Kollege Wolfgang Erbe informiert: „Das System wird zum eigenen Totengräber – längst schon schallt es über Berg und Tal – Kapitalismus? – Nein Danke!“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis- (AK-) Mitglied Wolfgang Erbe (http://ak-gewerkschafter.com/?s=wolfgang+erbe) hat uns einen Beitrag zum Thema „Das System wird zum eigenen Totengräber – längst schon schallt es über Berg und Tal – Kapitalismus? – Nein Danke!“ zukommen lassen.

Diesen haben wir nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet.

Dem Wolfgang sagen wir ein herzliches Dankeschön dafür.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Kollege Wolfgang Erbe informiert:

Das System wird zum eigenen Totengräber – längst schon schallt es über Berg und Tal – Kapitalismus? – Nein Danke!

Song Of The Marching Children

I’m No Capitalist

I’m No Capitalist

Fight

Damals wie heute – Kapitalismus – nein danke!

Kapitalismus – nein danke

Armes Deutschland – mitten in der auch gefühlten Systemkrise – die Menschen wenden sich ab – Urteil: Staat und Politik sind wirkungslos, ungerecht, inkompetent, undemokratisch

Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Der Zerfall

Ungerecht, gespalten, egoistisch, unfähig: Eine neue Studie zeigt drastisch wie nie, welch negatives Bild die Deutschen mittlerweile von ihrem Land haben.

Von Lenz Jacobsen und Mia Janzen

Von einer „horizontalen“ und einer „vertikalen“ Vertrauenskrise schreiben die Studienautoren. © Artur Debat/​Getty Images

Man kennt das: Der Schmerz kommt erst, wenn das Adrenalin nachlässt. Die Pandemie ist überstanden, der Krieg in der Ukraine wird alltäglich, die steigenden Preise auch – und erst jetzt wird mit der abklingenden Aufregung das ganze Ausmaß der Verheerungen so richtig sichtbar. Im Sommer 2023 attestieren die Deutschen dem eigenen Land einen gesellschaftlichen Verfallsprozess im fortgeschrittenen Stadium. So lassen sich die Erkenntnisse einer neuen Studie der Organisation More in Common deuten, über die ZEIT ONLINE exklusiv vorab berichtet.

„Zukunft, Demokratie, Miteinander: Was die deutsche Gesellschaft nach einem Jahr Preiskrise umtreibt“, heißt ihre Studie. Die Macher schauen dafür sowohl in die Breite als auch in die Tiefe, sie kombinieren quantitative Umfragen mit qualitativen Einzelinterviews. Schon 2022 konstatierten sie zunehmende Zukunftsängste, ein angeknackstes Gerechtigkeitsempfinden und einen „kritischen Blick auf die Möglichkeiten des Gemeinwesens“. Allerdings, schreiben die Autorinnen ein Jahr später, „müssen wir nun anhand unserer neuen Befragungsergebnisse feststellen, dass sich die Krisenwahrnehmung seither – und zwar auch nach einem Winter, in der nach der Meinung vieler Beobachter die schlimmsten Szenarien nicht eintraten – an vielen Stellen verhärtet hat“. Der befürchtete heiße Herbst und der Wutwinter sind zwar ausgeblieben, die Deutschen sind nicht in Massen auf die Straße gegangen. Sie haben etwas anderes, womöglich Bedrohlicheres getan: Sie haben den Ärger tief in sich hineingefressen.

80 Prozent der Deutschen empfinden die Zustände im Land zumindest als eher ungerecht, so viele wie nie seit Beginn der Befragungen 2019. Interessant ist dabei, wer erst neuerdings dieser Meinung ist. More in Common differenziert die Befragten in sechs Gruppen: die „Involvierten“ und die „Etablierten“, die die Gesellschaft stabilisieren. Die „Offenen“ und die „Wütenden“ als gesellschaftliche Pole; sowie als unsichtbares Drittel die „Pragmatischen“ und die „Enttäuschten“. 

