Bericht unseres AK-Kollegen Dr. Paul Michels über die BÜNDNISVERANSTALTUNG „DIPLOMATIE STATT WAFFEN UND SANKTIONEN!“ vom 03.12.22 hier in Aachen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

für Samstag, d. 03. Dezember 2022, hatten auch wir als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) zur Kundgebung nebst Demonstration zum Thema

„DIPLOMATIE STATT WAFFEN UND SANKTIONEN!“

hier in Aachen eingeladen.

Der Klick auf den nachstehenden Link blättert Euch unseren entsprechenden Beitrag dazu auf.

> http://ak-gewerkschafter.com/am-samstag-d-03-dezember-2022-15-00-uhr-kugelbrunnen-willy-brandt-platz-aachen-gibt-es-wieder-eine-kundgebung-nebst-demonstration-zum-thema-diplomatie-statt-waffen-und-sanktionen/ !

(Foto aus https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Willy-Brand-Platz,_Aachen.JPG !)

Unser AK-Kollege Dr. Paul Michels hat den nachstehenden Bericht über diese Veranstaltung  verfasst. Diesen haben wir sehr gerne zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet.

Bericht des Kollegen  Paul Michels über die Kundgebung am 03.12.2022 in Aachen:

Galt am 19.11. noch unsere Ansage,
„Es wird immer dringender, auf die unfriedliche Situation im Inneren und Äußeren aufmerksam zu machen! Im Inneren geraten die Freiheit der Meinungsäußerung und die soziale Gerechtigkeit immer stärker unter Druck, und der Krieg in der Ukraine droht zum Dritten Weltkrieg zu werden!“, so stand die Versammlung heute unter dem Motto: „Für Diplomatie, gegen Sanktionen und Waffenhandel!“

Die Transparente verkündeten genau dies. Eines wies auf das oft mißbrauchte Schlagwort von der „Zeitenwende“ hin. Gegen den Strom der Regierungsbank und der gleichlautenden Medien forderte es nunmehr die Wende weg vom Waffenexport, hin zum Frieden. Und zur Freiheit der Rede.

Reden: Markus (FL), liegt noch nicht vor, wird aber bei Vorlage hier gepostet!

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Rede des Dr.Ansgar Klein von der Organisation AACHENERN FÜR EINE MENSCHLICHE ZUKUNFT:

Liebe Friedensfreunde! Werte Damen und Herren!
Wir haben in unserer Einladung zur heutigen Demonstration geschrieben: „Lieber
raus aus der NATO als rein in den 3. Weltkrieg!“
Wie schnell Europa und damit Deutschland in einen 3. Weltkrieg schlittern könnte,
möchte ich an einigen Meldungen der letzten Zeit verdeutlichen. – Nicht wenige
finden, dass wir schon mitten drin sind. Denn in den Ukraine-Krieg ist de facto die
ganze NATO involviert, und das sind inklusive Deutschland immerhin 30 Staaten!
Sie sind involviert durch Waffenlieferungen, Ausbildung von Ukrainischen Soldaten
in NATO-Staaten an NATO-Waffen – das geschieht auch in Deutschland –, ferne
durch logistische Unterstützung und in der Ukraine direkt mitwirkende NATO-
Offiziere. Nicht zu vergessen der ‚Information-Warfare‘, also der Propagandakrieg
gegen Russland, der auf allen Kanälen geführt wird.
Am 22. Oktober schreibt z.B. spiegel.de: „Baerbock und Lambrecht wollen 1,5
Milliarden Euro mehr für Ukraine-Waffen.“ Für Waffenlieferungen an die Ukraine sind
knapp 700 Millionen Euro im nächsten Haushalt vorgesehen. Die Außen- und die
Verteidigungsministerin fordern mehr als das Dreifache.
Auch die nächste Meldung hat irgendwie mit der Ukraine zu tun: Zur Abstimmung
bei den Vereinten Nationen über die von Russland eingebrachte UN-Resolution
gegen die Verherrlichung von Nationalsozialismus und Neo-Nazismus kann man am
5. November im Telegram-Kanal russlandsdeutsche/ lesen „105 Staaten stimmten für
das Dokument, 52 Länder lehnten ab“. Wichtig zu wissen, dass zu den
ablehnenden Ländern alle NATO-Staaten gehören, also auch Deutschland! Das ist
bei unserer braunen Vergangenheit unbegreiflich!
Doch es geht ja gegen Russland und die Befürwortung der Resolution könnte ja als
Affront gegen die Neonazis in der ukrainischen Regierung verstanden werden. Was
die USA wollen, wird halt gemacht!

