Jahr 2020 schien das Ende der Einsparungen erreicht. Eine offensichtlich trügerische Hoffnung.

Automobilexperte sieht strategische Fehler bei Ford

Der Automobilexperte Stefan Bratzel sieht große strategische Fehler in der Ausrichtung des Unternehmens. Statt in die Entwicklung von Elektromobilität zu investieren, sei Ford immer mehr in preiswertere Fahrzeug-Segmente abgerutscht. Das Problem: verhältnismäßig geringe Margen bei zugleich hohen Lohnkosten für die Produktion in Deutschland. „Wenn die Stückzahlen dann irgendwann zu niedrig werden, kann man auch die Fixkosten für die Entwicklung einer großen Anzahl von Modellen nicht mehr vernünftig refinanzieren“, so Bratzel.

Währenddessen seien andere in die Marktlücke gestoßen, zum Beispiel der Konkurrent Volkswagen. Dessen E-Mobilitäts-Plattform hatte Ford bislang für seine Plug-In-Hybride in Europa genutzt. Dass man den E-Mobilitäts-Trend zu spät erkannt habe, wolle man bei Ford jetzt korrigieren. „Grundsätzlich ist das eine positive Nachricht für Ford und auch für die Mitarbeiter, aber klar ist: Man braucht viel weniger Leute, wenn man die Entwicklung woanders macht und nicht in Köln“, sagt Stefan Bratzel.

Über dieses Thema berichtet der WDR am 23.01.2023 in seinen aktuellen Sendungen im Fernsehen und Hörfunk.

Stellenstreichungen bei Ford

WDR Studios NRW 23.01.2023 00:48 Min. Verfügbar bis 30.01.2023 WDR Online

Studiogespräch: Benjamin Gruschka, Mitglied des Betriebsrat von Ford

Lokalzeit aus Köln 23.01.2023 Verfügbar bis 30.01.2023 WDR

https://www1.wdr.de/mediathek/video-lokalzeit-aus-koeln—2272.html

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Wir raten den Kolleginnen und Kollegen bei FORD, ihrem Betriebsrat, den IG-MetallVertrauensleuten und der gesamten IG-Metall dringlich an, unverzüglich den Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze aufzunehmen.

Unsere SOLIDARITÄT wird ihnen sicher sein!

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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3 Antworten zu Gegen den Stellenabbau bei FORD gibt es nur eine Möglichkeit, den Kampf der Kolleginnen und Kollegen dagegen sofort aufzunehmen!