Wenig überraschend fanden die Wütenden und die Enttäuschten die Verhältnisse schon 2019 ungerecht. Aber mittlerweile stimmen ihnen auch klare Mehrheiten aus den anderen vier Gruppen zu. Die Studienautoren erklären das auch mit dem Ende der Corona-Pandemie und den pauschalen Einschränkungen, während der viele das Land zumindest zeitweise gerechter fanden. Allerdings liegt das Ungerechtigkeitsempfinden nun deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. Es ist, als würden auch die bisher eher Zufriedenen nun jene Ungerechtigkeiten in den Blick nehmen, die die Unzufriedenen schon seit Jahren beklagen. Die harten ökonomischen Indikatoren, die Ungleichheit messen, sind derweil einigermaßen konstant geblieben, bei der Vermögensungleichheit sogar leicht gesunken. Es scheint sich also vor allem um eine veränderte Wahrnehmung zu handeln – und um das Gefühl, dass die „arbeitende Mitte“ zu wenig gefördert und zu hoch belastet werde, wie es in der Studie heißt.

„Unfassbar hohe Werte“ seien das, sagt Studienautorin Laura-Kristine Krause zur Ungerechtigkeitsdiagnose – und setzt dann einen Kontrapunkt gegen zu viel Pessimismus. „Wenn sich die Gesellschaft so einig darüber ist, dass es ungerecht zugeht, kann aus dieser Einigkeit ja auch etwas Neues entstehen.“ Die Relevanz sozialer Themen sei „frappierend“ und stehe im Gegensatz zur öffentlichen Debatte, sagt sie. Am wichtigsten sind den Befragten Inflationsbekämpfung und bezahlbarer Wohnraum. Dann folgt, gleichauf mit der Begrenzung von Einwanderung, die Sorge um die Rente.  

Allerdings erkennen die Deutschen ihre großen Gemeinsamkeiten nicht. Anstatt aus ihrem gemeinsamen Ärger über Ungerechtigkeit etwas zu machen, wie Krause hofft, beklagen sie ihre vermeintliche Spaltung. Wenn man ihnen Adjektive vorlegt und fragt, was am ehesten auf Deutschland zutrifft, landet auf Platz eins: „gespalten“. Noch vor dem deutschen Klassiker „bürokratisch“. Hier zeigt sich, wie sich eine Gesellschaft auf eine (negative) Erzählung über sich selbst geeinigt hat – und zwar unabhängig davon, ob eine solche Spaltung tatsächlich objektiv beobachtbar ist. Mehrere Soziologen, darunter Steffen Mau und Jürgen Kaube, haben zuletzt auch anhand empirischer Daten zu den Einstellungen der Deutschen nachgewiesen, dass sich das Land keineswegs polarisiert. 

Man könnte also meinen, die Befragten seien hier auf eine mediale Erzählung reingefallen, auf eine aus den Trump-USA importierte, gefühlte Wahrheit. Allerdings meinen sie offenbar gar nicht die Spaltung zwischen irgendwie woke-grün und ethisch-konservativ. Sondern zwischen Arm und Reich. Die meisten, nämlich 63 Prozent, nennen das als die entscheidenden Pole. Auch hier also: ein klassischer, sozialer Materialismus, eine Bereitschaft zum Verteilungskampf, die aber bisher wirkungslos bleibt. Vielleicht auch, weil sie in der Öffentlichkeit von anderen, nebensächlichen Themen und Konflikten überdeckt wird. An die viel besprochene Spaltung zwischen Menschen auf dem Land und in der Stadt glauben nur elf Prozent.

Ungerecht, gespalten – und egoistisch: Das ist die dritte Diagnose, die sich das Land selbst ausstellt. 79 Prozent sind der Meinung, dass sich jeder um sich selbst kümmert. Auch das ein trauriger, neuer Höchstwert. Der Anstieg seit 2020 ließe sich zum Teil mit dem „sozialen Honeymoon“ zu Beginn der Pandemie erklären, schreiben die Autoren. Auffällig ist allerdings, wie schon in der Gerechtigkeitsfrage, der krasse Anstieg bei den „Pragmatischen“. Das ist die jüngste der sechs Gruppen, viele Menschen in Ausbildungsberufen sind darunter, kleine Selbstständige, viele mit Migrationshintergrund. Sie arbeiten viel, ihnen ist Konsum wichtig. „Sie definieren sich weniger über die großen gesellschaftlichen Debatten, sondern über ihr nahes Umfeld, ihren Alltag“, sagt Autorin Krause. Bei ihnen scheinen die Preissteigerungen direkt auf das Gemeinschaftsgefühl und die politischen Ansichten durchzuschlagen.