Zum Thema: ‚Neonazis in der Ukraine‘ möchte ich folgende Meldung bringen:

Am 7. November veröffentlicht der Blog space4peace.: „azov-nazi-speaks-to-school-
kids-across the USA“
Aus dem übersetzten Text: „Ein Mitglied der Todesschwadron Asow – ein Nazi –
reist, unterstützt von der Demokratischen Partei, durch die USA, um vor Schülern zu
sprechen. … So wird der Faschismus den jungen Menschen in unserem Land
nahegebracht. Das ist eine totale Schande.“

Aufhorchen lässt auch ein Statement des Autors dieses Artikels:

„Das kollabierende Militär- und Wirtschaftsimperium der USA macht Washington und die NATO noch gefährlicher. Die USA konnten die Taliban nicht besiegen, glauben aber, dass sie es mit China, Russland und dem Iran aufnehmen können… sicher ein Zeichen von
Psychopathologie.“

Zum Thema: ‚Was die USA wollen‘ ein Statement eines Insiders, das in den
NachDenkSeiten am 7. November veröffentlicht wurde, und zwar von einem
pakistanischen General a.D., namens Asad Durrani, der Absolvent der
Führungsakademie der Bundeswehr, ehemaliger Chef des pakistanischen
Geheimdienstes und Botschafter seines Landes in Deutschland und Saudi-Arabien
war, also wahrlich ein Insider:

„Die USA haben die Europäer in eine Falle gelockt und das alte und neue Europa tanzen nun sanftmütig nach der Pfeife der USA – selbst gegen ihr eigenes Urteil und Interesse. … sogar einige reiche und mächtige [europäische] Länder [gemeint ist u.a. Deutschland] sind einfach in die Knechtschaft [der USA] geschlafwandelt“.


Dazu passend: „Die USA haben den Gaskrieg gegen Russland gewonnen“, so der
Titel eines NachDenkSeiten-Artikels vom 9. November: Ich zitiere aus diesem
Artikel des Jens Berger:

„Schon in den nächsten vier Jahren werden die USA die ehemaligen russischen
Gaslieferungen nach Mitteleuropa vollständig substituieren. Die gleiche Menge Gas,
die bis zu Beginn dieses Jahres aus sibirischen Pipelines geliefert wurde, kommt
künftig in verflüssigter Form mit Tankern aus den USA. … Klarer Gewinner dieses
Gaskriegs sind die USA, die nur so ihre gewaltigen Überkapazitäten aus dem
Fracking-Boom abbauen und damit den heimischen Gaspreis stabilisieren können,
um die milliardenschweren Investitionen zu retten und eine Finanzkrise zu
verhindern. Den Preis dafür zahlt vor allem Deutschland.“

Der Gaskrieg nimmt inzwischen unglaubliche Formen an: Die ‚Deutschen
WirtschaftsNachrichten‘ melden am 29. November:

Der Energieriese Qatar Energy hat laut Katars Energieminister ein Abkommen über
Flüssiggaslieferungen nach Deutschland geschlossen. Das Gas soll an das US-
Unternehmen Conoco Phillips verkauft werden, das es weiter nach Brunsbüttel
liefert. Die Lieferungen sollen jedoch erst ab 2026 beginnen“ – Vielleicht wird ja bis
dahin der so umweltfreundliche Flüssiggasterminal in Brunsbüttel fertig. Solch ein
Flüssiggasterminal ist eine Umweltsünde par excellence!
Das von unserem sog. Wirtschaftsminister Harbeck gefeierte Gas-Abkommen mit
Katar ist also gar kein Abkommen mit Deutschland, sondern mit einem US-Konzern!
Ich muss das wohl nicht weiter ausführen.
Übrigens der vereinbarte Lieferumfang von zwei Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr
ist für Deutschland, dessen Bedarf im vergangenen Jahr bei über 90 Milliarden
Kubikmetern lag, nur ein Tropfen auf nen heißen Stein, nämlich weniger als 2% des
Bedarfs!
Vom ‚Gaskrieg‘ zu einem „Kriegsorakel des US-Militärs“ wie die ‚junge welt‘ am
9. November titelt.