  1. Wolfgang Erbe sagt:

    Zu den Montag Betriebsversammlungen bei der Ford Werke GmbH
    https://www.facebook.com/IGMKLev/
    Fordarbeiter*Innen in ganz Europa – auf zum nächsten Treffen der Internationalen Koordinierungsgruppe (ICOG) kämpferischer Automobilarbeiter*Innen
    https://automotiveworkers.org/de
    https://automotiveworkers.org/de/2022/q04/wenn-nicht-jetzt-wann-dann-lasst-uns-grenzen-ueberschreiten-und-die-internationale-einheit-der-arbeitnehmer-staerken
    Buh-Rufe für den Deutschlandchef
    Außerordentliche Betriebsversammlung bei Ford Köln am gestrigen 23. Januar
    „Die verarschen uns“ – das war ein häufiger Kommentar, den wir von Kollegen hörten, die aus den Versammlungen kamen. Versammlungen, Plural, denn in die erste Versammlung um 9:45 Uhr passten nur 5000 Leute, der Rest wurde wieder weggeschickt und zu einer zusätzlichen dritten Versammlung um 12:45 Uhr bestellt.
    Von einem Korrespondenten
    Dienstag, 24.01.2023
    Für die Spätschicht um 15:15 Uhr war bereits im Vorfeld eine eigene Versammlung angesetzt worden. Auch der Zug der Kollegen aus der Fertigung der Y-Halle, der geschlossen als Demozug zur Versammlungshalle gezogen war, gehörte zu den Weggeschickten. Für sie wurde dann eine Ersatzversammlung am Mittag durchgeführt – eine geplante, organisierte Desorganisation, kein Zufall.
    Erstmals war bei diesen Versammlungen von vornherein der Tagesordnungspunkt „Aussprache“ gestrichen worden, die Kollegen sollten sich nicht selbst äußern. Dagegen gab es Zwischenrufe, Unmut, Protest, der aber abgebügelt wurde: Man werde noch „weitere Gelegenheiten schaffen“. Ausrede! Kritik war nicht erwünscht, zu groß war die Angst von einem selbständigen Kampf ausgehend von der Versammlung – wie es in Saarlouis bei Bekanntgabe der Schließungspläne letztes Jahr der Fall war (Rote Fahne News berichtete). Trotzdem war die Stimmung kämpferisch und wütend, der Deutschland-Chef wurde immer wieder von Buh-Rufen und Pfiffen unterbrochen – obwohl er nur wenige Minuten überhaupt auf der Bühne war.
    Bekanntgegeben wurde schließlich, und zwar vom Betreibsrats-Vorsitzenden, nicht von der Geschäftsleitung, dass 65% der Beschäftigten der Entwicklungszentren in Köln, Dunton (Großbritannien) und Lommeln (Belgien) eingespart werden sollen. Von 6500 sollen nur 2200 übrig bleiben. Für Köln hieße das von derzeit 3800 auf 1300. Das soll innerhalb der nächsten zwei Jahre umgesetzt werden. Weiterer Abbau im sogenannten „Admin-Bereich“ (alles außer Produktion und Entwicklung), hier Reduzierung um 20 %. Das betrifft auch das Ersatzteillager Merkenich. Für das Forschungszentrum Aachen gibt es noch keine Entscheidung, es steht aber faktisch vor der Schließung, weil es an der Entwicklung hängt. Am Kölner Standort sind somit 25% der Belegschaft betroffen! Es geht um Arbeitsplätze in ganz Europa, und auch die Schließung von Saarlouis muss in diesen Zusammenhang eingeordnet werden. Die Ford-Belegschaft muss darauf auch in Europa antworten.