„Das Tragische in Sachen Misstrauen ist vor allem“, schreiben die Autorinnen, „dass wir einander falsch einschätzen.“ Die meisten Menschen sorgen sich zwar um die Gefahr der Vereinzelung, „das Problem ist nur, dass wir uns diese Sorge gegenseitig absprechen“. Nur 30 Prozent glauben, dass auch andere sich regelmäßig Gedanken um den Zusammenhalt machen, während 62 Prozent sagen, dass sie selbst das sehr wohl tun. Diese „enorme Wahrnehmungslücke zwischen Selbst- und Fremdbild“ könne zu einem „gefährlichen Teufelskreis“ führen, heißt es in der Studie, „bei dem wir uns umso egoistischer verhalten, je weniger wir von den anderen erwarten bzw. gespiegelt bekommen“. Es ist hier also wie beim Spaltungsgefühl: Das Land scheint sich mit sich selbst auf einen Pessimismus geeinigt zu haben, der dann, wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, die schlechten Zustände noch bestärkt oder sie erst richtig hervorbringt.

Zu dieser „horizontalen“ Vertrauenskrise kommt zu allem Übel auch noch eine „vertikale“ hinzu. Die Befragten vertrauen nicht nur denen nicht, die neben ihnen stehen, nämlich ihren Mitmenschen. 64 Prozent stimmen der Aussage zu, dass man im Umgang mit den meisten Menschen „nicht vorsichtig genug“ sein könne. Sie haben zudem auch kein Vertrauen nach oben, in die, die für sie entscheiden: Nur 17 Prozent glauben, dass sich Politikerinnen und Politiker dafür interessieren, „was Leute wie ich denken“. Das Bild ist verheerend. Die Arbeit der Bundesregierung in der Preiskrise beurteilen sie, jeweils vor ein Paar aus einem negativen und einem positiven Begriff gestellt, mehrheitlich als durchweg negativ: Wirkungslos, ungerecht, inkompetent und sogar als undemokratisch

Spätestens an dieser Zuschreibung zeigt sich, dass wir es längst mit einer Demokratiekrise zu tun haben. Es kommt eben nicht nur darauf an, ob die Institutionen der Demokratie formal richtig funktionieren und der Rechtsstaat intakt ist. Sondern auch darauf, ob die Menschen das selbst so wahrnehmen. Wenn die Mehrheit der Bevölkerung die Entscheidungen der repräsentativ gewählten Politikerinnen und Politiker für nicht mehr demokratisch hält, hat die Krisenerfahrung auf die Legitimität des politischen Systems als Ganzes durchgeschlagen.

Wie da rauskommen? Den Autoren bleibt nur, das Dilemma zu beschreiben: Auf der einen Seite könnte „das Aufzeigen und Aushalten echter politischer Alternativen innerhalb des demokratischen Spektrums“ das Vertrauen wieder stärken. Nur 24 Prozent finden, dass die Politik die wichtigen Themen und Herausforderungen wirklich angeht. Andererseits wird das Ringen um politische Alternativen, wie beispielsweise beim Heizungsgesetz, als politisches Taktieren und Streiten wahrgenommen, bei dem „das Ganze“ aus dem Blick gerate, wie die Forscherinnen aus ihren Interviews zitieren. Und dem Wunsch nach echten Weichenstellungen steht die Sehnsucht gegenüber, dass alles bitte einfach wieder so normal werden solle, wie es vermeintlich vor der Pandemie war. Die Hälfte der Befragten wünscht sich das. „Das vermeintliche Paradoxon aus Zukunftswünschen einerseits und Normalitätsbedürfnis andererseits offenbart, wie voraussetzungsvoll die politische Aufgabe ist, Hoffnung zu geben, ohne wichtige Teilgruppen der Bevölkerung ‚transformativ‘ zu überfordern“, bilanzieren die Autoren. Dazu gehört auch eine heftige Medienkritik, denen wahlweise attestiert wird, die Dinge in der Berichterstattung zu „deformieren“ oder sich in „Gequatsche“ und „Blabla“ zu verlieren.