Ich zitiere sinngemäß aus dem Artikel:

„Admiral Charles Richard, Kommandeur des U.S. Strategic Command, also der US-
Nuklearstreitkräfte, sagte Mitte vergangener Woche: „Der Ukraine-Krieg ist lediglich
die Aufwärmphase. Das große Ding, der Konflikt zwischen den USA und China,
kommt mittlerweile näher“. … Warnungen vor einem großen, wohl auch nuklear
eskalierenden Krieg zwischen den USA und China gibt es in den Vereinigten Staaten
seit Jahren. Ex-NATO-Oberbefehlshaber James Stavridis hat einen solchen Krieg in
einem Anfang 2021 erschienenen Roman beschrieben, den er »2034« nannte. US-
Militärkollegen äußerten dazu, der Krieg werde wohl erheblich früher beginnen.
Anfang August publizierte das ‚Wall Street Journal‘ einen Beitrag unter der
Überschrift

»Der kommende Krieg um Taiwan« – ohne Fragezeichen!“

Der Beitrag schließt mit dem Satz: „Dass die Kriegsgefahr sehr real ist, darüber macht sich im US-Politestablishment wohl niemand Illusionen.“

Dazu kann man in „Global Times“ vom 2. November lesen, übersetzt von ‚junge
welt‘:

„ … was Washington tatsächlich tut, ist, Konflikte zu schaffen und zu verschärfen,
anstatt sie zu reduzieren. Hochrangige Pentagon-Beamte sprechen davon, die militärische Überlegenheit gegenüber China zu sichern, die militärische Bedrohung Chinas zu erhöhen und China einzukreisen. Die USA bereiten sich keineswegs
darauf vor, einen Krieg in der Region zu verhindern, sondern schaffen ständig
Spannungen und Vorwände für ein eigenes militärisches Eingreifen, um Ostasien
und das Südchinesische Meer in einen Krieg zu stürzen.“

Nicht nur in den USA, auch in Deutschland wird ‚Krieg‘ an die Wand gemalt!
In einer Meldung von german-foreign-policy vom 16.November ist zu lesen:

„Die Bundeswehr soll sich auf Angriffe „ohne Vorwarnung“ und „mit großer,
gegebenenfalls sogar existenzieller Schadenswirkung“ vorbereiten und dabei in
Europa als „Führungsnation“ auftreten. Dies fordert der Generalinspekteur der
Bundeswehr, Eberhard Zorn. … und nicht nur die „Fähigkeit zu sichtbarer und
glaubwürdiger Abschreckung“ müsse deutlich verstärkt werden, sondern auch die
„Einsatzbereitschaft“ der Truppe sowie der „Einsatzwille“ der deutschen Soldaten.

Auf eine schnelle Aufrüstung dringt auch Heeresinspekteur Alfons Mais, … Mais
zufolge kommt die Beschaffung von Kriegsgerät nicht rasch genug voran. Dabei hat
der Haushaltsausschuss des Bundestags soeben erst den neuen Militäretat
beschlossen und die Freigabe der ersten Summen aus dem 100-Milliarden-Euro-
Militärprogramm vorbereitet…. Auch die EU stellt neue Gelder für kurzfristige
Aufrüstungsmaßnahmen bereit. Die deutsche Rüstungsindustrie meldet erhebliche
Umsatz- und Gewinnsprünge.“

Zum Schluss möchte ich den letzten Satz aus dem Statement der Konferenz der
NATO-Außenminister im Bukarest vom 30. November zitieren:

„All these steps will
substantially strengthen NATO’s deterrence and forward defences.“ „All diese
Schritte werden die Abschreckung und die Vorwärtsverteidigung der NATO erheblich
stärken.

Es ist wahrlich dringend, gegen diesen Wahnsinn aufzustehen!
Ich danke Ihnen!