    Es gäbe laut Gesamtbetriebsratsvorsitzendem Benjamin Gruschka nun Weg A, eine auch öffentlich geführte Auseinandersetzung, wo der Betriebsrat mit „allen Möglichkeiten der Mitbestimmung massiv in die Pläne von Ford eingreifen und sie stören“ will. Mit dem Wunschergebnis eines „Erwachens und Umdenkens der Ford-Führung in den USA“. Aus diesem Wunschtraum sollte er selbst lieber mal „erwachen“. Weg B sei eventuell ein Sozialtarifvertrag mit der IG Metall. Es gibt aber auch einen Weg C: Selbständiger Streik für jeden Arbeitsplatz, darin die IG Metall zur Kampforganisation machen und für den konzernweiten Zusammenschluss und Kampf der Belegschaften eintreten. Die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als Konzernvereinbarung kann Arbeitsplätze erhalten! Das alles müssen die Kollegen jetzt verarbeiten, beraten und finden in der MLPD ihre Verbündeten, die ihnen mit Rat und Tat und einem Schatz an Erfahrungen zur Seite steht.
    Vor dem Tor der Werkshalle kam es zu öffentlich geführten Auseinandersetzungen über das weitere Vorgehen. Einige Kolleginnen und Kollegen organisierten mit Transparent, Schildern und einem offenen Mikrofon ihre Bereitschaft, für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen und kritisierten, dass es keine Aussprache gab. Es ist in der Belegschaft noch nicht geklärt, wie man weiter vorgehen muss. Die IG-Metall-Bevollmächtigte in Köln kündigte Maßnahmen an, „die weh tun“, wenn Ford an diesen Plänen festhält. Dabei ist doch jetzt schon klar, was Ford vor hat. Kollegen sagten z.B.: „Das geht seit ERA (Entgeltrahmen-Abkommen, die Red.) so – Arbeitsplatzabbau über Abfindungen, dritte Schicht gestrichen, Saarlouis, jetzt Köln“ – und manche reagierten dann mit einem „sollen sie den Laden doch gleich ganz dicht machen“.
    Ein „Sozialtarifvertrag“, den die IG-Metall-Führung ins Spiel bringt, wird daran nichts ändern – im Gegenteil! Er ist der Weg in die Niederlage, weil Arbeitsplatzvernichtung akzeptiert wird. Bestenfalls hier und da den Abbau finanziell „abpuffern“. Das muss grundsätzlich abgelehnt und dazu erstmal durchschaut werden. Viele Kollegen sagen auch bewusst: „Ich hab nur noch ein paar Jahre. Aber was ist mit der Jugend?!“ Aber es kamen auch Meinungen wie: „Man muss den alten Marx wieder aus dem Regal holen und abstauben – er hatte so recht“. Manche ärgerten sich auch, dass die Belegschaft noch nicht geschlossener reagiert hat und die Versammlungen für einen Proteststreik genutzt hat: „Wir hätten bleiben sollen.“
    Es gibt jetzt viel auszuwerten – und Schlussfolgerungen zu ziehen, damit die Fordler sich, für den Weg des selbständigen Kampfs entscheiden!
    https://www.rf-news.de/2023/kw04/ausserordentliche-betriebsversammlung-bei-ford-koeln-am-23-februar
    Ford – Kampf um jeden Arbeitsplatz ist jetzt angesagt!
    „Kampf um jeden Arbeitsplatz ist jetzt angesagt“ – So lautet die Überschrift der Kollegenzeitung „Scheinwerfer“, die diese Woche bei Ford in Köln verteilt wurde.
    Von Gerd Pfisterer
    Sonntag, 22.01.2023
    Rote Fahne News dokumentierte gestern den „Scheinwerfer“-Artikel.
