Das Vatikan-Geheimarchiv ist geöffnet! Wird jetzt untersucht, weshalb Papst Pius XII. zum Holocaust schwieg?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) haben wir bekanntlich die Kategorie Papst Pius XII – Das III. Reich – Der Holocaust auf unserer Homepage eingerichtet (http://ak-gewerkschafter.com/category/papst-pius-xii-das-iii-reich-der-holocaust/).
 
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Geheimarchiv geöffnet Warum schwieg der Papst zum Holocaust?

Stand: 02.03.2020 04:39 Uhr

Erstmals dürfen Forscher uneingeschränkt das Archiv des Vatikans aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs einsehen. Hat der Kirchenstaat Schuld auf sich geladen?

Von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

Er ist einer der ersten, der hindarf. Hubert Wolf gehört zu den Wissenschaftlern, die ab heute im ehemaligen Vatikanischen Geheimarchiv Dokumente einsehen dürfen, die der Vatikan bislang streng unter Verschluss hielt: Schriftverkehr, Notizen und andere Papiere aus der Zeit Papst Pius‘ XII., auf dem Stuhl Petri während des Zweiten Weltkriegs.

Wolf, Professor für Kirchengeschichte an der Uni Münster, will nach Antworten suchen auf die Fragen, über die seit Jahrzehnten gerätselt wird: „Warum hat der Papst nicht laut gegen die Ermordung von sechs Millionen Juden protestiert? Was wusste er? Wann wusste er was? Was haben sie intern hinter den hohen Mauern des Vatikan darüber diskutiert?“

Gigantische Menge an Material

Pius XII., ein Papst, der dem Völkermord der Nazis an den Juden schweigend zugeschaut hat – das ist der Vorwurf, den unter anderem Rolf Hochhuth in seinem Schauspiel „Der Stellvertreter“ erhoben hat. Pius‘ Verteidiger dagegen argumentieren, Eugenio Pacellis habe gerettet, statt geredet – und sich unter anderem für das Überleben der Juden in Rom eingesetzt.

Mehrere Millionen Blatt Papier müssen die Wissenschaftler nun sichten. | Bildquelle: AFP
 

Professor Wolf und sein Mitarbeiter dürfen sich jetzt ohne Einschränkungen durch die Vatikan-Dokumente dieser Zeit wühlen, parallel mit anderen internationalen Forscherteams. Die Menge des Materials ist gigantisch, es geht um mehrere Millionen Blatt Papier.

Die Hoffnung ist, nicht nur in den jüdischen Gemeinden, endlich die Wahrheit über den Vatikan zur Zeit der Shoah zu erfahren. Wolf aber schränkt ein: „Die Wahrheit gibt‘s nicht. Aber jetzt blicken wir hinter die Mauern des Vatikan. Wir wissen zum ersten Mal, was haben die intern gewusst und intern diskutiert. Und von daher glaube ich schon, dass wir eine ganze Reihe von Fragen beantworten werden können.“

Ein mühsamer Schritt

Für den Vatikan ist die Öffnung des Apostolischen Archivs über die Amtszeit von Pius XII. ein mühsamer Schritt gewesen. Johannes Paul II. hatte erstmals diese Möglichkeit erwogen, Papst Benedikt die Sache vorangetrieben, ehe Franziskus im vergangenen Jahr endgültig grünes Licht gab.

Kardinal José Tolentino Mendonca, verantwortlich für die Vatikan-Archive, sagt: „Die Kirche hat keine Angst vor der Geschichte. Das ist etwas, was diesem Papst am Herzen liegt. Wir müssen sowohl die dunklen als auch die hellen Seiten angehen, die Teil eines menschlichen und christlichen Weges im Laufe der Zeit sind.“

Professor Wolf betont, nicht nur die Frage nach einer möglichen Schuld Papst Pius‘ während der Nazizeit bewege ihn, wenn sich jetzt die Türen der Vatikan-Archive öffnen. Ebenso spannend sei das Thema der sogenannten „Rattenlinie“ nach dem Krieg, also die Frage: „Wie konnten Mengele und Eichmann mit vatikanischen Pässen nach Argentinien entkommen? Wusste das der Papst? Oder haben andere hinter dem Rücken des Papstes seine Gutmütigkeit ausgenutzt?“

Kernfrage bleibt: Trägt der Vatikan Schuld?

Und möglicherweise, sagt Wolf, ließen sich in den jetzt zugänglichen Dokumenten auch Informationen dazu finden, wie der Vatikan beim europäischen Einigungsprozess mitgewirkt hat – und aus welchen Gründen Papst Pius grünes Licht gegeben hat für die Gründung der CDU in Deutschland, in der Katholiken mit Protestanten zusammenarbeiten konnten.

Die Kernfrage der heute beginnenden Forschung aber bleibt: Hat der Vatikan in der Zeit des Völkermords an den Juden Schuld auf sich geladen? Bis es hierzu ernsthafte Antworten gibt, sagt Wolf, könne es länger dauern, vielleicht drei bis fünf Jahre: „Das Gewicht dieses Themas verlangt Sorgfalt. Erst wenn man die hat walten lassen, sollte man sich mit Urteilen zu diesem Thema rauswagen. Das verlangt der Respekt vor Pius XII., verlangt aber vor allem auch der Respekt vor den vielen Opfern.“

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> https://www.tagesschau.de/ausland/vatikan-archiv-holocaust-101.html !

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Als AK bleiben wir auch an diesem Thema dran.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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