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Robert, liegt noch nicht vor, wird aber bei Vorlage hier gepostet!

Musik:
Songs: Jochen& Katrin, Duo, Gitarre
Trio m. Gitarre
Abschlußlied „Gedanken..“

Mit diesen Reden war die Kundgebung ein Erfolg. Den meisten Teilnehmern dürfte es gelungen sein, den Lärm aus den Boxen und den Straßenlärm auszublenden.
Es gibt die Reden schriftlich und unsere Musik war laut genug, um die Störgeräusche zu übertönen.

Auf der anderen Straßenseite hatten sich zwei Gruppen aufgestellt. Es handelte sich um die „Omas gegen Rechts“ und um die „schwarzrote Gruppe“. Diesen beiden Gruppen ging es anscheinend nur um eine Gegenposition gegen unsere Kundgebung. Wobei sie die Passanten davon zu überzeugen suchten, daß sie gegen Antisemiten und Faschisten seien.
Unsere Leitung wandte sich an sie und später an die Polizei, weil sie ihre Box sehr weit aufgedreht hatten, vielleicht sogar absichtlich, um unsere Redebeiträge zu stören. Der Polizeibeamte wies unsere Feststellung, wir würden mit 100-Wattboxen an unseren Reden gehindert, zurück, es seien weniger als 100 Watt. Wie er das ohne jegliches Meßgerät wissen konnte, dürfte sein Geheimnis bleiben. Jedenfalls ersparte er sich durch diese Schutzbehauptung ein Einschreiten zugunsten der Verständlichkeit unserer Redebeiträge.
Die Reden fanden trotzdem statt. Passanten blieben stehen und hörten unseren Argumenten gegen den Krieg zu. Drüben blieb niemand stehen. Die schwarzen Masken wirkten bedrohlich.

Am Ende unserer Veranstaltung entblödeten sich einige wenige Individuen aus dem schwarzroten Block nicht, ihr laut gebrülltes „Haltet ´s Maul!“ und haßerfülltes „Haut ab!“ unserer Veranstaltung über die Straße hinweg entgegenzuschleudern. Diese Ansinnen wurde von unserem Hauptredner geistesgegenwärtig und prompt zurückgewiesen: „Genau das werden wir nicht tun!“

Angesichts der Kontinuität unserer regelmäßigen, damals sogar wöchentlichen, Demonstrationen und Kundgebungen können wir sagen: Wir haben das in der Vergangenheit nicht und werden das auch in Zukunft nicht tun.
Da können sie schwarz werden!

Unvergessen ist die Situation, als wir mit 2500 Teilnehmern vom Kurpark aus an ihrem Häuflein und dem der „Omas“ vorbeigezogen sind und sie sich von einer Hundertschaft Polizei schützen ließen.

Die Polizei ließ viel Zeit verstreichen bis sie dann doch ihre Transporter zwischen die Kontrahenten setzte. Vielen von uns erschien diese Maßnahme sinnlos.

Waren wir am 19.11. mit 68 Anwesenden nach einer Abstimmung trotz Regen zu unserer Demo losgezogen, so fand jetzt mit 71 Anwesenden keine Abstimmung und keine Demo statt. Zum Bedauern einiger Anwesender. Eine Route war korrekt beantragt und polizeilich genehmigt. Sie wurde jedoch nicht genutzt.

Abschlußlied „Gedanken..“
ohne die 2. Strophe

Dem Kollegen Michels gebührt ein herzliches Dankeschön für diesen Bericht!

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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1 Antwort zu Bericht unseres AK-Kollegen Dr. Paul Michels über die BÜNDNISVERANSTALTUNG „DIPLOMATIE STATT WAFFEN UND SANKTIONEN!“ vom 03.12.22 hier in Aachen!

  1. Klaus-Friedel Klär sagt:

    Hallo Manni, hallo liebe AK-Kolleginnen & Kollegen,
    will euch schnell einen Link zusenden, der euch nach dem Anklicken zeigt, dass auch in Duisburg zum Thgema einiges los ist: https://www.unsere-zeit.de/blog/dkp-in-aktion/ !
    Kollegial grüßt Klaus-Friedel Klär

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