    Am morgigen Montag, dem 23. Januar 2023, findet in Köln eine außerordentliche Belegschaftsversammlung für die 14.000 Kolleginnen und Kollegen statt. Anlass ist die Ankündigung von Ford zu einer massiven Arbeitsplatzvernichtung im vierstelligen Bereich in Köln. Betroffen sein sollen Arbeitsplätze in der Montage, dem Motoren- und Getriebewerk, der Entwicklung, der Verwaltung und dem Vertrieb. Als Grund nennt Ford die Entscheidung, ab 2030 in der EU nur noch E-Autos bauen zu wollen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Ford plant, bis Mitte 2025 die Modelle Mondeo, Fiesta, Galaxy, S-MAX und Focus auslaufen zu lassen. Stattdessen will sich das Unternehmen auf Nutzfahrzeuge und wie Daimler oder BMW auf das hochpreisige Segment konzentrieren, um damit Maximalprofite zu machen.
    Nächster Angriff des Ford-Konzerns
    Das ist nach der Ankündigung der Schließung des Ford Werkes in Saarlouis 2025 mit 4500 Beschäftigten und 1600 im Industriepark der nächste Angriff des Ford-Konzerns. Kritisiert werden muss, dass sich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende auf den vom Ford-Konzern ausgerichteten Konkurrenzkampf zwischen Valencia und Saarlouis eingelassen hat. Notwendig ist, dass die Belegschaften zusammen, europaweit, den Kampf gegen die Pläne zur Vernichtung Tausender Arbeitsplätze führen. Stattdessen sind Verlierer nicht nur die Kolleginnen und Kollegen in Saarlouis, sondern auch die in Valencia: 700 Arbeitsplätze werden dort vernichtet, Löhne gekürzt, Arbeitsbedingungen verschlechtert … Und auch dem Werk in Valencia droht das Aus bis 2030. Ford hat beantragte und bereits zugesagte kostenlose Subventionen der EU zur Umstellung auf E-Mobilität für das Werk in Valencia in Höhe von 106 Mio. Euro abgelehnt.
    Im Saarland haben am 14. Januar 500 Kolleginnen und Kollegen mit brennenden Fackeln in Ensdorf auf der Bergehalde gegen die Arbeitsplatzvernichtung von Ford demonstriert. „Wir geben diese Arbeitsplätze nicht kampflos auf und bislang reicht das von Ford vorgestellte Zukunftskonzept bei weitem nicht aus,“ sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Lars Desgranges. Doch wie sieht das „Zukunftskonzept“ von Ford aus? Bislang hat das Unternehmen nur zugesagt, 500 bis 700 Arbeitsplätze in Saarlouis zu erhalten. Gleichzeitig hat der Betriebsrat in Saarlouis eine Betriebsvereinbarung mit Ford abgeschlossen, nach der bis zu 500 Kolleginnen und Kollegen freiwillig nach Köln wechseln können. Wie soll das gehen, wenn dort selbst Tausende Arbeitsplätze vernichtet werden sollen?
    Sackgasse Sozialtarifvertrag
    In der IG Metall Veröffentlichung IGM@Info Ford Ausgabe 1/23 heißt es: „Wir können die Beschäftigten zum Beispeil auch zum Streik aufrufen, um den Abschluss eines Sozialtarifvertrags zu erreichen!“ Wie das Beispiel vieler Belegschaften zeigt, ist das eine Sackgasse. Mit einem Sozialtarifvertrag können keine Arbeitsplätze erhalten werden. Er regelt lediglich, wie eine beschlossene Arbeitsplatzvernichtung umgesetzt wird! Es ist deshalb eine Irreführung von IG-Metall-Führern, wenn sie behaupten, mithilfe eines Streiks zum Abschluss eines Sozialtarifvertrages könnte der Kampf um jeden Arbeitsplatz geführt werden! Wir brauchen Gewerkschaften als Kampforganisationen!
    Wie muss der Kampf geführt werden?
