Pressemitteilung über den Vortrag zum Kapp-Putsch in Gronau – Lokalhistoriker sucht Dokumente aus dem Münsterland!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
als Gewerkschafter/Inen-Arbeitskreis (AK) hatten wir die Veranstaltung des Kollegen Sahin Aydin zum THEMA „KAPP-PUTSCH“ mit Beitrag vom 14. März 2022 beworben. Diesen Beitrg könnt Ihr durch den Klick auf den nachstehenden Link aufrufen und nachlesen.
 
 
 
Nunmehr hat uns dazu die nachstehende Pressemitteilung erreicht, die wir zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet haben.
 
Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-
 

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Pressemitteilung vom 29.03.2022:

Vortrag zum Kapp-Putsch in Gronau – Lokalhistoriker sucht Dokumente aus dem Münsterland
Im März 1920, also vor 102 Jahren, jährten sich der Kapp-Putsch und die aus seiner Niederschlagung hervorgegangene Märzrevolution. Auf dieses fast vergessene Kapitel der deutschen Geschichte, das jedoch so wichtig erscheint, wie die Novemberrevolution von 1918, erinnerte jetzt der Lokalhistoriker Sahin Aydin im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Gronau (NRW) „Im Frühjahr 1920 rettete die Arbeiterbewegung die parlamentarische Demokratie, die sie kaum zwei Jahre zuvor erstritten hatte“, so Aydin bei dem Informationsabend am Freitag, den 25. März 2022 in Gaststätte Concordia, Eperstr. Veranstalter waren die Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW und der Kurdisch-Deutsche Freundschaftskreis Münsterland e. V.
An der Veranstaltung nahmen Interessierte aus Gronau und Umgebung teil, aber sogar vom Niederrhein hatten sich interessierte auf den Weg nach Gronau gemacht.
Eigentlich sollte die Veranstaltung schon 2020 stattfinden, musste aber wegen Corona verschoben werden.
Im März 1920 putschten in Berlin Truppen unter Befehl des Generals von Lüttwitz zusammen mit anderen rechtsradikalen Akteuren um Wolfgang Kapp gegen die noch junge Weimarer Republik. Ziel war die Errichtung einer Quasi-Militärdiktatur unter Führung von Wolfgang Kapp als Reichskanzler.
Getragen wurde der Putsch von Teilen der Reichswehr und von Freikorps, insbesondere die der Marinebrigade Erhardt. Die gewählte Reichsregierung von SPD, Zentrum und DDP musste nach Stuttgart fliehen.
Zur Abwehr des so genannten Kapp-Putsches mobilisierte ein gemeinsames Bündnis von Gewerkschaften und Arbeiter:innenparteien zum Generalstreik. Die mangelnde Unterstützung der Putschisten in der Reichswehr, besonders aber der Generalstreik der Arbeiter:innen und Angestellten sowie die Weigerung weiter Teile der Ministerialbürokratie, der Putsch-Regierung zu folgen, führte zur Aufgabe der Umstürzler am 17. März 1920. Besonders stark war die Streikbewegung im Industrierevier zwischen Rhein und Ruhr. Zur Abwehr putschender Freikorps entwickelte sich aus regionalen Arbeiterwehren die Rote Ruhrarmee. Überall im Ruhrgebiet bildeten sich zudem politisch unterschiedlich positionierte Arbeiter – und Vollzugsräte, die
(Selbst-)Verwaltungsaufgaben übernahmen. Aus ihren Reihen erwuchs der Versuch, die 1918/19 verhinderte soziale Revolution doch noch zu erkämpfen.
Dies scheiterte und die Reichsregierung setzte zur Niederschlagung der Roten Armee auch Truppen ein, die zuvor am Putsch beteiligt waren.
Sahin Aydin informierte mit einer übersichtlichen Power-Point-Präsentation über die Geschichte der Kämpfe jener Tage am Beispiel der Ereignisse in Bottrop. Bottrop bildete ein politisches und militärisches Zentrum des Widerstandes gegen den prä-faschistischen Putsch. Aber auch der Umgang mit der Geschichte wurde im Vortrag von dem Referenten thematisiert. Wie kann es sein, fragte Aydin, dass noch über einhundert Jahre nach dem Putsch und der Niederschlagung der Widerstandsbewegung an die Täter der Marinebrigade von Löwenfeld im öffentlichen Raum ehrend erinnert wird? Warum ist es heute scheinbar so schwierig eine an die demokratische Tradition der Weimarer Republik anschließende Erinnerungskultur an die Märzrevolution herzustellen?
Aus diesen Fragen ergab sich nach dem einstündigen Vortrag eine lebhafte Diskussion. Dabei ergaben sich auch Fragen nach der Situation zur Zeit des Kapp-Putsches in Gronau und in umliegenden Orten. Hierzu sind seine Recherchen noch nicht abgeschlossen, erklärte Sahin Aydin. Bevor er vor nach Bottrop gezogen ist, hat er lange in Gronau gelebt. Daher ist sein Wunsch groß, mehr über die Zeit der Zwanziger Jahre im Westmünsterland zu erfahren. „Die Suche nach alten Dokumenten in Stadt- und Heimatarchiven ist zeitintensiv und ist leider auch mit Kosten verbunden“, bedauert Aydin, dem das persönliche Engagement während des ganzen Vortrags anzumerken war.
Wer vielleicht selber noch über alte Dokumente aus dem Münsterland, gerne auch aus anderen Regionen, aus der Zeit des Kapp-Putsches besitzt (Zeitungen, Briefe usw.), ist gebeten, diese Sahin Aydin im Original oder als Kopie zugänglich zu machen.
Kontakt: Sahin Aydin
Telefon: +49 (0) 1794262483
Postfach 100124, D- 46201 Bottrop
Weitere Informationen:
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