Im Sumpf des Misstrauens

Es bleibt: der Rückzug ins Private. „Da werden die Dinge noch als intakter wahrgenommen“, sagt Autorin Krause. Familien, Freunden und Nachbarn vertrauen die Deutschen noch. Polizisten bekommen eine Mehrheit, und, knapp, Wissenschaftler. Alle anderen, die doch eigentlich so wichtig sind für den seriösen Streit und den Zusammenhalt einer Gesellschaft – ob Bürgermeister, Landes- und Bundesregierungen, Journalistinnen, Gewerkschaften, Kirchen oder Wirtschaftsvertreter – sind längst im Sumpf des Misstrauens versunken. Sie kommen auf Vertrauenswerte teils deutlich unter 50 Prozent.

„Womit unsere Studie definitiv aufräumt“, sagt Autorin Krause, „ist die seit Pandemiebeginn bis heute weit verbreitete Ansicht, dass Krisen automatisch zu mehr Zusammenhalt führen. Dass man sich, wie auch der Bundeskanzler gern sagt, gegenseitig unterhakt. Das empfinden die Leute ganz anders.“ 

In der Summe attestiert More in Common eine gesellschaftliche Selbst- und Politikwahrnehmung, die „das Bild einer vermeintlich dysfunktionalen Demokratie befeuern“ könnten. Das kann man, wenn man will, als weitere Erklärung für den momentanen Umfrage-Aufstieg der AfD deuten. Aber allein mit parteipolitischen Folgerungen würde man der Reichweite des gesellschaftlichen Zerfallsprozesses, den diese Studie jetzt noch deutlicher als vorherige vermessen hat, kaum gerecht werden.

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2023-08/gesellschaftlicher-zusammenhalt-studie-more-in-common-ungerechtigkeit-wahrnehmung/komplettansicht

Von der Erkenntnis zur Tat – Hand in Hand – Widerstand im ganzen Land

Fight capitalism

https://www.rf-news.de/2023/kw33/bundesweite-montagsdemo-die-stimme-des-widerstands

Wolfgang Erbe

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Eine Antwort zu Kollege Wolfgang Erbe informiert: „Das System wird zum eigenen Totengräber – längst schon schallt es über Berg und Tal – Kapitalismus? – Nein Danke!“

  1. Wolfgang Erbe sagt:

    Mitten im Winter 55.8° C

    Hitze-Rekorde in Südamerika: Heißester Winter seit 70 Jahren
    Hitze-Rekorde in Chile: Wasserversorgung der Hauptstadt in Gefahr
    https://www.fr.de/panorama/chile-argentinien-uruguay-hitze-rekorde-hitzewelle-suedamerika-elnino-klimawandel-92443376.html

    11.10.2023
    Feuerwalze in Argentinien Rauchsäulen verdunkeln Himmel über Villa Carlos Paz
    In Argentinien halten weitflächige Brände die Feuerwehr in Atem. In der Stadt Villa Carlos Paz müssen Bewohner evakuiert werden. Die Region leidet seit einiger Zeit unter hohen Temperaturen und starker Dürre.
    https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Rauchsaeulen-verdunkeln-Himmel-ueber-Villa-Carlos-Paz-article24457472.html

    Hitzerekorde mitten im Winter in Südamerika

    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/hitzerekorde-mitten-im-winter-in-sudamerika-chile-argentinien-und-uruguay-verzeichnen-temperaturen-bis-37-grad-10256161.html

    Rio de Janeiro / São Paulo
    Brasilien: Temperaturrekord von 55,8 Grad / Streiks und Demonstrationen

    Untersuchung der World Weather Attribution Hitzewelle in Südamerika wäre ohne Klimawandel praktisch unmöglich gewesen

    Die Forschenden warnen: Werden keine ehrgeizigen Maßnahmen ergriffen, um die Treibhausgasemissionen effektiv zu senken, werden Hitzeperioden wie diese wahrscheinlicher. »Besorgniserregend ist, dass in vielen Teilen der Welt im Frühjahr Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius üblich werden«, sagte Izidine Pinto von dem brasilianischen Institut für Weltraumforschung einer die Studie begleitenden Mitteilung zufolge. »Dies ist die Realität unseres sich rasch erwärmenden Klimas.«

    Wenn die globale Erwärmung zwei Grad Celsius erreiche, könnten ähnliche Hitzewellen alle fünf bis sechs Jahre auftreten und im Vergleich zum heutigen Klima um 1,1-1,6 Grad Celsius heißer ausfallen.