    Das reaktionäre Betriebsverfassungsgesetz in Deutschland verpflichtet die Betriebsräte zur „vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Unternehmern“ und untersagt ihnen Arbeitskampfmaßnahmen. Und weil den Arbeiterinnen und Arbeitern in Deutschland ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht verweigert wird, können Gewerkschaften nach Richterrecht nur Streiks in Angelegenheiten führen, die durch Tarifvertrag geregelt werden. Wegen der im Grundgesetz den Unternehmen garantierten Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel ist nach bürgerlichem Recht den Arbeitern der Kampf gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen nicht erlaubt.
    In der Kollegenzeitung „Scheinwerfer“ heißt es: „Deswegen müssen wir den Kampf um die Arbeitsplätze selbstständig führen! Der Kampf der Kolleginnen und Kollegen bei Opel in Bochum stand zehn Jahre lang unter dem Motto ‚wir akzeptieren die Schließung nicht‘. Dieser Kampf wurde von den Kolleginnen und Kollegen selbständig organisiert und geführt. Das muss unser Weg sein.“ Weil es in dieser Auseinandersetzung nicht nur um das Kölner Werk geht, schlägt der „Scheinwerfer“ einen standortübergreifenden, europaweiten Kampf vor. Als ersten Schritt fordern die Kollegen einen europaweiten Aktionstag aller Ford-Belegschaften zur Verteidigung aller Arbeitsplätze und für die 30-Stunden-Woche vollem Lohnausgleich!
    Nur wer kämpft, kann gewinnen!
    Ein selbständiger Streik der Ford-Belegschaft hätte eine Signalwirkung nicht nur an die Belegschaften, die vor gleichen Herausforderungen stehen. Er wäre ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Klassenbewusstseins auf dem Weg zur Arbeiteroffensive im Kampf gegen die Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten und gegen die Gefahr eines Dritten Weltkriegs. „Nur wer kämpft, kann gewinnen“ heißt es im „Scheinwerfer“. Und weiter: „Wer kämpft, bekommt die Solidarität aus der Bevölkerung und von anderen Belegschaften. Die MLPD steht kämpfenden Belegschaften in ganz Deutschland zur Seite und unterstützt sie mit Rat und Tat. Dazu müssen Vorbehalte abgebaut und es muss Vertrauen geschaffen werden.“
    https://www.rf-news.de/2023/kw03/kampf-um-jeden-arbeitsplatz-ist-jetzt-angesagt
    Mißwirtschaft? – Nein Danke – Profiteure enteignen –
    Ausbeuterbetriebe verstaatlichen
    http://ak-gewerkschafter.com/kollege-wolfgang-erbe-informiert-die-reichen-besteuern-die-kuerzungen-aufheben-wuetende-demonstranten-opel-und-ford-schicken-kolleginnen-nach-hause-klimapolitik-jugendgipfel-2021-milano/#comment-208067
    Ford hatte genug Zeit die Umstrukturierung durch Innovation, Ersatzarbeitsplätze, Arbeitszeitverkürzung und Umverteilung von Arbeit vorzubereiten – Ford hat das versäumt – das ist Mißwirtschaft – dafür zahlen nicht wir!
    https://www.facebook.com/IGMKLev/
    Gemeinsam mit den Verdi Kolleg*Innen – alle Räder stehen still wenn unser starker Arm das will
    https://www.youtube.com/watch?v=wIxYzX0PKQk
    Wir streiken!
    https://www.youtube.com/watch?v=3N1v634BRwE
    Die Verantwortung trägt Ford – Ford verklagen – Fordkapital muß für Ersatzarbeitsplätze und Innovation herangezogen werden – Mißwirtschaftsbetriebe und Eigner enteignen und verstaatlichen
    ABRISSBIRNE FORD
    https://www.facebook.com/IGMKLev/
    https://www.youtube.com/watch?v=zUZv8VafLrM…

  2. Wolfgang Erbe sagt:

    In ganz Deutschland kämpfen jetzt die Kolleg*Innen in der Automobilindustrie und den Zulieferbetrieben um ihre Arbeitsplätze
    Der gesamte Standort von GKN Driveline in Mosel bei Zwickau soll geschlossen werden, kämpft gemeinsam mit Euren Ford Kolleg*Innen.
    Siehe dazu den Artikel unten!
    Organisiert Euch Kolleg*Innen! – werdet Mitglied in MLPD und Rebell– auf zum nächsten Treffen der Internationalen Koordinierungsgruppe (ICOG) kämpferischer Automobilarbeiter*Innen
    https://automotiveworkers.org/de
    https://automotiveworkers.org/de/2022/q04/wenn-nicht-jetzt-wann-dann-lasst-uns-grenzen-ueberschreiten-und-die-internationale-einheit-der-arbeitnehmer-staerken
    835 Arbeitsplätze würden damit der Profitgier von Melrose Industries, einem milliardenschweren Finanzinvestor, zum Opfer fallen. Faktisch sind weit mehr als 835 Arbeitsplätze betroffen: Es geht um die Existenz ganzer Familien, kleiner Zulieferfirmen, regionaler Läden, Vereine, die Zukunft der Jugend, die Region! Die „Gelenkwelle“, wie das Werk bei den Arbeiterinnen und Arbeitern heißt, gehört zur Automotive Sparte von GKN.¹ In Mosel werden Komponenten produziert und fertige Gelenkwellen für Verbrenner und E-Autos, unter anderem für Daimler, BMW und Audi werden montiert.
    Wochenlang machten Gerüchte über Verlagerungen von Teilen der Montage nach Polen die Runde. Das Management dementierte eifrig – bereitete die Verlagerung nach Polen vor und ließ die Belegschaft in Mosel eiskalt bis Weihnachten noch rollende Woche schuften! „Ich arbeite seit über 20 Jahren in der ‚Gelenkwelle‘. Wir Älteren waren immer verbunden mit der Firma. Viele haben hier ihre Gesundheit gelassen. Ich bin geschockt, dass man uns so kalt abserviert“, sagt ein Kollege aus der Montage. Der erste Schock muss schnell überwunden werden, um zu klären, was jetzt zu tun ist. Die Stimmung: „Das ist gelaufen, die Schließung beschlossen, man kann maximal Abfindungen rausholen“ ist da allerdings ein schlechter Ratgeber!
    Warum soll „alles gelaufen“ sein?! Warum sollen wir uns mit der Profitlogik der Konzerne abfinden?! Noch wird in Mosel produziert – noch stehen die Anlagen, noch kalkuliert GKN / Melrose täglich mit der Ausbeutung, damit, dass Aufträge abgearbeitet werden. Ein sogenannter „Sozialtarifvertrag“, wie jetzt von der IG-Metall-Vertretung ins Spiel gebracht, ist vom Standpunkt der Arbeiterklasse alles andere als „sozial“, weil damit nur der Preis für den Verkauf der Arbeitsplätze hochgetrieben werden soll. Jetzt muss die Losung „Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!“ ausgegeben werden, jetzt müssen die Kräfte gesammelt und es muss sich auf einen harten, selbständigen Kampf vorbereitet werden!
    Zuletzt haben die GKN’ler in der Tarifrunde und bei 24-Stundenwarnstreiks gezeigt, dass sie erfolgreich kämpfen können! Statt individuellem Ausweg oder Resignation muss die ganze Belegschaft jetzt ihre Trümpfe zählen, sortieren und – ausspielen! Die MLPD stellt als zuverlässige Partnerin und nach Kräften ihr Know-how zur Verfügung. Sie als als revolutionäre Arbeiterpartei als einzige nicht mit diesem kapitalistischen System und seinen Nutznießern verbandelt! Die Sache ist noch nicht gelaufen!
    https://www.rf-news.de/2023/kw04/gelenkwelle-muss-bleiben-die-sache-ist-noch-nicht-gelaufen

  3. Wolfgang Erbe sagt:

    FORD EUROPAWEITER STREIK MUß HER
    https://www.rf-news.de/2023/kw03/ford-koeln-weitere-tausende-arbeitsplaetze-auf-der-abschussliste
    STORY: Ford faces the threat of Europe-wide labor unrest
    https://news.yahoo.com/ford-job-cuts-plan-triggers-165940970.html?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cuc3RhcnRwYWdlLmNvbS8&guce_referrer_sig=AQAAAKrL63TVfwO22OFws6QCKejLqMOsuBcz1if4pWSUeO8gTMc35wFoeOO1yRfW7iHv1khaDrYxfxGSQkBN6fFPaTjDAR1PaOK9yHY5VQ9pCcUwQvx54Y1sXpsO-8dcZLzO_sfsFn-QUGUa89BcQClURghQPjps5rC5evF8b-qeYCo_
    Unbefristeter Streik statt „Nadelstiche“ gegen Stellenabbau
    Benjamin Gruschka, so geht Widerstand in die Hose!
    https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/drohender-kahlschlag-ford-belegschaft-will-nadelstiche-gegen-stellenabbau-setzen/ar-AA16QdWR?li=BBqfP3q
    Ford hatte genug Zeit die Umstrukturierung durch Innovation, Ersatzarbeitsplätze, Arbeitszeitverkürzung und Umverteilung von Arbeit vorzubereiten – Ford hat das versäumt – das ist Mißwirtschaft – dafür zahlen nicht wir!
    https://www.facebook.com/IGMKLev/

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