    Alarmierend sind in dem Zusammenhang auch neue Daten des EU-Klimalandesdiensts Copernicus. 1,4 Grad über dem vorindustriellen Niveau lagen die globalen Durchschnittstemperaturen demnach von Januar bis September dieses Jahres. Im September wurde global gesehen selbst dieser Wert noch gebrochen – mit 1,75 Grad Celsius über dem vorindustriellen Referenzzeitraum.
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/brasilien-hitzewelle-in-suedamerika-waere-ohne-klimawandel-praktisch-unmoeglich-gewesen-a-260b89f1-3a53-4679-9746-7f3f45e9cc34

    Am 8. Oktober gab es in Rio de Janeiro einen neuen Temperaturrekord von 55.8° C. Die Menschen fragen sich, wo das herkommt, ist doch erst Frühling.
    Korrespondenz
    Mittwoch, 11.10.2023, 18:00 Uhr

    Die Massenmedien verbreiten die Lüge, es komme wesentlich vom EL-NIÑO-Effekt. Ebenso der austrocknende Amazonas-Fluss oder die starken Regenfälle in Süd-Brasilien. In Blumenau (SC) musste das traditionelle „Oktoberfest“ deshalb ausfallen. EL-NIÑO spielt eine Rolle bei der besonderen Erhöhung der Temperaturen, aber es ist nicht der einzige Effekt. Was passiert dann erst zum Jahreswechsel, wenn Hochsommer ist? Zeigt das nicht die begonnene weltweite Umweltkatastrophe, auch mitverursacht durch die Abholzung des Regenwaldes? Und trotzdem will Präsident Lula dem Übermonopol Petrobras erlauben, vor der Mündung des Amazonas nach Öl zu bohren; was sofort Widerstand hervorrief.

    Am 3./4. Oktober fand ein 24-Stunden-Streik dreier verschiedener Gewerkschaften in São Paulo (SP) statt: der Metro-Beschäftigten, der Busfahrer im städtischen Nahverkehr und der Wasser- und Abwasserbeschäftigten. Gegen Pläne der Fremdvergabe / des Outsourcings durch Bürgermeister Nunes und Gouverneur Tarcicio (beide Reaktionäre) entwickelte sich auch breite Unterstützung in der Bevölkerung mit einer Petition zu einem Bürgerentscheid gegen die beabsichtigten Privatisierungen. Am 3.10. gab es in Rio de Janeiro einen Protest tausender Gewerkschafter der FUP (Erdöl-Arbeiter) und aus Initiativen und von Aktvisten gegen Privatisierungen öffentlicher Dienste. Auch Arbeiter von EletroBras und Studenten.

    Der Streik ist was Neues: erstmals haben seit der Militärdiktatur mehrere Gewerkschaften außerhalb von Lohnrunden politisch gemeinsam gekämpft. Das begann in der Pandemie sich zu entwickeln und weitere Streiks kündigen sich an: wie z.B. 13 regionale Gewerkschaften in der Metallindustrie von SP, die 190.000 Kollegen vertreten und das erste „Angebot“ von 4% Lohnerhöhung ablehnten (Inflation in Brasilien bei real 15-16%; 75% aller Steuern und Abgaben zahlen Arbeiter & kleine Angestellte). Am Montag (9.10.) war eine Demo der drei Gewerkschaften und linker Parteien/Bewegungen auf der Straße gegen Privatisierungen. Auch die „Postler“ und die Lehrergewerkschaft von SP unterstützen den Streik! Gegen den Versuch der Unterdrückung durch die Justiz, die einen für den 9./10. angesetzten weiteren Streiktag unter Androhung einer Millionen-Strafe absagte. Dies wird gerichtlich ausgetragen …

    https://www.rf-news.de/2023/kw41/neue-entwicklungen-in-brasilien
    https://www.facebook.com/wolfgang.erbe.52/
    https://salonzurdiskussiondesdialektischenmaterialismus.quora.com/

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